Eppingen kürzt Betreuungszeit in städtischem Kindergarten
Traumjob Erzieherin passé? Der Ganztagsbetrieb im städtischen Kinderhaus muss ab Juni vorläufig eingestellt werden, weil Personal fehlt. Immerhin: Eltern bekommen die Kürzung im Gebührenbescheid angerechnet.

Mit Beginn der Pfingstferien am 7. Juni kann das städtische Kinderhaus Elisabeth und Jakob Dörr mit Haus Hellberg für Kinder ab drei Jahren nur noch eine Betreuungszeit von 31 Wochenstunden anbieten. Das sind neun Wochenstunden weniger, als zuvor.
Wie die Eppinger Stadtverwaltung als Trägerin des Kindergartens mitteilt, werde der Ganztagsbetrieb in drei Gruppen eingestellt, weil die Stadt den vorgeschriebenen Personalschlüssel nicht mehr zur Verfügung stellen könne. Die Regelung soll bis zum 31. August gelten. Oberbürgermeister Klaus Holaschke: "Seit vielen Monaten investieren wir viel Zeit in Bewerbungsverfahren, trotzdem sind viel zu selten pädagogische Fachkräfte für den Ganztagsbetrieb zu motivieren."
Warum die Stadt um die Kürzung der Betreuungszeit nicht herum kommt
Wie es weiter heißt, müssen zusätzliche Krankheitsausfälle und Urlaubstage kompensiert und aufgefangen werden. "Eine prekäre Situation, die wir nicht mehr verantworten können und die uns zu dieser weitreichenden Maßnahme zwingt", so das Stadtoberhaupt weiter. Den Verantwortlichen sei bewusst, dass dies die Eltern vor große organisatorische Herausforderungen stellt.
Dennoch sei die Reduzierung der Betreuungszeiten über die Sommermonate unumgänglich. Hintergrund ist die Notwendigkeit, die Aufsichtspflicht gegenüber den Kindern zu wahren, die gesetzlichen Vorgaben nicht zu verletzten und die Fürsorgepflicht für die Beschäftigten nicht zu vernachlässigen. Der monatliche Elternbeitrag werde "selbstverständlich" reduziert und dem Beitrag der Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) gleichgestellt, heißt es aus dem Rathaus.
Von 50 auf 40 auf 31 Stunden runter
Eltern, die ein weiteres Kind in der Krippe haben und die Betreuungszeiten angleichen möchten, sei die Reduzierung auf VÖ-Zeiten und den VÖ-Krippenbeitrag möglich. Folgende Betreuungszeiten werden im Kinderhaus in den drei Ganztagsgruppen für Kinder über drei Jahren in den nächsten Monaten angeboten: Die Seelöwen werden von ab den Ferien von 8 bis 14 Uhr betreut, bisher reichte die Zeit von 8 bis 16 Uhr. Bei den Seeanemonen ändert sich die Betreuungszeit von 7.20 Uhr bis 15.15 Uhr auf 7.20 Uhr auf 13.30 Uhr. Die Mäusegruppe wird ab den Ferien von 8 bis 14.10 Uhr betreut, bisher reichte die Zeit bis 16 Uhr. Die immer angespanntere Situation beim Personal ist nach Ansicht von Sönke Brenner vom Geschäftsbereich Bildung, Kultur und Verwaltung im Eppinger Rathaus ein Phänomen, von dem viele Kommunen betroffen sind. "Eppingen steht damit nicht allein auf weiter Flur."
Als das Kinderhaus 2014 in Betrieb ging, konnte die Stadt Kindern und Eltern noch 50 Wochenstunden Betreuung anbieten. Aufgrund des Fachkräftemangels und besonders vieler Ausfälle während der Corona-Pandemie musste das Angebot im Vorjahr auf 40 Wochenstunden heruntergefahren werden.
Seit 1. April leitet Monique Wolf das städtische Kinderhaus Elisabeth und Jakob Dörr mit Haus Hellberg. Zuvor war Ute-Schäfer-Kern Leiterin. Im Haus werden 40 Kinder im Krippenalter betreut. 130 Kinder sind älter als 3 Jahre. Zum Personal zählen 32 Erzieherinnen, davon acht in Vollzeit.
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