Die E-Akte für Patienten kommt, dafür ist es höchste Zeit
Faxe, CDs, Postbriefe: Bei der Kommunikation von Gesundheitsdaten war Deutschland bislang auf steinzeitlichem Niveau. Das soll sich nun ändern.

„Die 86-Jährige ohne Handy“ oder „der Datenschutz“: Beides waren über Jahre Argumente, mit denen Kritiker gegen eine Speicherung elektronischer Gesundheitsdaten an einem zentralen Ort wetterten. Lange hatten sie Oberwasser. Inzwischen hat sich die Stimmung gedreht, die Mehrheit hält die E-Akte für sinnvoll – und das aus gutem Grund.
Die Pandemie hat die Schwächen analoger Datenerfassung gezeigt
Patienten waren bisher selbst dafür verantwortlich, wechselnde Ärzte über Befunde, Vorerkrankungen oder Medikamente zu informieren. CDs wurden ausgetauscht, Faxe verschickt, Arztbriefe durch die Gegend getragen. Ein effektives und medizinisch sicheres Verfahren ist das nicht. Dann hat uns die Pandemie vor Augen geführt, was geschieht, wenn Behörden Listen zu Gesundheitsdaten händisch ausfüllen müssen oder keine standardisierte Sammlung von Informationen erfolgt: Deutsche Forscher mussten für ihre Analysen auf Daten aus Israel zurückgreifen. Das Land ist uns bei der Digitalisierung Jahre voraus.
Am Anfang wird bei der ePA nicht alles reibungslos laufen
Nun soll sie endlich kommen, die ePA. Am Anfang wird nicht alles reibungslos laufen. Die inzwischen positive Bilanz nach einem Jahr e-Rezept, das mit zahlreichen Zipperlein eingeführt und dann im laufenden Betrieb verbessert wurde, zeigt jedoch: Auch Deutschland kann Digitalisierung, wir müssen uns nur trauen.

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