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„Ich bin überwältigt“: Kai Kohlenberger bleibt Bürgermeister von Ittlingen

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95,8 Prozent der Stimmen gehen in Ittlingen an den Bürgermeister Kai Kohlenberger. Die Wahlbeteiligung liegt am Sonntag über 30 Prozent Wahlbeteiligung. So lief die Wiederwahl des Amtsinhabers.

Kai Kohlenberger freut sich gemeinsam mit seiner Frau Kathrin über die gewonnene Wahl: Er ist der alte und neue Ittlinger Bürgermeister.
Kai Kohlenberger freut sich gemeinsam mit seiner Frau Kathrin über die gewonnene Wahl: Er ist der alte und neue Ittlinger Bürgermeister.  Foto: Bihr, Lina

Kai Kohlenberger strahlt mit der Sonne um die Wette. Der Grund ist klar: Zum zweiten Mal hat der 39-Jährige gerade die Bürgermeisterwahl in Ittlingen für sich entschieden. 95,8 Prozent stimmten am Sonntag für den Amtsinhaber, der ohne Gegenkandidaten angetreten war. „Ich bin sehr glücklich, zufrieden und überwältigt“, sagt Kohlenberger.

Bürgermeisterwahl in Ittlingen: Kai Kohlenberger ohne Gegenkandidaten gewählt

Bis das endgültige Endergebnis da ist, müssen die Anwesenden allerdings warten. Erst kurz nach 19 Uhr kommt Karlfred Ebert, stellvertretender Bürgermeister, vor das Rathaus. Dort warten bereits zahlreiche Gäste: Familie, Freunde, die Mitglieder des Gemeinderats sowie einige Bürgermeister aus den benachbarten Kommunen sind nach Ittlingen gekommen. Auch Kohlenbergers Vorgänger Achim Heck ist da. Neun Stimmen habe der diesmal bekommen, sagt Karlfred Ebert lachend.

Mit der Wahlbeteiligung ist Ebert zufrieden: Rund 34 Prozent seien ein „sehr respektables Ergebnis“ für einen Alleinkandidaten. Jeder dritte Ittlinger hat also von seinem Grundrecht Gebrauch gemacht.  Dass es nicht mehr geworden sind, dafür zeigt der alte und neue Bürgermeister im Anschluss Verständnis. Das schöne Wetter, Muttertag: „Da ist es schwierig, die Menschen zu mobilisieren“, sagt Kohlenberger. 

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Auch Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke ist vor Ort. Er wisse, dass die Anspannung immer da sei, egal ob man alleine antrete oder Gegenkandidaten habe.


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Immerhin habe Ittlingen nur einen Wahlgang für eine Entscheidung gebraucht. Und arbeitet dabei gegen den Trend der vergangenen Woche. Im Bundestag musste sich Friedrich Merz überraschenderweise gedulden. Das Konklave in Rom benötigte vier Durchläufe, um einen neuen Papst zu präsentieren. Ginge es nach mindestens einem Ittlinger Wähler, wäre Leo XIV. gleichzeitig aber auch noch neuer Rathauschef geworden, verrät einer der Wahlhelfer.  

Gratulationen zur Wiederwahl: Bürgermeister beglückwünschen Kai Kohlenberger

Der frisch Wiedergewählte nimmt derweil die Glückwünsche entgegen und bedankt sich vor allem bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie besonders bei den Turnschwestern des TSV Ittlingen, die ein Wahlcafé mit selbstgebackenen Kuchen auf die Beine gestellt haben. Dass viele Bürgermeister nach Ittlingen gekommen sind – trotz eines vollen Terminkalenders – bezeichnet er als „großes Zeichen der Wertschätzung“.

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Neben der Wahl in Ittlingen stehen in diesem Jahr weitere Entscheidungen auf der Agenda. In Gemmingen tritt Amtsinhaber Timo Wolf am 28. September zum vierten Mal an. Die Bewerbungsfrist beginnt am 28. Juli. Im November wird gleich zwei Mal gewählt: Sowohl in Bad Rappenau als auch in Siegelsbach wollen es die Amtsinhaber Sebastian Frei und Tobias Haucap wieder wissen. Siegelsbach hat mit dem 9. November bereits einen Termin gefunden, der Bad Rappenauer Gemeinderat muss den Tag noch festlegen, wird sich aber wohl für das gleiche Datum entscheiden.

Auch wenn heute ein Tag zum Feiern sei: „Wir stehen auch hier vor großen Herausforderungen. Aber mir ist nicht Bange davor. Wir haben gemeinsam schon viel bewegt“, sagt der 39-Jährige. „Danke, dass man das Tempo mitgeht und mich aushält.“

Lange Schlange von Gratulanten in Ittlingen – mit „Badener Lied“

Das hat Kohlenberger auch während der Corona-Pandemie an den Tag gelegt, als trotz der Beschränkungen das Jubiläum zum 1250-jährigen Bestehen der Gemeinde organisiert wurde. „Hätten Sie mir 2017 gesagt, dass meine erste Amtszeit in eine Pandemie fällt, hätte ich alle für verrückt erklärt.“

Daran denkt an diesem Sonntagabend aber wahrscheinlich niemand mehr. Der Ittlinger Männerchor singt für Kai Kohlenberger zwei Lieder, die er sich explizit gewünscht hatte. Der Musikwanderverein Edelweiß gibt das „Badener Lied“ zum Besten. Und dann bildet sich eine lange Schlange vor dem Rathaus, jeder will dem Rathauschef zu seiner Wiederwahl gratulieren.

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