Zweite Amtsverpflichtung in Bad Rappenau: Kurioser Schreckmoment für Sebastian Frei
Bad Rappenaus OB Sebastian Frei ist am Mittwoch für seine zweite Amtszeit verpflichtet worden. Der Jurist wurde im November mit 77,3 Prozent wiedergewählt. Das waren die Highlights der Zeremonie und ja, es gab auch einen Schreckmoment!

Kleiner Schreckmoment im Bad Rappenauer Ratssaal Mittwochabend: Bei der Verpflichtung von Bad Rappenaus wiedergewähltem OB Sebastian Frei – der Jurist war bei der Bürgermeisterwahl am 9. November mit 77,3 Prozent der Stimmen bei einem Gegenkandidaten eindrucksvoll im Amt bestätigt worden – überreichte ihm sein Kirchardter Amtskollege Gerd Kreiter einen Strick.
Allein das Bild sorgte für einen Moment ungläubigen Staunens, das sich aber Sekunden später in Lachen entlud. Kreiter erläuterte sein Gastgeschenk mit den Worten: „Damit wir stets an einem Strang ziehen.“ Kreiter erinnerte daran, das Rappenau, Kirchardt und Siegelsbach übergeordnete Aufgaben in einer Verwaltungsgemeinschaft organisieren. „Dein Rat und deine Expertise als Jurist werden in unseren Versammlungen gerne in Anspruch genommen.“
Wo sich in Bad Rappenau „apokalyptische Szenen“ abspielen
Zuvor hatte die stellvertretende Bürgermeisterin Gundi Störner dem alten-neuen OB die Amtskette symbolisch um den Hals gelegt. Gundi Störners Gemeinderatskollege Timo Reinhardt, ebenfalls stellvertretender Bürgermeister, fand lobende Worte: „Eine große Mehrheit ist zufrieden und wünscht sich Kontinuität.“ Er erinnerte an begonnene Projekte, die in der Bäderstadt fortgesetzt werden. So sei der Abriss des Rappsodie im vollen Gange. „Dort ergeben sich apokalyptische Szenen, aber es wird sich zum Guten wenden“, so der Bürgermeister-Stellvertreter mit einer Prise Humor. Er wünschte dem Wiedergewählten Kraft, Ausdauer und ein dickes Fell: „Wenn am Ende die Bürger sagen, net schlecht geworden, dann ist das das höchste Lob.“

Gräben überwinden kann Sebastian Frei, findet die Regierungspräsidentin
Regierungspräsidentin Susanne Bay würdigte Freis zweite Amtszeit als Ausdruck gelebter Demokratie und Ausdruck des großen Vertrauens. Bad Rappenau sei nicht nur gut verwaltet, sondern werde weiterentwickelt. Zum Rappsodie-Abriss und Neubau sagte sie: Man könne gar nicht ermessen, welchen Stellenwert ein Bad habe für eine Stadt, die das Bad im Namen trage.
In einer Zeit in der Ausgrenzung und des Populismus brauche es Menschen, die zusammenführten. „Sie gestalten Stimmung und Tonlage in der Stadtgesellschaft mit. Vorhandene Gräben überwinden: Dass Sie das können, haben Sie bewiesen.“
Kann Sebastian Frei zu seinem Amtsvorgänger Heribert Blättgen aufschließen?
Laut Landrat Norbert Heuser ist kommunalpolitisches Engagement nicht mehr selbstverständlich. Heuser erinnerte an den jüngsten Fall in Limbach (Neckar-Odenwald), wo der bisherige Bürgermeister in einer „wilden“ Wahl wiedergewählt wurde, obwohl weder er noch irgendein anderer Kandidat zur Wahl angetreten war. Nun habe Sebastian Frei die Gelegenheit, zuAmtsvorgänger Hans Heribert Blättgen aufzuschließen, der 16 Jahre im Amt war.
Für den Landtag fand der Eppinger MdL Michael Preusch würdigende Worte. Die Kirche vertraten Pfarrerin Joanna Notheis und Pfarrer Lukas Biermayer.

Und so revancierte sich der wiedergewählte OB für die Glückwünsche
Der Geehrte selbst gestand, es sei für ihn „durchaus etwas Besonderes, wenn man das zweite Mal verpflichtet wird“. Er verspüre Demut vor den kommenden Aufgaben und es werde ja nicht einfacher. Aber auch Zuversicht, nachdem man es schon acht Jahre gemacht hat, dass man es auch könne. Frei dankte seinen Unterstützern in der Stadt wie in seiner Familie. „Wenn wir so etwas wie in Limbach nicht häufiger erleben wollen, müssen wir auch sagen, was an dem Job schön ist“, sagte Frei. Dazu zähle er, Dinge auf den Weg zu bringen und zu sehen, dass sie auch funktionierten. Zu seinem Kirchardter Gastgeschenk fand der OB launige Worte: „Ich kam schon kurz ins Nachdenken, wenn man einen Strick geschenkt bekommt, aber du hast es gut aufgelöst, Gerd.“
Von Ehrensachen und offenen Ohren: Das sagt das Publikum zu Freis zweiter Verpflichtung
Eine punktuelle Umfrage im Publikum ergab ein gemischtes Bild. Für Gabriela Gabel, die selbst fast 20 Jahre im Gemeinderat mitwirkte, war es „eine Ehrensache“, bei der Verpflichtung mit dabei zu sein. Unternehmer Karl-Heinz Wimmer von der Firma Wista lobte den Rathauschef. Die Wirtschaft finde bei ihm immer immer ein offenes Ohr.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare