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Sinsheim plant SNH-Kennzeichen-Comeback – Zustimmung und Skepsis in der Region

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Sinsheim befördert die Idee, das alte Nummerschild SNH wieder einzuführen. Davon wären auch Kommunen betroffen, die heute im Landkreis Heilbronn liegen. Das Thema bewegt viele Menschen und entsprechend vielfältig sind die Meinungen dazu.


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Die Stadt Sinsheim begrüßt Bestrebungen, das historische Nummernschild „SNH“, das bis zur Auflösung des Kreises Sinsheim die Autokennzeichen zierte, wieder einzuführen. Weil mehrere ehemalige Sinsheimer Altkreis-Kommunen heute den Landkreisen Heilbronn und Karlsruhe angehören, haben beide Landratsämter bei einer möglichen Wiedereinführung ein Wörtchen mitzureden. Das Stimmungsbild zum SNH-Comeback ist entsprechend bunt.

SNH-Kennzeichen? Landratsamt Heilbronn äußert sich noch zurückhaltend

Sinsheims Oberbürgermeister Marco Siesing begrüßt die Idee ausdrücklich. Gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) äußerte der Kommunalpolitiker, für viele Sinsheimer würde mit der Wiedereinführung des alten Schildes ein Traum in Erfüllung gehen. Er setze darauf, dass die beteiligten Behörden die Idee „im üblichen Zeitrahmen“ umsetzen. 

Das Landratsamt Heilbronn äußerte sich gegenüber der RNZ noch zurückhaltend. Man wolle den Nutzen einer möglichen Wiedereinführung des nostalgischen Kennzeichens mit dem dafür erforderlichen Verwaltungsaufwand gegenüberstellen und abwägen.

Warum sich Eppingen zum Regio-Kennzeichen aufgeschlossen zeigt

In den ehemaligen Sinsheimer Altkreis-Kommunen des heutigen Landkreises Heilbronn wird die Idee des SNH-Comebacks unterschiedlich aufgenommen. Eppingen zeigt sich generell aufgeschlossen, was die Wiedereinführung lokaler Kfz-Kennzeichen angeht. Die Kennzeichenliberalisierung könne Mittelzentren hervorheben und identitätsstiftend und aufmerksamkeitsschaffend für die jeweilige Stadt sein, kommentiert die Pressestelle im Eppinger Rathaus.

Eine Frage der Ortsverbundenheit: Immer mehr Kommunen wollen ihre alten Nummernschilder zurückhaben oder neue mit lokalem Bezug einführen.
Eine Frage der Ortsverbundenheit: Immer mehr Kommunen wollen ihre alten Nummernschilder zurückhaben oder neue mit lokalem Bezug einführen.  Foto: dpa

Jedoch geht es in Eppingen nicht nur um die Wiedereinführung des Sinsheimer Kennzeichens. Der Gemeinderat hat im Dezember 2025 mehrheitlich beschlossen, ein eigenes Kennzeichen, nämlich „EPP“, zu beantragen. Die Bürger der Gesamtstadt sollen das neue Kennzeichen wählen können, aber auch weiterhin die bestehende Kennung „HN“ nutzen dürfen.

Was sich ein Heilbronner Professor von der Idee verspricht

Die Idee, Autokennzeichen zu regionalisieren und so für mehr Identitätsstiftung und Außenwirkung zu sorgen, hat der Heilbronner Professor Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn vor etwa zehn Jahren erstmals vorgetragen. In Eppingen hatte die Fraktion der Freien Wähler unter Vorsitz von Stadtrat Jörg Haueisen den Vorstoß aufgegriffen. Jetzt liege die Entscheidung beim Bundesrat und beim Bundesverkehrsministerium, so Haueisen.

Dass das Sinsheimer Zeichen „SNH“ dem Eppinger Vorhaben jetzt zwischen die Beine grätscht, glaubt der Fraktionschef nicht: „Ich sehe es eher als ein weiteres, zusätzliches, Angebot an. Das EPP würde ich persönlich aber bevorzugen.“ Für Eppingen wäre das Regio-Kennzeichen ein Gewinn. „Wenn es nicht klappt, bricht uns auch kein Zacken aus der Krone.“ 

Was Kirchardts Bürgermeister Gerd Kreiter vom SNH-Nummernschild hält

In Bad Rappenau ist man angesichts der Diskussion über die Wiedereinführung des Sinsheimer Kürzels noch gelassen. Laut OB Sebastian Frei hat es bisher dazu keine Bürgeranfragen und Wünsche gegeben: „Wir warten also ab, wie sich das Ganze weiter entwickelt. Vermutlich wird es dann den einen oder anderen Interessenten geben, der zum historischen SNH-Kennzeichen zurückkehrt“, glaubt der OB.

Für Kirchardts Bürgermeister Gerd Kreiter steht das Comeback des Schildes nicht auf der Prioritätenliste, im Gegenteil. Er könne auch nicht beurteilen, wie die Gemeinde dazu steht, weil sich Kirchardt mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt habe. „Ich kann Ihnen aber sagen, wie ich persönlich dazu stehe: Ich habe wenig Verständnis dafür, dass Behörden für dieses Thema Energie verwenden sollen. Alles spricht von Entbürokratisierung, und dann wird dieses Thema so hochgespielt. Haben wir nicht andere Sorgen?“

Das sind die Pole, die abzuwägen sind

Gemmingen und Stebbach gehören zum Kreis der Gemeinden, die bis zur Kreisreform zum Landkreis Sinsheim gehörten. Aus diesem Grund sei eine große gewachsene Sympathie und Verbundenheit zu dem Raum vorhanden, meint Bürgermeister Timo Wolf. Das Wiederaufleben der alten Kennzeichen sei aus seiner Sicht allerdings nur etwas für Nostalgiker ohne jeglichen Mehrwert für die Allgemeinheit angesichts der heutigen Herausforderungen: „Wenn ich sehe, welchen Verwaltungsaufwand und damit verbunden, welche Kosten für den Steuerzahler dadurch entstehen, kann ich nur sagen: Das sollte sofort gestoppt werden.“

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