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Pflegezentrum in Hüffenhardt meldet Insolvenz an – 113 Mitarbeiter betroffen

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Nachdem die Betreiber-Gruppe Domus Cura für das Pflegezentrum in Hüffenhardt einen Insolvenzantrag eingereicht hat, sind viele Fragen offen. So steht es um die Bezahlung der Mitarbeiter.


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In Hüffenhardt treibt derzeit viele Angestellte des dortigen Pflegezentrums die Frage um, wie es künftig weitergehen wird mit dem Heim. Die Betreiber-Gruppe Domus Cura mit Sitz in Stuttgart hat einen Insolvenzantrag gestellt. Am Dienstag (10. Februar) soll es eine Mitarbeiterversammlung geben.

Offenbar hatten Mitarbeiter für den Januar keinen Lohn erhalten.

Insolvenzantrag der Betreibergruppe Domus Cura verunsichert Mitarbeiter des Pflegezentrums in Hüffenhardt

Sie hoffe darauf, dass schnellstmöglich Insolvenzgeld bewilligt werde, damit ihre Gehälter überwiesen werden können, sagt eine Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, am Dienstag vor Ort. Bei der Mitarbeiterversammlung soll auch Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung aus Mannheim sprechen, der als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wurde.

Das betroffene Pflegeheim in Hüffenhardt wird von der Gruppe Domus Cura mit Sitz in Stuttgart betrieben.
Das betroffene Pflegeheim in Hüffenhardt wird von der Gruppe Domus Cura mit Sitz in Stuttgart betrieben.  Foto: Hoffmann, Adrian

Das Pflegezentrum in Hüffenhardt beschäftigt 113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Einrichtung bietet 131 Plätze für stationäre Pflege, Demenzpflege sowie Kurzzeit- und Verhinderungspflege an, aufgeteilt in vier Wohngruppen. 

Laut Insolvenzverwalter ist Pflege und Versorgung der Bewohner gesichert

Thomas Feldmann, Sprecher der Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz, teilt auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass die Mitarbeiter vor Ort heute über die Situation und das weitere Vorgehen informiert würden. Zum ausstehenden Lohne führt Feldmann aus: Der Insolvenzgeldzeitraum decke die Monate Januar, Februar und März 2026 ab. Der vorläufige Insolvenzverwalter Hornung werde sich in den kommenden Wochen mit seinem Team einen Überblick über die wirtschaftliche Ausgangssituation verschaffen, so Feldmann, und alle ihm zur Verfügung stehenden Optionen prüfen.

Feldmann weiter: „Der Betrieb wird fortgeführt.“ Die Pflege und Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sei gesichert. Zu anderen Gesellschaften der Gruppe könne man keine Aussage treffen. Dasselbe gelte für die Höhe der Verbindlichkeiten und die Anzahl der Gläubiger.

Das Pflegezentrum war früher das Kreisaltersheim des Neckar-Odenwald-Kreises.
Das Pflegezentrum war früher das Kreisaltersheim des Neckar-Odenwald-Kreises.  Foto: Hoffmann, Adrian

Geschäftsführung der Betreiber-Gruppe Domus Cura will sich noch äußern

Die Gruppe Domus Cura betreibt bundesweit elf Pflegeheime, neben Baden-Württemberg im Saarland und jeweils eines in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. In näherer Umgebung betreibt Domus Cura noch Heime in Michelbach, Neunkirchen und Crailsheim. Inwieweit nur Hüffenhardt von Zahlungsschwierigkeiten betroffen ist, ist derzeit unklar. In den offiziellen Insolvenzbekanntmachungen der Gerichte findet sich bislang nur der Insolvenzantrag von Domus Cura Hüffenhardt. Das Amtsgericht Mosbach ordnete demnach am Montag, 9. Februar, eine vorläufige Insolvenzverwaltung an.

Einer der beiden Geschäftsführer von Domus Cura, Peter Paul Gruber, kündigte am Dienstagmorgen eine Stellungnahme an. Er bitte aber noch um etwas Geduld, sagte er.

Hüffenhardts Bürgermeister Walter Neff: „Sehr schlechte Nachrichten“

Bürgermeister Walter Neff (SPD) sprach am Dienstag von „sehr schlechten Nachrichten für Hüffenhardt“. Er hoffe wie viele Menschen im Ort, dass der Betrieb weitergehen werde. Von ausbleibenden Gehaltszahlungen habe er auch gehört, sagt Neff. Das hätte man möglicherweise anders lösen können, übt er Kritik an den Abläufen.

Die eingangs erwähnte Mitarbeiterin des Pflegezentrums ist trotz der aktuellen Entwicklungen auch zuversichtlich. Mit der geschlossenen Demenzstation habe man auch etwas, was nicht viele Pflegeheime bieten könnten, und somit ein Alleinstellungsmerkmal in der näheren Umgebung. Sie hoffe wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen, dass der Betrieb des Heimes fortgesetzt wird. Angehörige stellten derzeit ebenfalls viele Fragen, berichtet die Mitarbeiterin. Leider könne man derzeit nur wenig sagen.

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