Eppinger Gartenschau kratzt an 400.000er-Marke
Die Gartenschau in Eppingen geht an diesem Wochenende zu Ende. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. Knapp 400.000 Besuche haben die Einlass-Scanner registriert. Wann das Gelände für die Bevölkerung wieder geöffnet wird.

Nur noch drei Tage, dann ist Eppingens Gartenschau Geschichte. Bis die Zäune fallen, dauert es aber noch vier Wochen. 381.000 Besuche wurden bis Donnerstagmorgen registriert, als die Macher der 132-tägigen Großveranstaltung - das sind die Stadt Eppingen und das Land Baden-Württemberg - im Schwanensaal eine erste Bilanz zogen. Und die fiel positiv aus. Freilich, die 400.000er-Marke hätte man in Eppingen schon gerne gerissen, doch das herbstliche Wetter habe den Endspurt etwas abgebremst, bemerkte Oberbürgermeister Klaus Holaschke ganz ohne Bedauern. Denn insgesamt habe die Gartenschau Eppingen gutgetan. Der OB spricht von "unserem Sommermärchen".
Die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz, würdigte das Projekt als Beispiel einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Eppingen habe sich zudem zum Werbeträger für den Kraichgau etabliert. "Sie konnten sich als badische Toskana präsentieren." Die eingesetzten öffentlichen Mittel seien gut angelegt, so die Staatssekretärin, die das Land als Fördermittelgeber repräsentierte. "Wir freuen uns, dass mit den mehr als 21 Millionen Euro, die insgesamt investiert wurden, so viel angeschoben wurde."
Was die Gartenschau bisher gekostet hat
Das Land hatte sich an der "kleinen" Gartenschau mit einer Basisförderung von zwei Millionen Euro beteiligt. Die gleiche Summe hatte Eppingen dazuzugeben. Förderungen gab es dann auch noch für den Umbau des Schwanengebäudes zum Bürgerzentrum, für den Bau von Brücken und der Altstadtpromenade sowie für die Renaturierung der Elsenz. Wie Bürgermeister Peter Thalmann vorrechnete, wurden in die Daueranlagen, die nach der Gartenschau bestehen bleiben, 14,5 Millionen Euro investiert. Die Durchführung der Veranstaltung wird mit 7,6 Millionen Euro kalkuliert.
Wie der OB das Grünprojekt beurteilt
Die wirtschaftliche Gesamtwürdigung könne noch nicht erfolgen, weil noch nicht alle Rechnungen und Zuschussbescheide vorlägen. "Wir liegen im Plan", versicherte aber Betriebsleiter Thalmann. Er bestätigte, die Gartenschau sei ein Zuschussgeschäft, womit man von von Anfang an gerechnet habe. Holaschke erinnerte an die Anfänge: Die erste Bewerbung 2002, die zweite 2009, die zum Erfolg führte. "Dieser Zuschlag war der Katalysator der grünen Stadtentwicklung", so der OB. Eine für alle Bürger zugängliche Parkanlage und vor allem das Wasser als erlebbares Element hätten den Eppingern lange gefehlt.
Was die Sponsoren zum Erfolg beigetragen haben
Gerhard Hugenschmidt, Vorsitzender der landeseigenen Gartenschau-Projektgesellschaft bw-grün, zollte den Gartenschau-Machern Respekt: "Darauf können Sie stolz sein." Eppingen sei aufgeblüht, dem Dürresommer zum Trotz. Die Gartenschau wurde von vielen Menschen mitgetragen. Neben den Mitarbeitern des Eigenbetriebs haben 380 Ehrenamtler mitgeholfen. Auch viele Firmen halfen mit Geld- und Sachspenden, insgesamt haben sie die Gartenschau mit 1,1 Millionen Euro unterstützt.
Bis das Gelände frei zugänglich ist, müssen sich die Eppinger noch eine Weile gedulden. Wie Thalmann mitteilt, werde der Altstadtring - wichtige Verbindung zwischen Altstadt und Bahnhof sowie einem großen Lebensmittelmarkt - noch vier Wochen gesperrt bleiben. In nicht ganz vier Wochen, genauer wollte sich der Betriebsleiter nicht festlegen, werde der Weg zwischen der Scheuerlesstraße und der Eisenbahnstraße samt Brücke über die Elsenz freigegeben.
Wie viele Gäste vorherige Schauen hatten
Derzeit laufen Gespräche mit Gastronomen, um den Biergarten am Schwanen und das Bistro am Weiherpark dauerhaft zu bewirten. Bei der letzten Gartenschau dieser Art 2019 im Remstal waren zwei Millionen Besucher gezählt worden. Mit Eppingen ist die Veranstaltung aber nicht vergleichbar, weil im Remstal 16 Kommunen beteiligt waren. Als beispielhaft für Eppingen galt das Konzept der Gartenschau in Mühlacker, die 2015 mehr als 570.000 Besucher zählte. Nächste Ausrichterstadt eines so genannten Grünprojekts, der kleinen Schwester der Landesgartenschauen, ist Balingen. Die Kraichgaustadt Bretten ist 2031 an der Reihe.
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