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Pflegeheim in Hüffenhardt insolvent: Investoren zeigen Interesse an Übernahme

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Der vorläufige Insolvenzverwalter für das Hüffenhardter Pflegeheim der Betreibergruppe Domus Cura berichtet, dass mehrere potenzielle Investoren ihr Interesse an einer Übernahme signalisieren: „erfreulicherweise“.


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Im Zusammenhang mit dem Insolvenzantrag für das Domus-Cura-Pflegeheim in Hüffenhardt gibt es offenbar bereits mehrere Interessenbekundungen für eine Übernahme. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Marc-Philippe Hornung von der Mannheimer Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz am Dienstag mit.

„Der Investorenprozess entwickelt sich positiv“, sagte Hornung – die Interessenbekundungen zur Übernahme der Einrichtung seien erfreulich.

Investoren zeigen Interesse an Übernahme des Pflegeheims Domus Cura in Hüffenhardt

Ein Sprecher der Kanzlei betont: Der Betrieb des Domus-Cura-Standorts Hüffenhardt mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern laufe unverändert weiter. Als Insolvenzverwalter prüfe Hornung derzeit alle ihm zur Verfügung stehenden Sanierungsoptionen.

Dazu gehöre auch der Prozess, potenzielle Investoren anzusprechen, um das Pflegeheim in Hüffenhardt im Zuge einer übertragenen Sanierung neu aufzustellen.

Übertragene Sanierung bedeutet: Für Bewohner ändert sich im Alltag kaum etwas

Eine solche Sanierung läuft häufig so ab, dass der „gesunde“ Teil des Pflegeheims verkauft wird - und die alten Schulden zurück bleiben und nicht auf den Investor übergehen. Unter einer neuen Führung gibt es dann einen Neustart, oft unter neuem Namen oder neuem Betreiber. Ziel ist es, wirtschaftlich stabil weiterzuarbeiten. Im Alltag merken Bewohner in solchen Fällen kaum etwas. Mitarbeiter werden übernommen. Im Hintergrund wechselt aber der Besitzer des Heims.

Weitere Details zum Stand der Dinge nannte der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters nicht. Er bat um Verständnis, dass alle im Rahmen des Investorenprozesses geführten Gespräche vertraulich sind.

Insolvenzgeld deckt nur noch den März ab

Hornung war bereits Anfang Februar vom zuständigen Amtsgericht Mosbach zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Damals äußerten sich auch Mitarbeiter vor Ort hoffnungsvoll über einen möglichen Weiterbetrieb, da die Einrichtung auch eine geschlossene Station für Demenzkranke bietet - viele andere Heime haben so etwas nicht anzubieten. Allerdings gab es im Januar Probleme bei der Lohnzahlung. Mitarbeiter erhielten aufgrund der Entwicklungen ihre Gehälter verspätet. Laut Insolvenzverwalter deckt der sogenannte Insolvenzgeldzeitraum noch den Monat März ab. Anschließend ist Domus Cura wieder in der Verantwortung für Gehaltszahlungen, bis eine neue Lösung gefunden ist. 

Domus Cura ist eine Betreibergruppe von Pflegeheimen mit Sitz in Stuttgart. Sie hat aktuell mehrere Standorte, die meisten davon in Baden-Württemberg. Für ihren Standort in Hildesheim in Niedersachsen wurde ebenso wie in Hüffenhardt bereits im Februar ein Insolvenzantrag gestellt. Zwei weitere Heime in Neunkirchen und Michelbach im Neckar-Odenwald-Kreis, die unter dem gemeinsamen Namen „Glück im Winkel“ firmieren, sollen in Eigenverwaltung neu strukturiert werden.

Finanzielle Schwierigkeiten in den betroffenen Häusern waren laut Domus Cura entstanden, da zahlreiche Betriebskosten deutlich gestiegen seien und die Instandhaltung der Gebäude immer aufwendiger werde. Außerdem hätten „Bürokratie und Fachkräftemangel zu weiteren Kostensteigerungen geführt“. Bevor Domus Cura im Mai 2020 das Heim in Hüffenhardt übernahm, war es Kreisaltersheim des Neckar-Odenwald-Kreises und an die Neckar-Odenwald-Kliniken angegliedert. Es galt als gut gehendes Haus und war entsprechend renommiert.

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