Vor Brandkatastrophe in Crans-Montana: Mängel beim Brandschutz ignoriert

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Nach der Brand-Katastrophe in Crans-Montana laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Immer mehr Details werden bekannt: Mängel beim Brandschutz seien ignoriert worden. 

Von lis/dpa

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In der Silvesternacht sind bei einem verheerenden Brand in Crans Monatana (Schweiz) 40 Menschen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Minderjährige. Zudem wurden über 116 Menschen, 80 davon erlitten sehr schwere Verbrennungen. Die Ermittlungen laufen – gegen den Betreiber der Bar wurden schwere Vorwürfe erhoben. Der Barbesitzer Jacques Moretti sitzt aktuell in Untersuchungshaft.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aktuell berichtet, sollen vor der Brand-Katastrophe Mängel beim Brandschutz festgestellt worden sein. Bereits Jahre zuvor sei bei Inspektionen in der betroffenen Bar nach Informationen des Schweizer Senders RTS aufgefallen, dass unter anderem Evakuierungspläne fehlen und ein Feuerlöscher unmarkiert sei. Es sei aber nie geprüft worden, ob die Mängel beseitigt worden sind. Was hat die Gemeinde versäumt?

Tödliches Feuer in Crans-Montana: Schwere Vorwürfe gegen Barbesitzer 

Während der Barbesitzer Jacques Moretti in U-Haft sitzt, ist seine Frau, Jessica Moretti, unterdessen erneut zu einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft in Sitten eingetroffen. Ihr Mann war am Dienstag (20. Januar) befragt worden. Er soll ausgesagt haben, dass alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden, berichten italienische Medien unter Verweis auf Informationen von dabei anwesenden Anwälten von Opfern. 

In der Bar Le Constellation hatten in der Silvesternacht funkensprühende Partyfontänen nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus. 40 Menschen kamen ums Leben, darunter zahlreiche Minderjährige. 116 Menschen wurden verletzt, davon erlitten etwa 80 sehr schwere Verbrennungen.

Gegenüber der Heilbronner Stimme hat ein Experte über die Gefahren durch Indoor-Feuerwerk aufgeklärt. Andere Bars und Event-Betreiber haben inzwischen reagiert und Feuerfontänen verbannt, so etwa auch das Heilbronner Winterdorf

Mängel auch ein Jahr später nicht beseitigt

RTS hat Dokumente eingesehen, wonach bei einer Inspektion 2018 unter anderem Evakuierungspläne, die Schulung des Personals für den Brandfall und die Kennzeichnung eines Feuerlöschers fehlten. Die gleichen Mängel seien ein Jahr später dokumentiert worden, mit der Auflage, sie zu beseitigen. Wie die Gemeinde schon enthüllt hatte, fanden aber nach 2019 keine weiteren Kontrollen mehr statt

Auf die Bitte um Stellungnahme ließen die zuständigen Fachleute der Gemeinde dem Sender über Anwälte ausrichten, dass sie sich nur bei den Strafverfolgungsbehörden äußern.

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