Flüchtling verängstigt Menschen in Kirchardt-Berwangen: Kommt Security an Grundschule?
Weil sich ein Flüchtling aus Syrien immer wieder psychisch auffällig verhält, haben Eltern Angst um ihre Kinder. Der Mann würde gerne freiwillig ausreisen – doch das ist komplizierter, als es scheint.
Nach einem außerordentlichen Elternabend am Montag wird nach Angaben von Bürgermeister Gerd Kreiter geprüft, ob künftig Securitypersonal an der Grundschule in Berwangen eingesetzt wird. Hintergrund ist die von vielen Eltern geteilte Sorge im Zusammenhang mit einem psychisch auffälligen Flüchtling. Er lebt in einer Unterkunft angrenzend an die Schule. Neben Dutzenden Eltern und interessierten Anwohnern besuchten auch einige Gemeinderäte den Elternabend, zu dem Schulleiterin Dagmar Markovic und Kirchardts Bürgermeister Gerd Kreiter eingeladen hatten.
Wie berichtet, war der 25 Jahre alte syrischer Flüchtling in den vergangenen vier Monaten in Berwangen gleich mehrfach auffällig geworden. Im November ging er mit einem gezückten Küchenmesser in die Kirche. Im Anschluss hinterließ er allerdings den Eindruck, er würde sich selbst gefährden und nicht andere. Vor wenigen Wochen soll er dann eine Mutter im Beisein ihres Sohnes körperlich bedrängt haben. Laut Polizei ist der Mann bereits seit Jahren bekannt, es habe bereits eine Vielzahl von Einsätzen gegeben.
Psychisch auffälliger Flüchtling verängstigt Menschen in Kirchardt-Berwangen: Betretungsverbot für Schulhof
Familienvater Florian Müller (41) schildert, sowohl seine Frau als auch er seien berufstätig und sie möchten einfach nur die Gewissheit haben, dass ihr Sohn während der Schulzeit sicher sei. Das werde man wohl erwarten dürfen, sagt er. Wie am Elternabend mitgeteilt wurde, wird der Schuleingang seit einigen Wochen vorsorglich abgeschlossen, wenn der Schulbetrieb läuft. Der Flüchtling hat außerdem ein Betretungsverbot für den Schulhof.
Bürgermeister Kreiter sagt, man unterstütze die Absicht des Mannes, freiwillig auszureisen. Hierzu sei bereits ein Gutachten zu seiner Flugtauglichkeit eingeholt worden. Nun stehe offenbar noch eine Fahrt nach Berlin zum syrischen Konsulat an und das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge prüfe wohl eine Kostenübernahme der geplanten Ausreise. Kreiter machte beim Elternabend aber deutlich, dass eine Ausreise des Mannes erst sicher sei, wenn das Flugzeug in der Luft ist. Entscheide der Flüchtling sich kurzfristig gegen die Ausreise, könne er nicht gezwungen werden.
Menschen in Kirchardt-Berwangen verängstigt: Ermittlungsverfahren wurde „mangels öffentlichen Interesses“ eingestellt
Irritiert zeigten sich Eltern über die Nachricht, dass ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann von der Heilbronner Staatsanwaltschaft eingestellt wurde. „Mangels öffentlichen Interesses“, teilt hierzu Mareike Hafendörfer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, mit. Das Verfahren betraf den Vorfall in der Kirche. Der Mann habe sich selbst verletzt. „Es bestand Grund zu der Annahme, der Beschuldigte könnte sich in einem Zustand der Schuldunfähigkeit befunden haben.“
Eltern berichten, dass sie aufgrund der Geschehnisse in den vergangenen Monaten ihre Kinder nur noch mit dem Auto zur Schule führen und auch mit dem Auto abholten. Ihre Kinder zu Fuß gehen zu lassen, kommt für einige Eltern nicht mehr infrage.
Bürgermeister Kreiter spricht im Rückblick des Elternabends von einem konstruktiven und guten Austausch. Er nehme die Sorgen der Eltern sehr ernst, sagt er. Kreiter selbst hatte im Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall behördliche Abläufe in Bezug auf die Flüchtlingspolitik zuletzt mehrfach scharf kritisiert.
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