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Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung in leerstehendem Haus des „Bergbaukönigs“

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Nach dem Feuer in einem isoliert liegenden und leerstehenden Einfamilienhaus in Kirchardt ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung.


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In einem verlassenen Wohnhaus in der Daimlerstraße im Kirchardter Industriegebiet „Wimpfener Grund“ ist es am vergangenen Mittwoch (11. März) zu einem Brand gekommen. Der Dachstuhl brannte aus.

Die Polizei vermutete zeitnah Brandstiftung als Ursache für das Feuer.

Brand in Kirchardt: Polizei ermittelt nach Feuer im Haus Daimlerstraße

Wie Polizeisprecherin Annika Schulz am Montag mitteilte, war ein Sachverständiger am Freitag vor Ort, um ein Gutachten zu erstellen. Nach derzeitigem Stand ermittle man wegen fahrlässiger Brandstiftung. Ob gegen Unbekannt, dazu sagte Schulz nichts. „Die Ermittlungen dauern an.“

Verwahrlost, verlassen: Dieses Wohnhaus in der Daimlerstraße in Kirchardt brannte.
Verwahrlost, verlassen: Dieses Wohnhaus in der Daimlerstraße in Kirchardt brannte.  Foto: Hoffmann, Adrian

Spekulationen, wonach das Feuer ein sogenannter „heißer Abriss“ gewesen sein könnte, liegen damit bislang eher daneben. Ein „heißer Abriss“ setzt Absicht voraus - die Polizei würde in einem solchen Fall wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermitteln.

Feuer im Industriegebiet Wimpfener Grund: Schaden vermutlich noch höher als angenommen

Das Haus in der Daimlerstraße kommt seit Jahren nicht aus den Schlagzeilen. Es gehört einem Mann, der einst als „Bergbaukönig“ bezeichnet wurde, weil er im Saalekreis in Sachsen-Anhalt einen Tagebau besaß – mit dem er Millionen gemacht haben soll. Doch diese Zeiten sind längst vorüber und von Jürgen R., der heute über 80 Jahre alt sein müsste, fehlt jede Spur. Sein Einfamilienhaus in Kirchardt ist längst zugewuchert und verwahrlost.

Im Einfamilienhaus in Kirchardt ist der Dachstuhl ausgebrannt.
Im Einfamilienhaus in Kirchardt ist der Dachstuhl ausgebrannt.  Foto: Adrian Hoffmann

Zeugen hatten am Mittwoch gegen 16.50 Uhr ein Feuer im Haus bemerkt. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte schlugen Flammen aus dem Dachstuhl. Die Schäden am Gebäude wurden ersten Schätzungen nach mit rund 300.000 Euro beziffert. Doch laut Polizeisprecherin Annika Schulz ist es wahrscheinlich, dass sie noch höher ausfallen und im mittleren sechsstelligen Eurobereich liegen werden.

Polizei kündigt weitere Untersuchungsergebnisse für spätestens kommende Woche an

Das Gebäude soll seit geraumer Zeit zwangsversteigert werden. Doch weil der Aufenthaltsort von Jürgen R. unbekannt ist, kommt nichts voran. Es ist auch unklar, ob er überhaupt noch lebt. Das Verfahren zur Zwangsversteigerung ruht daher praktisch, teilte Alexander Jörg, Vizepräsident des Heilbronner Amtsgerichts, bereits im März 2025 mit. Bis heute ist der Sachstand unverändert.

„Es hat sich wenig bis gar nichts getan“, sagte Jörg am Donnerstag, dem Tag nach dem Brand. Im Betreuungsverfahren gelte nach wie vor derselbe Sachstand: Der Betroffene sei unbekannten Aufenthalts, ein Gutachten zur Bedürftigkeit einer Betreuung konnte bislang nicht erstellt werden. Auch in Bezug auf eine Zwangsversteigerung gibt es demnach nichts Neues. 

Spätestens kommende Woche ist nach Angaben von Polizeisprecherin Schulz mit weiteren Untersuchungsergebnissen der zuständigen Sachverständigen zu rechnen.

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