Stimme+
Eppingen
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

200.000 Besucher auf Eppinger Gartenschau - Ein Erfolg?

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Erste Bilanz nach der Halbzeit der Gartenschau in Eppingen: Es gibt definitiv zu viele Parkplätze.

Der große Parkplatz am Ortseingang Richen ist meist verwaist. Am ehesten belegt ist noch die stadtnähere Schotterfläche. Die Wiesenfläche gegenüber ist fast immer leer.
Der große Parkplatz am Ortseingang Richen ist meist verwaist. Am ehesten belegt ist noch die stadtnähere Schotterfläche. Die Wiesenfläche gegenüber ist fast immer leer.  Foto: Schwarzbürger, Susanne

Den 200.000sten Besucher begrüßte Eppingens OB Klaus Holaschke vergangenes Wochenende persönlich auf der Gartenschau. Die stolze Zahl kam zum Bergfest des 136-Tage-Events "Der Sommer, die Stadt und Du" wie gerufen. Doch wie kommt sie zustande? Zumal die eigens geschaffenen Parkflächen am nördlichen Ortsausgang selten auch nur annähernd belegt sind.

Die Zahl basiere auf den Eintritten insgesamt, gibt Pressesprecherin Vanessa Heitz zu. Aber ob Tages- oder Dauerkarte: "Jede Karte wird täglich nur einmal erfasst", erklärt sie. "Das Gerät erkennt, wer sich schon mal eingeloggt hat." Dauerkartenbesitzer, die die Gartenschau mehrmals pro Woche besuchen, zählen also jedes Mal genauso wie ein neuer Gast.

Von den 16.000 Dauerkartenbesitzern - die Zahl wächst immer noch - brauchen täglich nur etwas mehr als 3000 aufs Gelände kommen, um nach 68 Tagen auf 200.000 Besuche zu kommen. Vanessa Heitz hofft, dass nach dem Ende der Veranstaltung eine Statistik zeigen wird, wie viele einzelne Blumenliebhaber gekommen sind.

Eventliebhaber kommen auf ihre Kosten

Oder Eventliebhaber. Denn die bestbesuchten Tage waren die, an denen viel geboten wurde. 7200 Vincent-Gross-Fans stürmten etwa am Pfingstmontag das Gelände. Darunter sicher auch neugierige Dauerkartenbesitzer, die sich die Gelegenheit nicht entgehen ließen, den Schweizer Sänger live kennenzulernen. 6600 Personen verbreiteten sich am Sonntag des Blaulichtwochenendes im Mai über die Gartenschau, 6100 kamen am 16. Juli um am Nussbaum-Familientag "Meilensteine der Rockmusik" zu hören, 5700 waren es am 10. Juni, als "The Best of Queen" über die Sparkassen-Bühne ging, fast genauso viele besuchten am 22. Mai das Wochenende zur "Eppinger Vielfalt".



Sind 200.000 viel oder wenig?

Aber sind 200.000 Besuche nun viel oder wenig? Auf der vergleichbaren, aber acht Tage kürzeren Gartenschau in Mühlacker 2015 wurden am Ende 571 759 Besuche gezählt. Unwahrscheinlich, dass diese Zahl in Eppingen erreicht wird. Ebenso unwahrscheinlich, dass jetzt noch hunderte Dauerkarten abgesetzt werden - in der Stadt an der Enz waren es 16.935. Aber das war vor Corona. Die ungleich größere Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein verzeichnete hingegen bis Mitte Juli kaum mehr als 180.000 Besuche, darunter auch Eppinger, die dort mit ihrer Dauerkarte einen freien Tageseintritt genießen. Dauerkarten verkauften die Neuenburger nur 14.500.

Beide Veranstaltungen leiden unter den klimatischen Verhältnissen: "An Hitzerekordtagen ist weniger los", hat Vanessa Heitz festgestellt.

Öde Parkflächen unter sengender Sonne

Aber nicht nur dann liegen die 1274 eigens geschaffenen Parkplätze verödet unter der sengenden Sonne, fährt der Bushuttle im Viertelstundentakt weitgehend leer. Viele Gäste kommen per ÖPNV. "Das 9-Euro-Ticket kam uns ganz gelegen", sagt Heitz. Sogar aus dem Frankfurter Raum kämen Besucher damit. Schließlich gewährt die Stadtverwaltung ÖPNV-Anreisenden einen Euro Rabatt auf den Tageseintritt.

Zwar liegen angeblich "Auslastung und Einnahmen im Rahmen der Erwartungen", andererseits, vermeldet Heitz selbstkritisch: "Mit Blick auf die Halbzeit hätte man das Konzept der Parkierung überdenken können. Die Hälfte der unbefestigten Wiesenfläche hätte ausgereicht." Die Kosten für die Bereitstellung des Platzes sollen in der Schlussstatistik dargelegt werden.

Auto oder Bahn

Wer mit dem PKW zur Gartenschau fährt, findet oft noch einen kostenfreien Parkplatz jenseits der Schienen südlich vom Bahnhof. Auch das preiswerte Parkhaus hinterm Rathaus ist selten voll besetzt. Auf dem Gelände an der Rappenauer Straße/L1110 kostet das Parken 3 Euro pro Tag, Busshuttle inbegriffen. Vom Bahnhof hingegen sind es nur wenige Schritte zum Eingang Süd. Wer per ÖPNV anreist, erhält einen Euro Ermäßigung auf den Eintritt, auch auf Vorlage des 9-Euro-Tickets.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben