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Nach Hüffenhardt: Zwei weitere Domus-Cura-Heime im Insolvenzverfahren

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Nach Hüffenhardt haben weitere Domus-Cura-Heime Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind Crailsheim sowie ein weiterer Standort im Neckar-Odenwald-Kreis.


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Nach dem Insolvenzantrag des Pflegezentrums in Hüffenhardt und eines zur Betreibergesellschaft Domus Cura gehörenden Pflegeheims in Hildesheim in Niedersachsen haben zwei weitere Heime der Gruppe ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das teilte ein mit der Pressekommunikation beauftragtes Büro der Gesellschaft am Donnerstag (19. Februar) mit. Demnach sind die Standorte in Michelbach, Neunkirchen und Crailsheim betroffen.

Die Geschäftsführungen des Pflegewohnparks Glück im Winkel in Michelbach und Neunkirchen sowie des Pflegezentrums Crailsheim hätten bei den jeweils zuständigen Amtsgerichten einen Sanierungsantrag in Eigenverwaltung gestellt. Die Amtsgerichte „haben diesen Anträgen nach eingehender Prüfung der eingereichten Unterlagen heute stattgegeben“, heißt es.

Geschäftsführer: Bewohner der Heime „werden die eingeleitete Sanierung im Alltag nicht spüren“

Die etwa 130 Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnparks und rund 60 in Crailsheim würden wie gewohnt von den Pflegekräften versorgt und „erhalten weiter alle vereinbarten Leistungen“, wird der Geschäftsführer von Domus Cura, Peter Paul Gruber, in einer Pressemitteilung zitiert. Die Bewohner der betroffenen Heime „werden die eingeleitete Sanierung im Alltag nicht spüren“. Eine Rechtsanwaltskanzlei stehe der Geschäftsführung als Restrukturierungsexperte zur Seite. Gemeinsam mit der Geschäftsführung würden in den kommenden Wochen verschiedene Sanierungsoptionen geprüft und erste Maßnahmen eingeleitet. Welche Maßnahmen das konkret sind, blieb unklar.

Man sehe allerdings eine gute Basis für eine nachhaltige Restrukturierung, denn die Häuser seien gut belegt und die Nachfrage groß. In beiden Gesellschaften sei die Restrukturierung notwendig geworden, da zahlreiche Betriebskosten deutlich gestiegen seien und die Instandhaltung der Gebäude immer aufwendiger werde. Bürokratie und Fachkräftemangel hätten zu weiteren Kostensteigerungen geführt.

Ist die Domus-Cura-Gruppe strukturell gefährdet?

Das beauftragte Kommunikationsbüro teilte weiter mit, die etwa 110 Beschäftigten von Glück im Winkel und rund 30 Beschäftigten in Crailsheim seien über die aktuelle Situation informiert. „Ihre Löhne und Gehälter werden wie in derartigen Verfahren üblich für insgesamt drei Monate von der Agentur für Arbeit übernommen.“ Angaben dazu, wie es danach weitergeht, gibt es bislang nicht.

Ist die gesamte Domus-Cura-Gruppe strukturell gefährdet? Dazu heißt es lediglich, die Gruppe passe sich an die Entwicklungen in der Branche an und wolle sich in den kommenden Monaten neu aufstellen, um mit ihren Gesellschaften und Beschäftigten wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Man setze dabei vor allem auf außergerichtliche Sanierungsmaßnahmen – es gebe jedoch Ausnahmen. Weitere gerichtlich beaufsichtigte Insolvenzverfahren über die bislang vier bekannten Heime hinaus seien nicht geplant.

Bei einem Verfahren in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und erhält vom zuständigen Amtsgericht einen vorläufigen Sachwalter zur Seite gestellt, der das Verfahren im Sinne der Gläubiger begleitet.

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