McDonald’s in Eppingen: Managerin nennt Details zu Jobs und Müllproblematik
Die Eppinger Stadträte stimmen dem Grundstücksverkauf an McDonald’s zu. Im Gemeinderart gab es dazu eine lebhafte Diskussion. So will die Fastfood-Kette künftig das Müllproblem in den Griff kriegen.
Das Umfeld der neuen McDonald’s-Filiale in Eppingen wird regelmäßig nach Müll abgesucht, bis zu 60 Arbeitsplätze entstehen, und zwei Schnellladesäulen für Autos werden installiert: Das sind nur einige der Details, die Vertreterinnen der Restaurant-Kette dem Eppinger Gemeinderat verraten haben. Das Gremium hat sich am Dienstag nach einer leidenschaftlichen Debatte mit großer Mehrheit für den Verkauf eines Grundstücks an den Systemgastronomen ausgesprochen. Von den 33 Stimmberechtigten votierten nur drei gegen das Projekt, zwei enthielten sich.
So will McDonald’s die neue Eppinger Filiale gestalten
Die Filiale kann nun im frisch erschlossenen Gewerbegebiet Weststadt IV, dicht an der B293, in Angriff genommen werden. Sonja Bernard von der Immobilienabteilung von McDonald’s erläuterte einige Details und ging auch auf Fragen aus dem Gremium, etwa zur Müllproblematik, ein.
Demnach plant der Konzern, eine Fläche von 2800 Quadratmetern zu erwerben. Darauf soll ein für die Fastfood-Kette typisches einstöckiges Gebäude entstehen, das nach neuesten Energieeffizienz-Regeln gebaut wird. Die Filiale werde mit 100 Prozent Ökostrom aus eigener Produktion betrieben, verspricht die Managerin. Im Außenbereich sind 35 Stellplätze sowie eine Drive-In-Spur geplant. Mit zwei Schnellladesäulen möchte der Konzern um Kunden mit E-Autos werben. Eine Entscheidung über den Franchisenehmer sei noch nicht gefallen.
Auf welche Strategie McDonald’s beim Umgang mit Verpackungsmüll setzt
Das Thema Müll spielte nicht nur in den Stimme-Umfragen der vergangenen Tage eine Rolle. Auch die Stadträte interessieren sich für diesen Aspekt der Systemgastronomie. OB Klaus Holasche bemerkte dazu: „Ansprechpartner kann am Ende des Tages nicht das Ordnungsamt oder die Stadtentsorgung sein.“

Wie die Firmenvertreterin versicherte, werde der Franchisenehmer dazu angehalten, das Außengelände mindestens einmal pro Tag abzusuchen. McDonald’s bleibe als Eigentümerin der Immobilie immer der letzte Ansprechpartner. Ohnehin setze die Firma auf nachhaltige Verpackungslösungen. „Bis 2025“ würden die Verpackungen zu 100 Prozent aus erneuerbaren, recycelten oder nachhaltig zertifizierten Materialien hergestellt.
McDonald’s als Arbeitgeber: So viele Jobs entstehen in Eppingens Weststadt
Auch als Arbeitgeber möchte sich der Burgerbräter zeitgemäß zeigen. So verwies die McDonald’s-Managerin auf die Vorzüge des Unternehmens. Von den 50 bis 60 Angestellten pro Filiale seien 40 Prozent Vollzeitbeschäftigte. Auch Menschen mit Migrationshintergrund bekämen dank Sprachunterstützung eine Perspektive im Unternehmen. „Das hat mit dem McDonald’s der Wallraff-Zeit nicht mehr viel zu tun“, bemerkte Stadträtin Tatjana Hilker (Miteinander für Eppingen) mit Blick auf die kritische Undercover-Reportage Günter Wallraffs in den 80er-Jahren.
In den Statements vor der Abstimmung zog Stefan Pretz von der CDU-Fraktion ein positives Fazit: Er sehe eine Ansiedlung der Burger-Kette als große Bereicherung. „Wir schaffen damit auch einen Treffpunkt für Jugend.“
McDonald’s-Ansiedlung: Diese Kritik wurde aus dem Eppinger Gemeinderat laut
Michael Mairhofer von der SPD: „Ich bin dagegen.“ Heimisches Gewerbe und Handwerk solle im neuen Gewerbegebiet Vorrang haben. Ganz ähnlich argumentierte Peter Wieser, Fraktionschef der Grünen: „Wir sollten das Gelände handwerklich arbeitenden Arbeitsplätzen zur Verfügung stellen.“
Es entstünden neue Arbeitsplätze für Menschen, die sonst vielleicht nicht die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, lobte Jörg Haueisen, Fraktionschef der Freien Wähler. Zur Umweltbilanz machte er folgende Rechnung auf: Natürlich gebe es hier und da schwarze Schafe in Sachen Müll. Wenn die Eppinger künftig aber nicht mehr zum „Meckes“ nach Sinsheim, Fürfeld oder Heilbronn pendeln müssen, profitiere die Umwelt wieder.
Georg Heitlinger (FDP) zog einen Bogen zu einem übergeordneten Anliegen der Stadt: „Letzte Woche haben wir beschlossen, dass wir Mittelzentrum werden wollen. Eine McDonald’s-Ansiedlung steht uns gut zu Gesicht.“
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