Übernahme der Metzgerei Dick in Grombach ist Glücksfall
Die Übernahme des Traditionsbetriebs Dick in Bad Rappenau-Grombach ist ein Gegenargument gegen das viel beschworene Ladensterben auf dem Land, meint unser Autor.

Viele kleine Orte verlieren Metzger und Bäcker. Traditionelle Handwerksbetriebe finden oft keine Nachfolger mehr. Die Übernahme der Metzgerei Dick in Grombach ist ein Zeichen gegen diese Entwicklung – und es ist gut verständlich, warum die Nachricht bei der Fleischerei-Innung Rhein-Neckar und in der Bad Rappenauer Stadtverwaltung für Freude sorgt.
Besonders ältere Menschen ohne Auto profitieren davon, wenn ein Laden im Dorf erhalten bleibt. Die Metzgerei Dick ist für viele in Grombach ein Stück Lebensqualität, die sie im Alltag vielleicht gar nicht immer wahrnehmen. Aber wenn sie weggefallen wäre, ersatzlos, hätte der Ort nicht nur einen Teil seiner Grundversorgung verloren, sondern einen Betrieb, der zum Gemeinschaftsleben beiträgt. Menschen kommen ins Gespräch und tauschen Neuigkeiten aus.
Hier geht es nicht nur um ein Geschäft, sondern eine Lebensentscheidung
Eine Metzgerei auf dem Land zu führen bedeutet lange Arbeitstage, steigende Kosten und eine Konkurrenz durch Supermärkte, die immer größer wird. Für andere kann die Entscheidung des erst 33 Jahre alten Metzgermeisters daher Vorbildcharakter haben. Wichtig für den Erfolg ist die Filiale in Sinsheim, wo der meiste Umsatz gemacht wird.
Der Fall zeigt, dass Betriebsübergaben im Handwerk funktionieren können, wenn beide Seiten Vertrauen haben. Wolfgang Dick kann seinen Betrieb guten Gewissens übergeben. Und Florian Gollerthan baut auf Bestehendem auf, ohne alles neu zu erfinden. Auch der Umzug mit Frau und Kind über den Betrieb zeigt: Hier geht es nicht nur um ein Geschäft, sondern um eine Lebensentscheidung.
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