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Hallenbad in Kirchardt bleibt für Jahre geschlossen – „Ende der Lebensdauer“

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Seit Januar ist das rege genutzte Kirchardter Hallenbad wegen einer defekten Filteranlage geschlossen. Im Gemeinderat wurde am Montag klar, dass das auch in den kommenden Monaten und Jahren so bleibt. 


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Nach einer kurzfristigen Schließung des Hallenbads in Kirchardt hatten viele Nutzer gehofft, dass eine defekte Filteranlage recht bald ausgetauscht werden kann. Doch die Kosten dafür wären immens, wie am Montagabend im Rathaus in der Sitzung des Gemeinderats deutlich wurde. Michael Baumgartner, Leiter des Bauamts, hatte bereits in der Januar-Sitzung eine sechsstellige Summe prognostiziert, und so war es jetzt auch. Eine Fachfirma errechnete für die Sanierung der Filteranlage Gesamtkosten von rund 300.000 Euro.

Bürgermeister Gerd Kreiter sagte, es stelle sich nun die Frage: „Macht es Sinn, den Filter zu sanieren?“ Mit einer Wiedereröffnung des Bades wäre frühestens bis Ende des Jahres zu rechnen, hieß es in der Sitzungsvorlage des Gremiums. Und Finanzierungsmittel stünden im Haushalt nicht zur Verfügung. Fördergelder seien ebenfalls nicht zu erwarten.

Bürgermeister Gerd Kreiter: „Hallenbad in Kirchardt ist einfach am Ende seiner Lebensdauer“

Stattdessen will der Gemeinderat nun eine Generalsanierung des beliebten und bis zur Auslastung genutzten Hallenbads in Kirchardt anstreben. „Das Gebäude ist einfach am Ende seiner Lebensdauer“, sagte Kreiter. Er führte aus, dass es für eine Generalsanierung umfassende Möglichkeiten für Förderungen gebe und diese im besten Fall 90 Prozent der Kosten decken könnten. 

Das Architekturbüro O2R aus Sinsheim hat im Auftrag der Gemeinde Kirchardt eine erste Kostenschätzung ermittelt. Von 3,1 Millionen Euro ist die Rede. Würden alle Förderanträge positiv beschieden, würde bei den aktuellen Kostenermittlungen der Eigenanteil bei einer Generalsanierung in etwa so hoch sein wie die jetzigen Kosten für eine Sanierung der Filteranlage, die die Gemeinde zu tragen hätte.

Kreiter betonte: „Ich möchte das Bad auf jeden Fall erhalten.“ SPD-Gemeinderatsmitglied Gerd Wolf hob diese Aussage prompt hervor, denn sie habe „Signalwirkung“. Ja, das Bad „müssen wir erhalten“, sagte Wolf. Er wisse, was das für ein Opfer sei für alle jene, die es baldmöglichst wieder nutzen wollten. „Aber ich sehe keine andere Möglichkeit.“

Zahlreiche Hallenbadnutzer saßen am Montag in den Zuschauerrreihen.

Am Montag waren zahlreiche Besucher zur Sitzung ins Rathaus gekommen - viele von ihnen begeisterte Hallenbadnutzer.

Schon einmal in der Vergangenheit war der Erhalt des Kirchardter Hallenbads auf der Kippe gestanden. „Jetzt stehen wir wieder an diesem Scheidepunkt, erzwungen durch die Technik“, sagte Josef Kaya (SPD), der im Vorstand des Hallenbad-Fördervereins sitzt. Auch Jürgen Czemmel (CDU) sprach sich für das Vorgehen aus, Fördermittel nun in den Vordergrund zu stellen. Das Bad werde mindestens drei Jahre ausfallen. „Wenn wir Glück haben, ist es Ende 2028 wieder in Betrieb“, so Czemmel.

Wie in der Sitzungsvorlage erklärt wurde, sei eine Generalsanierung ohne Fördermittel unter den finanziellen Bedingungen der Gemeinde nicht möglich. Der Gemeinderat beschloss am Montagabend einstimmig, eine Generalsanierung zu forcieren.

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