Mediziner suchen weiter nach Ursache von Krankheit X – Zahl der Todesopfer steigt
In der Demokratischen Republik Kongo fordert eine bislang nicht diagnostizierte Krankheit immer mehr Todesopfer. Eigentlich sollten schon weitere Details vorliegen, doch die lassen auf sich warten.
Krankheit X: Das ist ein Platzhaltername, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für neu auftretende Krankheiten definiert hat, die von unbekannten Krankheitserregern verursacht werden und deren Auswirkungen auf den Menschen erst noch erforscht werden müssen. Kurz nach Beginn der Corona-Pandemie, im Januar 2020, bezeichneten vor allem englischsprachige Medien den Ausbruch zunächst als "Krankheit X".
Angaben zu Todesopfern durch Krankheit X schwanken stark
Nun ist wieder eine Krankheit X aufgetreten, die der Welt Rätsel aufgibt: In einer abgelegenen Provinz des zentralafrikanischen Staates Demokratische Republik Kongo seien inzwischen 406 Fälle gemeldet worden, heißt es von lokalen Behörden. Die Angaben zu Todesfällen infolge der Infektion unterscheiden sich stark. So meldete das Krisenzentrum der betroffenen Provinz Kwango 31 Tote, die lokale Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Opfer schon vor einigen Tagen mit 130 an. Darunter sind auch Menschen erfasst, die ohne ärztliche Behandlung zu Hause starben, aber die entsprechenden Symptome zeigten.
Mindestens zehn Erkrankte starben nach offiziellen Angaben an Anämie, also Blutarmut – ob das ein Symptom der Krankheit oder Ursache eines schweren Verlaufs ist, ist ebenfalls unbekannt. Betroffen seien überwiegend Kinder, vor allem im Alter unter fünf Jahren, hieß es von den Behörden.

Handelt es sich bei X um neue Krankheit oder Grippe mit schwerem Verlauf?
Handelt es sich bei der Krankheit um eine Grippe mit schwerem Verlauf, um eine ganz neue Krankheit oder sogar um den Beginn einer neuen Pandemie? Experten der WHO sind schon vor einigen Tagen in die Gegend im Südwesten des Landes gereist, um das zu erforschen. „Derzeit werden Labortests durchgeführt, um die genaue Ursache zu ermitteln. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es auch möglich, dass mehr als eine Krankheit zu den Fällen und Todesfällen beiträgt“, heißt es in einer ersten Mitteilung der Organisation. Weiter teilte die WHO mit, anhand der Symptome „werden akute Lungenentzündung, Influenza, Covid-19, Masern und Malaria als mögliche Ursachen in Betracht gezogen“.
Die afrikanische Gesundheitsbehörde CDC Africa sprach von ersten Hinweisen, dass die Krankheit durch die Luft übertragen werden könnte.

Krankheit X: Warten auf die Ergebnisse der Proben
Eigentlich sollten am Wochenende Analysen von Patientenproben vorliegen, doch die Bekanntgabe weiterer Ergebnisse ist bislang ausgeblieben. Die Behörden in der Region sind in höchster Alarmbereitschaft. Als Rat an die Bevölkerung haben sie vorläufig Verhaltenstipps ausgegeben, die aus der Corona-Pandemie bekannt sind: Menschenansammlungen meiden, in die Armbeuge niesen und Maske tragen. Denn offenbar gibt es zumindest erste Hinweise, dass sich die Krankheit über die Luft verbreiten könnte.
Krankheit X: In Europa sind die Rahmenbedingungen gänzlich andere
Unklar ist, ob die Krankheit in Europa ebenso tödliche Auswirkungen haben würde wie im Kongo. Der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung in dem afrikanischen Land ist schlecht, viele leiden an Mangelernährung. Auch die Überwachung durch die örtlichen Gesundheitsbehörden in der betroffenen Region ist dürftig. Bereits Ende Oktober waren erste Fälle über Erkrankungen bekannt geworden. Die lokalen Behörden setzten das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Kinshasa jedoch erst Anfang Dezember davon in Kenntnis.

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