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Zoll baut Trainingszentrum in Eppingen: So wächst die Großbaustelle

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Im Eppinger Gewerbegebiet Tiefental wächst das neue Trainingszentrum des Zolls. Die Projektleitung sieht die Bauarbeiten im Zeitplan. Ein Blick auf Fortschritt und Umfang der Großbaustelle.


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Auf der Baustelle im Eppinger Gewerbegebiet Tiefental herrscht routinierte Betriebsamkeit. Zwar handelt es sich um Eppingens größte Baustelle derzeit mit 40 und mehr Arbeiter und Dutzenden schweren Baumaschinen. Von Hektik ist aber nichts zu spüren. Routiniert hieven Autokräne Fertigbauteile aus Stahlbeton von Stapelplätzen, hieven sie empor und bugsieren sie an den Einbauort. Drei große Gebäude des künftigen Einsatztrainingszentrums des Zoll (ETZ) sind schon als Struktur zu erkennen.

Beate Kramer, Projektverantwortliche der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vertritt die Bundesrepublik als Eigentümerin des Objekts im Eppinger Norden. Sie erläutert Namen und Funktionen der drei jeweils zweistöckigen Gebäude:  „SPH“ ist die Sporthalle. „RSA“ ist die Raum-Schießanlage und „ETR“ ist das Gebäude mit den Einsatz-Trainingsräumen.

Das Zoll-Einsatztrainingszentrum in Eppingen wird weder Kantine noch Betten haben

Hier werden die Zollbeamten künftig verschiedenste Einsatzszenarien lernen und durchspielen. Die Funktionen der beiden anderen Gebäude erklären sich schon vom Namen. Jedes der Gebäude erhält Sozialräume und natürlich Sanitäranlagen. Das ETZ Eppingen wird nach seiner Fertigstellung weder über eine Kantine noch über Übernachtungsmöglichkeiten verfügen. Daher erhoffen sich die Eppinger Gastronomen vom ETZ belebende Wirkung.

Haben den Hut auf: Max Schmittel von der Baufirma Goldbeck und Beate Kramer von der Bundesanstalt für Immobilien.
Haben den Hut auf: Max Schmittel von der Baufirma Goldbeck und Beate Kramer von der Bundesanstalt für Immobilien.  Foto: Jörg Kühl

Doch einstweilen kreisen über der Baustelle noch die Kräne. Am ETR wird gerade die Holzfassade befestigt. Die Paneele sind vorgedunkelt, damit das Gebäudeensemble gleich einheitlich erscheint. Ab Montag werden das Obergeschoss der Raumschießanlage montiert und Zwischendecke eingehoben. „Wir liegen im Zeitplan“, versichert Beate Kramer. Es ist ja auch noch ein wenig Luft: Mit der Fertigstellung sei im dritten Quartal 2027 zu rechnen, so die Projektverantwortliche.    

Das ist das kniffligste an Eppingens Baustelle für die Zolldirektion

Das Schwierigste am Eppinger Bauplatz ist dessen zweifach geneigte Hanglage. Deshalb mussten Bauarbeiten mit Radladern auf der Hangseite die sieben Meter hohe Böschung abtragen und das Material an der unteren Hangseite aufschütten, wie Goldbeck-Projektleiter Max Schmittel vor Ort erläutert. Zuvor hatte die Baufirma Goldbeck mächtige Stahlbeton-Stützen installiert, die den Hang stabilisieren sollen. Offiziell gestartet waren die Bauarbeiten nach dem Spatenstich im Juli 2025. Davor waren aber schon vorbereitende Arbeiten auf dem ehemaligen Acker vorgenommen worden. 

Nachhaltige Bauweise: Die Gebäudeteile bestehen überwiegend aus Stahlbeton und Holz.
Nachhaltige Bauweise: Die Gebäudeteile bestehen überwiegend aus Stahlbeton und Holz.  Foto: Jörg Kühl

Die Stadt Eppingen war nach Bekanntwerden der Pläne der Bundeszollverwaltung, elf Trainingszentren im Bundesgebiet zu bauen, im April 2020 an das Zollhauptamt Heilbronn herangetreten und hatte die Fläche dem Bund angeboten. Ein Jahr später hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das Grundstück erworben. 2022 stattete die Stadt den Verbindungsweg zwischen dem Gewerbegebiet und der Scheuerlesstraße mit solarbetriebenen Straßenlaternen aus. Im Sommer 2023 erfolgten im Eppinger Gewerbegebiet Tiefental die ersten Bauarbeiten zur Erschließung des Geländes. 

Wo viele Menschen werden im Eppinger Trainingszentrum für den Zoll arbeiten

Wie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mitteilt, werden in jedem ETZ bis zu 200 Personen täglich im Zweischichtbetrieb trainieren. Vorgesehen sind 55 feste Arbeitsplätze. Dazu zählen Trainingspersonal und Verwaltung. Weitere Dienstleister werden den Betrieb der Anlagen sichern. Die Einsatztrainings und Weiterbildungen seien in der Regel eintägig.

Das Bauunternehmen Goldbeck baut im gesamten Bundesgebiet elf Standorte mit nahezu identischer Ausstattung. In Eppingen erfolgte der Spatenstich stellvertretend für alle elf Standorte.
Fotos: Jörg Kühl
Das Bauunternehmen Goldbeck baut im gesamten Bundesgebiet elf Standorte mit nahezu identischer Ausstattung. In Eppingen erfolgte der Spatenstich stellvertretend für alle elf Standorte. Fotos: Jörg Kühl  Foto: Jörg Kühl

Die Bielefelder Firma Goldbeck, die 2024 den Zuschlag für den Bau der elf Anlagen bekam, kündigt hohe Standards in Sachen Nachhaltigkeit an. So werde die gesamte Dachfläche mit Photovoltaikanlagen bedeckt. Teile der Fassade werden begrünt. Goldbeck kündigt an, auf dem Gelände in Eppingen mehr Energie zu erzeugen, als zu verbrauchen. Außer in Eppingen entstehen Standorte in Garching, Kümmersbruck, Beckum, Heiligenhaus, Walsrode, Griesheim, Stahnsdorf, Chemnitz, Emmendingen und Neumünster.

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