Günstige E-Autos: Konkrete Pläne für bezahlbare Stromer
Hersteller wie Renault und Volkswagen wollen jetzt E-Autos für unter 20.000 Euro auf den Markt bringen. Derzeit sind günstige Einstiegsmodelle nämlich noch Mangelware. Eine Übersicht über die Pläne.

Keine staatliche Förderung mehr, nach wie vor hohe Kosten: Der Aufschwung für die Elektromobilität hat in Deutschland zuletzt einen deutlich Dämpfer erhalten. Im März kamen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes rund 31.400 neue Pkw mit batterieelektrischem Antrieb auf die Straße. Das waren fast 29 Prozent weniger als im März des Vorjahres. Damals machten die Stromer noch fast 16 Prozent aller Neuzulassungen aus.
E-Auto oder Stromer: Verunsicherung bei Endverbrauchern
"Die Nachfrage nach Elektroautos ist sehr schwach - trotz der hohen Rabatte, die viele Hersteller gegeben haben, um den Wegfall der Umweltprämie zu kompensieren", so Constantin Gall, Managing Partner und Leiter Mobility bei Ernst & Young. Die Abschaffung der Kaufprämie habe potenzielle Käufer verunsichert. "Viele Kunden beginnen am Hochlauf der Elektromobilität zu zweifeln, wenn auch die Politik nicht mehr bereit ist, diese Technologie zu fördern."
Dacia mit günstigstem E-Auto
Grundsätzliches Problem sind nach wie vor die hohen Kosten, bedingt durch die Akkus. Im vergangenen Jahr betrug der durchschnittliche Preis für ein E-Auto in Deutschland nach Angaben des Center of Automotive Management knapp über 52.000 Euro. Es fehle an günstigen Alternativen. Günstigstes E-Auto in Deutschland ist aktuell der Dacia Spring mit einem Preis von 16.900 Euro. Darüber rangiert der Citroën E-C3, der ab 23.000 Euro zu haben ist. Die anderen Alternativen kosten dann schon um die 30 000 Euro und mehr.
"Neue Mobilität für die breite Masse"
In den nächsten Jahren soll die Zahl der bezahlbaren Stromer deutlich wachsen. Ein erster Fingerzeig ist die Neuauflage des legendären Renault R5, den es noch in diesem Jahr als E-Auto für knapp 25.000 Euro geben wird. "Mit diesem Auto bringen wir die neue Mobilität in die breite Masse", so Renault-Chef Luca de Meo. Die 3,92 Meter kurze Neuauflage mit Retro-Design, knalligen Farben, vier Türen und 326 Litern Kofferraum zitiert mit ihren Proportionen und vielen Details zwar das seinerzeit als "Kleiner Freund" beworbene Original. Der Stromer soll 400 Kilometer Reichweite haben.
VW plant einen kleinen Stromer
Auch VW arbeitet intensiv an einem Auto in diesem Preissegment, hängt aber zeitlich hinter Renault zurück. Gezeigt haben die Wolfsburger bereits die seriennahe Studie ID. 2all - frei übersetzt "ID für alle". Ende 2025, spätestens im Frühjahr 2026 soll die Serienversion des knapp über vier Meter langen E-Autos auf den Markt kommen - für unter 25.000 Euro verspricht das Unternehmen. Ein Polo für die Generation E sozusagen. "Der ID. 2all zeigt, wo wir insgesamt hinwollen mit der Marke: nah am Kunden, Top-Technologie und mit tollem Design", sagt Markenchef Thomas Schäfer. "Wir machen Tempo, um die E-Mobilität in die Breite zu bringen."

E-Auto-Produktion in Europa
Das mit Abstand wichtigste Projekt bei Renault ist neben dem R5 derzeit ein elektrischer Twingo, der intern unter dem Projektnamen Legend entwickelt wird und um die 20.000 Euro oder sogar weniger kosten soll. "Wir wollen das Elektroauto in Europa demokratisieren", sagt Renault-Chef de Meo. Geplant sei eine Fertigung in Europa. Auf den Markt kommen soll der Wagen in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts. Luca de Meo ist derzeit auf der Suche nach einem Kooperationspartner, um sein Ziel von einem günstigen Elektro-Auto zu verwirklichen. Bislang hat sich der Manager dabei auf seinen früheren Arbeitgeber, den VW-Konzern, fokussiert. In Wolfsburg hat man ebenfalls seit Längerem die Vision von einem Stromer unterhalb der Marke von 20.000 Euro. Gespräche laufen wohl bereits seit 2023.
Ford: Elektrisches SUV für etwa 23.000 Euro
Bei Ford kündigt sich in naher Zukunft ebenfalls ein günstiger Stromer an. Berichten des Medienunternehmens "Bloomberg" zufolge arbeitet Ford aktuell an einem entsprechenden E-Auto, das 2026 auf den Markt kommen soll. Wie "Computer Bild" im Februar 2024 berichtete, möchte der US-Autoriese künftig mehr Geld in die Entwicklung kleinerer Elektroautos statt großer Fahrzeuge investieren. Die geplante Palette preisgünstiger Elektrofahrzeuge von Ford soll Tesla und chinesischen Autoherstellern Konkurrenz machen. Anvisiert ist für 2026 ein Kompakt-SUV. Mit einem angestrebten Preis von unter 25.000 US-Dollar (circa 23.000 Euro) soll der Ford die breite Masse ansprechen.


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