Heilbronner Hochschul-Professor erwartet weitere Auto-Kennzeichen für Städte
Winnenden in Baden-Württemberg, Herzogenaurach in Bayern: Viele Städte fordern derzeit wieder eigene Auto-Kennzeichen. Die Idee dazu stammt aus der Hochschule Heilbronn.
Dutzende Bürgermeister aus mehreren Bundesländern haben bei der Landespolitik um Unterstützung für eigene Autokennzeichen geworben. Das geht aus gemeinsamen Briefen an die jeweils zuständigen Ministerien in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.
Unterzeichnet sind sie insgesamt von mehr als 70 Rathauschefs. Zu den Unterzeichnern zählen etwa Städte wie Winnenden (Baden-Württemberg), Herzogenaurach (Bayern), Rheine (Nordrhein-Westfalen) oder Bad Vilbel (Hessen).
Dass Kommunen überhaupt daran glauben, eigene Kennzeichen zu erhalten, geht auf eine Initiative von Ralf Bochert zurück. Der Professor der Hochschule Heilbronn befasst sich schon seit über einem Jahrzehnt mit dem Thema.
EPP für Eppingen, NC für Neckarsulm: Hochschul-Professor sieht viel Potenzial
Viele Abkürzungen sind seither wieder möglich, unter anderem erinnert ÖHR an den Altkreis Öhringen, der nun zum Hohenlohekreis gehört. Bis vor wenigen Jahren war dort bei neuen Fahrzeugen nur KÜN erlaubt.
Ralf Bochert sieht Potenzial. Erst vor wenigen Monaten hat er sich beispielsweise dafür starkgemacht, Epp für Eppingen zuzulassen und NC für Neckarsulm.
Neue Kennzeichen: Heilbronner Professor erwartet, dass weitere Abkürzungen auf Fahrzeuge kommen
Kommunen nehmen regelmäßig den Anlauf, eigene Kennzeichen zu bekommen. Die Politik wirkt für Außenstehende dabei stets zurückhaltend.
Ralf Bochert teilt diese Einschätzung nicht. Weitere Kennzeichen würden kommen, ist er überzeugt. „Vieles spricht dafür.“ Eine kleinräumige Kennung sei beliebt, das zeigten unter anderem Beispiele aus Öhringen oder Backnang.
Landkreise können mit neuen Abkürzungen eine eigene Identität erhalten
Potenzial sieht er auch für Landkreise, die es in Baden-Württemberg versäumt hätten, eine eigene Identität auf das Kennzeichen zu bekommen. Ein Beispiel dafür sei die Diskussion im Enz-Kreis, wo man nicht mehr PF auf den Kennzeichen haben möchte. Man wolle keine Werbung für Pforzheim machen.

Ralf Bochert sieht das genauso. Das begründet er auch mit einem Blick in die Region Heilbronn und dem Kennzeichen HN in der Stadt Heilbronn sowie im Landkreis: „Es macht keinen Sinn, dass Eppingen für Heilbronn wirbt.“
Eigene Kennzeichen für Städte ab 20.000 Einwohnern: Stadtmarketing ist kostenlos
Potenzial sieht Ralf Bochert darin für Städte ab einer Größenordnung von 20.000 Einwohnern. Stadtmarketing würden diese eh machen. Eigene Kennzeichen wären da sogar für die Städte kostenlos. „Das ist der Charme“, sagt er.
Die Größenordnung hätte den Vorteil, dass man beispielsweise für eine Gebietsreform werben könne. Dass sich Kommunen zusammenschließen, darüber werde zwar nicht in Baden-Württemberg gesprochen, dafür aber in anderen Bundesländern. Dann könnte man ihnen nach der Fusion sogar ein eigenes Kennzeichen geben, sagt Ralf Bochert.
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