„Feuerball“ über Baden-Württemberg? Was wirklich am Nachthimmel verglüht ist
Deutschlandweit, auch in Baden-Württemberg, war heute Nacht ein Himmelsphänomen zu beobachten: Vermeintliche Feuerbälle sorgten für Aufsehen. Doch was hatte es damit wirklich auf sich?
Für Aufsehen und viele Fragen sorgte ein spektakuläres Himmelsphänomen in der vergangenen Nacht in Baden-Württemberg. MerkwürdigeLichter zeigten sich über ganz Deutschland, die an Feuerbälle erinnerten. Doch was steckt wirklich dahinter? Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich jetzt geäußert.
Feuerbälle über Baden-Württemberg? Was wirklich am Nachthimmel verglüht ist
Bilder des spektakulären Himmelsereignisses fluten derzeit die sozialen Medien: Nutzer aus ganz Deutschland und Baden-Württemberg haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch einen kuriosen Lichtschweif am Himmel gefilmt. Sie sprachen von einem Meteorit oder von Feuerbällen. Die Verunsicherung war teils groß.
Ein Pressesprecher des DLR bestätigt jetzt, dass es sich bei dem Himmelsereignis um die Überreste einer Falcon-9-Raketenstufe mit der Bezeichnung FALCON 9 R/B (ID 62878) handelte. Das teilte der Sprecher den Stuttgarter Nachrichten mit.
Auch das Weltraumkommando der Bundeswehr bestätigte dies dem SWR. Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk habe in der vergangenen Nacht 23 Satelliten mit einer solchen Rakete in die Erdumlaufbahn gebracht. Bei der Falcon 9 wird die erste Raketenstufe – der sogenannte Booster – wieder gelandet. Die zweite Raketenstufe verglühe in der Atmosphäre. Einen Einschlag auf der Erdoberfläche gab es nicht.
Himmelsphänomen war Weltraumschrott: Ist das gefährlich für Menschen?
Bei den vermeintlichen „Feuerbällen“ oder Meteoriten, wie Nutzer zunächst spekuliert hatten, handelte es sich also um Weltraumschrott von Elon Musks Firma Space X. Doch wie gefährlich ist dieser für Menschen, wenn er sich über Land bewegt?
Tatsächlich sind derartige Ereignisse nicht ungewöhnlich: Immer wieder verglühen ausgediente Satelliten oder Weltraumschrott in der Erdatmosphäre. Der Lichterschein entsteht durch die enorme Reibung, die das Objekt beim Eintritt in die dichten Schichten der Atmosphäre abbremst und zum Glühen bringt, berichten die Stuttgarter Nachrichten.
Da ein Großteil der Objekte beim Wiedereintritt verglüht, stellt Weltraumschrott meist keine direkte Gefahr für Menschen dar. In seltenen Fällen können jedoch Trümmerteile den Erdboden erreichen. Experten überwachen deshalb potenziell kritische Wiedereintritte genau.

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