Eppinger Nordstadt wird besser vor Flut geschützt
Ein Unwetter ist im Juni 2016 über Eppingen niedergegangen, verheerende Schäden gab es unter anderem in der Nordstadt um die Bräunlingstraße. Jetzt wird im Gelände oberhalb ein Wall aufgeschüttet.
Schäden in Millionenhöhe, riesige Müllberge. 180 Häuser wurden durch Wasser oder Schlamm beschädigt, rund 800 Eppinger waren unmittelbar betroffen.
Was sich in der Nacht zum 25. Juni 2016 in der Stadt abspielte, wertete seinerzeit nicht nur Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke als "Katastrophe". Dass niemand ums Leben kam, war großes Glück. Ein 73-Jähriger konnte sich gerade noch retten, nachdem Schlamm und Wasser die Tür seiner Tiefparterrewohnung in der Talstraße eingedrückt hatten.
Stadt hat seither einiges getan
Die Stadt hat seither einen Notfallplan aufgestellt, das Gefälle eines Weges oberhalb des Gebiets Bräunling umbauen lassen und investiert jetzt weiter. "Das ist ein ganzes Maßnahmenbündel", unterstrich OB Klaus Holaschke im Gemeinderat.
Für rund 142.000 Euro wird das Gelände am Rande der Bebauung so modelliert, dass es mehr Wasser zurückhält, wenn es mal wieder so heftig regnet wie 2016. Das dürfte Fachleuten zufolge nicht lange auf sich warten lassen. Ein vergleichbares Unwetter ereignet sich statistisch gesehen häufiger als alle zehn Jahre. Nun rücken die Bagger an, tragen Gelände ab, häufen einen Wall an und stabilisieren alles mit einer speziellen Mineralienmischung.
Kritik an "Turbo-Landwirtschaft"
"Das ist sicher eine große Erleichterung, dass etwas passiert", sagte SPD-Stadtrat Michael Mairhofer mit Blick auf die Anwohner. Markus Rupp von der CDU wies darauf hin, dass es keine absolute Sicherheit geben könne: "Das ist nur ein Puffer." Peter Wieser von den Grünen sieht neben den immer häufigeren Wetter-Extremen auch in der "Turbo-Landwirtschaft" einen Grund für die hohen Flutschäden. Oberhalb der Nordstadt bewirtschafteten Bauern "Riesenschläge", für die Landschaft sei das "eine Zumutung". Bei Unwettern wie dem vom Juni 2016 würden so nicht ur immense Schäden angerichtet, es gingen auch wertvolle Ackerböden verloren. Kritik an der Landwirtschaft war schon unmittelbar nach der Flut 2016 laut geworden.
Damals hieß es, dass vor allem großflächig angebaute Gemüsesaaten dem Wasser nichts hätten entgegensetzen können, so rauschte schnell eine Schlammlawine über die Felder. Man habe mit dem Landwirt "auf vertrauensvoller Basis" Gespräche geführt, lässt Bürgermeister Peter Thalmann auf Nachfrage mitteilen. Die Fläche der Sonderkulturen in diesem Bereich sei "deutlich reduziert" worden. Außerdem habe der Bewirtschafter weitere Vorkehrungen getroffen, um den Boden vor Erosion zu schützen.
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