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Hospizwoche: Begleitung von Menschen mit Demenz

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Bei der diesjährigen Hospizwoche finden alle vier Vorträge hintereinander statt. Die Veranstaltungsorte sind mit Eppingen, Bad Rappenau und Sinsheim dezentral. Zentrales Thema ist der Umgang mit Sterbenden, die dement sind.

Saskia Himmelsbach und Elke Müller (von links) gehen mit der Hospizwoche 2023 ein paar neue Wege. Los geht"s in Eppingen am 15. April.
Foto: Ulrike Plapp-Schirmer
Saskia Himmelsbach und Elke Müller (von links) gehen mit der Hospizwoche 2023 ein paar neue Wege. Los geht"s in Eppingen am 15. April. Foto: Ulrike Plapp-Schirmer  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Statt Vorträge über mehrere Wochen zu streuen, werden sie jetzt in einer Woche gebündelt. Statt eines Gottesdienstes zum Auftakt der diesjährigen Hospizwoche, gibt es jetzt eine Auftaktveranstaltung mit einer Ausstellung. Statt Bad Rappenau als dem einzigen Austragungsort, werden vier Informationsabende nun im gesamten Kirchenbezirk Kraichgau gestreut.

Saskia Himmelsbach und Elke Müller, Mitarbeiterinnen des kirchlich-ambulanten Hospizdienstes Kraichgau, gehen mit der diesjährigen Programmgestaltung neue Wege. "Wir haben so entschieden", sagt Himmelsbach, "um auch die Sinsheimer Ecke besser zu erreichen." Auch wolle man die Vorträge nicht mehr über mehrere Wochen hinziehen: Wer montags regelmäßige Termine wie Chorprobe oder Sportverein habe, verzichte vielleicht einmal, meint Müller: "aber keine vier Wochen hintereinander".


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Aromatherapie und Musik

"Am Ende des Lebens - Wenn Menschen mit Demenz sterben", heißt das Thema, das Saskia Himmelsbach und Elke Müller für die Hospizwoche 2023 gewählt haben. Dabei sei die Herangehensweise der Referentinnen eher praktischer Natur: Ursula Schober, Sandra Ebertus und Regina Kammerer beschäftigen sich an drei Abenden immer ab 19 Uhr mit der Frage, wie Menschen mit Demenz am besten zu erreichen sind. Auch im Sterben.

Vor allem die Ehrenamtlichen des Hospizdienstes Kraichgau würden immer wieder fragen, wie sie Sterbenden ihren letzten Weg erleichtern könnten, sagt die examinierte Krankenschwester Elke Müller. Zugleich würde diese Frage alle beschäftigen, die pflegen, sagt sie - sowohl zu Hause als auch in Einrichtungen. "Betreuungskräfte sind herausgefordert." Besonders, wenn der Mensch, für den sie sorgen, sich nicht konkret äußern kann.

Das Halten der Hand, ein angenehmer Duft, sanfte Musik: "Damit kann man fast jeden abholen", sagt Saskia Himmelsbach. Oft müsse man aber auch erspüren, was der Sterbende braucht, "welche Bedürfnisse er hat". Die Hospizwoche könne hier Informationen liefern.


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Die Fotografin Sofie Mathiassen hat ihre Großeltern eine zeitlang mit der Kamera begleitet. Der Opa hatte da bereits viel von seinen geistigen Fähigkeiten verloren: Mathiassens Bilder werden am 15. April gezeigt. Zwei Abende (17. und 19. April) widmen sich der Frage, wie die Begleitung Sterbender mit Demenz ganz konkret aussehen kann. Im katholischen Gemeindehaus in Eppingen geht es am 21. April dann allgemein um die gute Begleitung von Menschen mit Demenz.

Qualifizierungskurs für Ehrenamtliche

Mit 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besucht war der Qualifizierungskurs für Hospizhelfer, der zusammen mit dem Hospizdienst Leintal durchgeführt worden war und jüngst zu Ende ging. "Wir sind sehr zuversichtlich", sagt Saskia Himmelsbach, "dass sich davon einige entscheiden, ins Ehrenamt einzusteigen." 22 Personen sind im Hospizdienst Kraichgau derzeit aktiv. Im Sommer 2022 sei man an die Kapazitätsgrenze gestoßen: "Da gab es mit 27 Begleitungen sehr viele." Und der Bedarf steigt weiter.

Nicht alle Angehörigen trauen sich zu Hause zu pflegen oder einen Sterbeprozess zu begleiten. Auch hier kläre die Hospizwoche auf. Zusammen mit der VHS Eppingen bietet der Hospizdienst am 6. Mai außerdem einen Erste Hilfe-Kurs an, in dem "das kleine 1 x 1 der Sterbebegleitung vermittelt wird". Man wolle schauen, ob das angenommen werde, sagen Himmelsbach und Müller. Genauso wolle man schauen, wie die Hospizwoche ankommt. Fest steht, dass das Gespann zum Welt-Hospiztag am 14. Oktober eine weitere Veranstaltung anbieten wird, "um das Thema Demenz abzuschließen".

Das Programm in der Übersicht

Die Hospizwochen 2023 werden am Samstag, 15. April, in der Tagespflege mit Pfiff in Eppingen, Otto-Hahn-Straße 1, eröffnet. "Wie Demenz die Liebe fordert" ist eine Fotoausstellung von Sofie Mathiassen, die bei dieser Auftaktveranstaltung zu sehen sein wird. Die darauf folgende Woche steht dann ganz im Zeichen des Mottos "Am Ende des Lebens - Wenn Menschen mit Demenz sterben".

Im evangelischen Gemeindehaus in Bad Rappenau geht es am Montag, 17. April, mit Ursula Schober um "Die Kraft der Ätherischen Öle". Sandra Ebertus führt am Mittwoch, 19. April, im evangelischen Gemeindehaus in Sinsheim in das Thema "Basale Stimulation" ein. "Menschen mit Demenz gut begleiten", ist das Thema von Regina Kammerer zum Abschluss der Hospizwoche am Freitag, 21. April, im katholischen Gemeindehaus in Eppingen. Alle Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr. Ausführliche Informationen zum Nachlesen unter www.kirchlich-ambulanter-hospizdienst.de.

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