Rassismus-Eklat auf Sylt: Influencerin Milena Karl feuert beteiligte Mitarbeiterin
Es gibt immer mehr Reaktionen auf das Video, das Partygäste auf Sylt beim Grölen einer fremdenfeindlichen Parole zeigt. Die Influencerin Milena Karl zieht nun Konsequenzen.

Auf der Plattform Instagram folgen ihr mehr als 800.000 Nutzer, dort präsentiert Milena Karl normalerweise Mode. Doch nun wendet sich Karl mit einem anderen Thema an ihre Follower: Denn nach Bekanntwerden eines Videos, das zeigt, wie Partygäste auf Sylt ausländerfeindliche Parolen grölen, zieht die Influencerin Konsequenzen.
Wie sie in einer Instagram-Story mitteilt, besteht zwischen einer der Personen auf dem Video und ihr ein Angestelltenverhältnis. Besser ausgedrückt: bestand. Denn der "abscheuliche Inhalt des Videos" hat Karl "schockiert, verletzt und enttäuscht" – und sie zu einer Entscheidung gebracht. "Für mich stand nach Bekanntwerden des Videos außer Frage, dass ich unmittelbar nach Kenntnis dieses Videos das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung auflösen werde und dies auch bereits getan habe."
Video mit "Prosecco-Nazis" auf Sylt: Influencerin Milena Karl zieht Konsequenzen
Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, handelt es sich bei der Mitarbeiterin um die Frau, die das Video erstellt hat. Sie hatte sich und andere Gäste dabei gefilmt, wie sie auf Sylt "Deutschland, den Deutschen! Ausländer raus" grölen.
Die Polizei prüft das Video mit den fremdenfeindlichen Gesängen, der Staatsschutz ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung. "Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Flensburg und der Polizei richten sich zunächst gegen die Personen, die auf dem Video offensichtlich mitsingen bzw. Kennzeichen tätigen", hieß es in einer Mitteilung.
Zahlreiche weitere Nutzer sozialer Medien, Politiker und auch der Inhaber des laut "Bild"-Zeitung betroffenen Lokals Pony haben sich inzwischen geäußert. Bei letzterem handelt es sich um Tim Becker. Er äußerte gegenüber der dpa, man werde die Gäste künftig stärker animieren, rassistische Vorfälle den Türstehern zu melden. Und man habe die Namen der fünf Beteiligten sowie die Aufnahme der Überwachungskamera der Polizei übermittelt.
Ermittlungen nach rechten Gesängen auf Sylt: Innenministerin Faeser äußert sich
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Wer Nazi-Parolen wie 'Deutschland den Deutschen – Ausländer raus' grölt, ist eine Schande für Deutschland". Es stelle sich die Frage, "ob wir es hier mit Menschen zu tun haben, die in einer wohlstandsverwahrlosten Parallelgesellschaft leben, die die Werte unseres Grundgesetzes mit Füßen tritt". Die Frage sei auch, welches hasserfüllte Klima solche Leute dazu ermutige, sich so abgrundtief rassistisch in aller Öffentlichkeit zu äußern.
Da sich auf Sylt die Reichen und Schönen aufhalten, und die Insel nicht für grölende Rechtsextreme bekannt ist, ist nun die Rede von "Prosecco-Nazis". Wie die Heilbronner Stimme kommentiert, ist es empörend, wie andere anwesende Gäste das Grölen zulassen.
Stimme.de