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Bad Rappenau/Eppingen
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Häffner Bräu und Palmbräu präsentieren zum "Tag des deutschen Bieres" neue Sorten

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In Bad Rappenau wird dem Maskottchen Rappoldi mit einem eigenen Bier ein Denkmal gesetzt. Der Gerstensaft besteht zu 20 Prozent aus Hafermalz. In Eppingen präsentiert Palmbräu mit dem "Zwickel hell" die zehnte durchgehende Biersorte.

Als vor 505 Jahren das Reinheitsgebot für Bier verkündet wurde, ahnte wohl keiner der Beteiligten, dass über fünf Jahrhunderte später in einer kleinen Stadt im Kraichgau das erste industriell vermarktete Haferweizen vorgestellt werden würde.


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Ist es bald vorbei mit der Bier- und Brauereienvielfalt in Deutschland?


Jeweils 20 Prozent Weizen- und Hafermalz sowie Gerstenmalz hat Brauer Thomas Wachno von Häffner Bräu zusammengefügt. Herausgekommen ist das "Triple Hop Craft Beer" Rappoldi, bei dem wohl auch das Maskottchen der Kurstadt mit der Zunge schnalzen würde, wenn es nicht gerade in der Badewanne entspannt.

Alte Idee wieder aufgegriffen

"Die Idee hatte ich schon vor drei Jahren", erzählt Wachno. Konkret wurden die Pläne nach einem Urlaub im bayrischen Ort Zwiesel, der auch für sein Dampfbier bekannt ist. "Was die können, können wir schon lange", dachte sich der Brauer.

Das Bad Rappenauer Maskottchen Rappoldi hat jetzt auch ein nach ihm benanntes Bier. Die Idee dazu hatte Brauer Thomas Wachno bereits vor drei Jahren. Brauereibesitzerin Susanne Häffner (links) und BTB-Mitarbeiterin Sabine Eggensperger sind überzeugt von der Qualität des Gerstensafts. Foto: Elfi Hofmann
Das Bad Rappenauer Maskottchen Rappoldi hat jetzt auch ein nach ihm benanntes Bier. Die Idee dazu hatte Brauer Thomas Wachno bereits vor drei Jahren. Brauereibesitzerin Susanne Häffner (links) und BTB-Mitarbeiterin Sabine Eggensperger sind überzeugt von der Qualität des Gerstensafts. Foto: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Nach zwei Probesuden sei ihm schnell klar geworden, dass die Mischung passen könnte. Als dann auch noch der Schlosser von Häffner Bräu - seines Zeichens ein ausgewiesener Weizenbiertrinker - seine Zustimmung gab, ging der Trank mit Zustimmung der Bad Rappenauer Touristikbetrieb GmbH (BTB) in Produktion. "Das Bier ist einfach einmalig, also waren wir sofort dabei", sagt BTB-Marketingleiterin Sabine Eggensperger.

Vier bis sechs Wochen dauere der Prozess vom Brauen bis zur Reife, erklärt Wachno. Den Hafer schmecke man natürlich ein wenig raus. "Ich habe allerdings darauf geachtet, dass dieses Bier im Gegensatz zum klassischen Weizenbier weniger Kohlensäure hat, also auch weniger bläht", erklärt er. Trotzdem hat der Gerstensaft 4,9 Prozent Alkohol und ist natürlich hopfengestopft. Wachno trägt nicht umsonst den Spitznamen "Hopfenstopfer".

100 Kisten Rappoldi stehen bereit

Bisher wurden 2800 Liter des Biers abgefüllt, was exakt 100 Kisten entspricht. "Wir hatten dann einfach keinen Platz mehr im Lager", erzählt der Brauer. Gekauft werden können die Kästen direkt bei Häffner Bräu oder über die Website. Vor Ort können dann auch die Gutscheine "Rappenauer 12er" eingelöst werden; die Brauerei nimmt ebenfalls an der von der Stadt organisierten Aktion teil.

Blick in die Eppinger Traditionsbrauerei: Hier entsteht das neue "Zwickel hell". An diesem Tag des Bieres wird es das erste Mal abgefüllt. Ab Montag ist es im Handel. Das neue Produkt ist ungefiltert. Foto: Franz Theuer
Blick in die Eppinger Traditionsbrauerei: Hier entsteht das neue "Zwickel hell". An diesem Tag des Bieres wird es das erste Mal abgefüllt. Ab Montag ist es im Handel. Das neue Produkt ist ungefiltert. Foto: Franz Theuer  Foto: Theuer, Franz

Die Eppinger Brauerei Palmbräu präsentiert am "Tag des deutschen Bieres" das neue "Zwickel hell". Wie Betriebsleiter Oliver Kohler mitteilt, handelt es sich um die zehnte durchgehend angebotene Biersorte der Eppinger und um das zweite naturtrübe Bier im Palmbräu-Sortiment.

"Das ist das Ergebnis einer Brainstorming-Aktion", so Kohler. Außer dem hellen Zwickel ist die Sorte "Das Original" ungefiltert. Eine Premiere ist auch die Verpackung: Erstmals kommt nämlich die "Euroflasche 0,3" zum Einsatz. Dieser Flaschentyp wird sonst im bayerisch-fränkischen Raum und für Craft-Biere verwendet.

Direkt aus dem Lager

An diesem Freitag wird das "Zwickel hell" erstmals abgefüllt, ab Montag ist es im Handel. Woher der Name des neuen Bieres kommt, erklärt Palmbräu so: Der Braumeister, der das Bier während der Lagerung sorgfältig bewacht, führt hin und wieder eine Verkostung durch. Dazu dient der "Zwickel" - ein kleiner Hahn, mit dem eine Probe entnommen werden kann. "Und so möchten wir es unseren Kunden präsentieren: Direkt aus dem Lager - unfiltriert, frisch, vollmundig, süffig und fein", sagt Oliver Kohler.

 

Traditionell steht der 23. April in jedem Jahr ganz im Zeichen des Bieres, zumindest in Deutschland. Denn am 23. April 1516 wurde durch den bayerischen Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt das Reinheitsgebot für Bier verkündet. Er wollte damit das manchmal wüste Treiben beim Bierbrauen beenden. Zugegeben wurde zum Beispiel Ruß, um Bier dunkel zu machen. Seit über fünf Jahrhunderten gehört ins Bier eigentlich nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Beim Craft Bier können allerdings auch weitere Zutaten wie Holunderblüten, Kaffee, Gewürze, Citrus- oder Fruchtschalen beigemischt werden, um neue Geschmacksrichtungen zu erreichen.

 
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