Unterführung für Grasfrösche

  
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Bad Rappenau und Siegelsbach zahlen für eine Schutz-Maßnahme im Neckar-Odenwald-Kreis.

Von Simon Gajer
Unten durch statt oben drüber: Zwischen Siegelsbach und Haßmersheim-Neckarmühlbach nehmen Grasfrösche und Springfrösche seit diesem Frühjahr den Tunnel.  ??????
 Foto: Simon Gajer ??
Unten durch statt oben drüber: Zwischen Siegelsbach und Haßmersheim-Neckarmühlbach nehmen Grasfrösche und Springfrösche seit diesem Frühjahr den Tunnel. ?????? Foto: Simon Gajer ??  Foto: Gajer, Simon

Hunderte Grasfrösche und Springfrösche kreuzen die viel befahrene Straße zwischen Siegelsbach und dem Haßmersheimer Teilort Neckarmühlbach seit dieser Laichzeit problemlos: Sie nehmen einen der neuen 13 Tunnels. Vorbei sind die Zeiten, in denen Helfer bis zu 2000 Amphibien von Hand hinübertragen mussten.

Die erste Bilanz fällt positiv aus. Ein Experte des Neckar-Odenwald-Kreises schaute sich die Situation vor Ort an, sagt Kreissprecher Jan Egenberger. "Er fand keine überfahrenen Tiere." Das wird als positives Zeichen gewertet. "Er denkt, dass alles passt." Anders sehen das Siegelsbacher Gemeinderäte: Der Landkreis habe die Sprungkraft der Tiere unterschätzt, so die Einschätzung im Gemeinderat. An einer Stelle seien viele Frösche überfahren worden.

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Nach Angaben der Landratsamts lebt die größte Springfroschpopulation des Neckar-Odenwald-Kreises zwischen Haßmersheim und Siegelsbach. Aus mehreren Gründen hatte der Kreis beschlossen, die Tunnel im vergangenen Jahr zu bauen. Unter anderem sei es zuletzt immer schwieriger geworden, Ehrenamtliche für die Arbeit entlang der Zäune zu finden. Manchmal musste während der Amphibienwanderung sogar die wichtige Straße nachts gesperrt werden.

Zumindest aus Sicht des Kreises hat sich der Bau finanziell gelohnt. Landrat Dr. Achim Brötel sprach einmal von einer "Krötenwanderung der ganz eigenen Art": Der Kreis zahlte nichts, sondern sammelte ein. Die Baukosten in Höhe von 530 000 Euro tragen das Land sowie die Kommunen Siegelsbach und Bad Rappenau. Weil durch einen Radweg sowie Baumaßnahmen Flächen versiegelt wurden, mussten die drei Akteure der Natur einen Ausgleich schaffen. Sie beschlossen, sich finanziell am Bau der Tunnel zu beteiligen.

 

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