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Siegelsbach/Bad Rappenau

Weichenstellung für die digitale Zukunft in Bad Rappenau und Siegelsbach

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Auch in Bad Rappenau und Siegelsbach läuft die Vorvermarktung der Deutschen Giganetz noch bis zum 20. Februar. Die erforderliche Quote von 35 Prozent haben beide Gemeinden bisher noch nicht erreicht.

Am Bahnhof in Bad Rappenau steht ein Container der Deutschen Giganetz. Dort können sich die Bürger informieren und Verträge abschließen.
Foto: Elfi Hofmann
Am Bahnhof in Bad Rappenau steht ein Container der Deutschen Giganetz. Dort können sich die Bürger informieren und Verträge abschließen. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Noch knapp fünf Wochen, dann endet die Vermarktungskampagne zum Glasfaserausbau auch in Siegelsbach und Bad Rappenau. 35 Prozent der Haushalte in beiden Gemeinden müssen bis zum Stichtag am 20. Februar mit der Deutschen Giganetz einen Vorvertrag abgeschlossen haben. Dann verlegt das Unternehmen flächendeckend moderne Leitungen. Kosten kommen dabei weder auf Gemeinde noch Bürger zu, nur für die in Zukunft bezogenen Daten werden Gebühren erhoben.

Der Einzelne muss aktiv werden

Doch in beiden Kommunen ist man von der magischen Grenze noch entfernt, knapp über 20 Prozent sind es bisher. "Ich hätte mehr erwartet, aber dass wir das Ziel noch nicht erreicht haben um diese Zeit, davon bin ich ausgegangen", sagt Michael Jung. Der Bad Rappenauer Stadtrat ist als Inhaber eines EDV-Geschäfts Experte auf dem Gebiet. "Viele sind trotz des Plakatwalds noch nicht informiert und wissen gar nicht, dass sie selbst aktiv werden müssen", erklärt er. Deshalb spreche er seine Kunden und Nachbarn direkt an und versuche sie von der Notwendigkeit des schnellen Internets zu überzeugen.

Denn die weit verbreiteten Kupferkabel stoßen bei der Datenübertragung langsam an ihre Grenzen. Mehr Homeoffice, mehr Möglichkeiten, Fußballspiele oder Serien zu streamen: "Die Qualität schwankt je nach Tageszeit", sagt Jung. Doch viele Menschen seien der Meinung, das Bekannte würde ausreichen.

 


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Siegelsbach sieht sich auf einem guten Weg

In Siegelsbach ist man hingegen guter Dinge, die Quote bis Mitte Februar zu erreichen. "Die Vermarktung trifft auf großes Interesse", sagt Kämmerer Thorsten Densborn. Trotzdem gelte auch in der 1679 Einwohner zählenden Gemeinde: "Die Bevölkerung muss weiter mobilisiert werden." Neben einer Infoveranstaltung Ende des vergangenen Jahres, einem Bürgerbrief, Anzeigen und Plakaten gehen die Berater von Giganetz von Tür zu Tür, um aufzuklären.

Wie in allen teilnehmenden Gemeinden gibt es auch in Siegelsbach die Möglichkeit, Termine für persönliche Gespräche zu vereinbaren. Vor dem Bürgerzentrum wurde ein Pavillon aufgebaut. Dort besteht ebenfalls die Chance, sich zu informieren.

Kommunale Gebäude sollen angeschlossen werden

"Wir wollen für alle kommunalen Gebäude einen Vertrag abschließen", ergänzt Densborn. Neben der Sporthalle und der Grundschule sollen so auch der Wasserturm und die Flüchtlingsunterkunft die Möglichkeit für schnelles Internet bekommen. Je nachdem, wie die jeweilige Nutzung in Zukunft aussieht, seien die Gebäude dann ausgerüstet.

Dass die beiden Gemeinden nichts für den Ausbau zahlen müssen, sieht Michael Jung als großen Vorteil. "Es wäre wirtschaftlich undenkbar, das selbst zu stemmen", ist er sicher. Für Gemeinderat und Verwaltung sei es sehr wichtig, die erforderliche Quote zu erreichen. Denn schnelles Internet bedeutet eben auch die Ansiedlung von Unternehmen. "Wenn das Netz nicht vorhanden ist, dann kommen die erst gar nicht her", so Jung, der sich mehr Aufklärung wünscht.

 


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Besonders der Stichtag sei kaum thematisiert worden. Auch wie in Mehrparteienhäusern damit umzugehen sei, sei vielen nicht bewusst. "Die Mieter schließen einen Vorvertrag ab, dann läuft das Prozedere an", erklärt er. Die Initiative müsse aber eben von den Personen kommen, die in der Wohnung leben.

Hat Helmut Kohl Glasfaser verhindert?

1981 hatte das Kabinett Schmidt im Bundestag beschlossen, ein Glasfasernetz zu bauen. Doch Helmut Schmidt wurde durch ein Misstrauensvotum abgewählt. Sein Nachfolger Helmut Kohl und dessen Postminister Christian Schwarz-Schilling verfolgten das Vorhaben erstmal nicht weiter. Zwar gab es Pläne, bis 2015 eine Komplettversorgung durch Glasfaser zu garantieren. Schaut man heute auf die Up- und Downloadgeschwindigkeit sieht man: Daraus wurde nichts.

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