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Abriss von früherem Pflegeheim in Bad Rappenau hat begonnen – was geplant ist

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Im Bad Rappenauer Kurgebiet ist mit dem Abriss des ehemaligen Curata-Pflegeheims begonnen worden. Ein sogenannter Longfront-Bagger knabbert mit einer Abbruchzange das Gebäude an.

Ein Longfront-Bagger ist beim Abriss des früheren Curata-Pflegeheims in der Waldstraße in Bad Rappenau im Einsatz. Das Hauptgebäude, von dem aus das Foto entstand, ist in den kommenden Tagen dran.
Fotos: Adrian Hoffmann
Ein Longfront-Bagger ist beim Abriss des früheren Curata-Pflegeheims in der Waldstraße in Bad Rappenau im Einsatz. Das Hauptgebäude, von dem aus das Foto entstand, ist in den kommenden Tagen dran. Fotos: Adrian Hoffmann  Foto: Hoffmann, Adrian

Am Montag (2. Februar) haben die Abrissarbeiten am ehemaligen Curata-Pflegeheim in der Waldstraße im Bad Rappenauer Kurgebiet begonnen. Ein sogenannter Longfront-Bagger knabberte mit einer Abbruchzange den früheren Sozialraum des Komplexes an. Steine krachten, Staub wirbelte auf. Noch im Februar sollen die wesentlichen Abrissarbeiten erledigt sein.

Abriss in Bad Rappenau: Drei neue Gebäude mit 43 Wohneinheiten geplant

Die Bad Rappenauer Bauträger Joachim Grill und Andreas Klee planen auf dem Grundstück mit ihrem eigens gegründeten Unternehmen „JA Wohnbau“ drei Gebäude mit insgesamt 43 Wohneinheiten. Der Bad Rappenauer Gemeinderat hatte bereits im Juli vergangenen Jahres den Weg dafür freigemacht. Der Bedarf an neuem Wohnraum sei nach wie vor vorhanden, hieß es seitens der Verwaltung.

Andreas Klee führt am Montagnachmittag durch das vierstöckige Gebäude. Es gleicht stellenweise einem „Lost Place“ – einem verlassenen Ort mit mystischer Atmosphäre. Das ehemalige Pflegeheim steht bereits seit 2023 leer. Es war regelrecht fluchtartig verlassen worden. Für einzelne Gesellschaften der bundesweit agierenden Curata Care Holding GmbH waren Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet worden. Das Adolf-Nieden-Haus am Standort Bad Rappenau war mit betroffen.

Beim Adolf-Nieden-Haus handelt es sich um ein vierstöckiges Gebäude.
Beim Adolf-Nieden-Haus handelt es sich um ein vierstöckiges Gebäude.  Foto: Hoffmann, Adrian

Zahlreiche neue Corona-Masken lagerten im verlassenen Pflegeheim – doch das Haltbarkeitsdatum war abgelaufen

In den vergangenen Monaten hielten sich offenbar immer mal wieder Unbefugte im Gebäude auf. Lösten die Feuerlöscher aus, zerschlugen Fensterscheiben oder richteten andere Beschädigungen an. Das komme bei solchen Objekten vor, weiß Ingenieur Klee aus Erfahrung. „Es gibt hier drinnen aber ja nichts mehr von Wert“, sagt der 43-Jährige. Einiges an Interieur habe man noch zu verkaufen versucht –  darunter Pflegebetten. Einzelne wenige habe man losbekommen. Vieles aber auch nicht. „Corona-Masken zum Beispiel, da war das Haltbarkeitsdatum abgelaufen“, sagt Klee. „Die nimmt keiner mehr.“

Bauingenieur Andreas Klee betreut das Großprojekt.
Bauingenieur Andreas Klee betreut das Großprojekt.  Foto: Hoffmann, Adrian

Das vordere Gebäudeteil sei bereits vor dem Grundstücksverkauf an die JA Wohnbau entkernt worden, berichtet Klee. Neue Fenster seien eingebaut worden – doch ohne Nutzen für die Zukunft. Jetzt kommt alles weg. Klee führt auf das Dach des Gebäudes, das am Montag mit einer dicken Schicht Schnee bedeckt ist. Von hier hat man einen Rundumblick. Das sich im Abriss befindende Rappsodie-Hallenbad ist zu sehen, weiter entfernt die evangelische Kirche und der Einsiedelwald. „Auf dieser Höhe werden die Penthouse-Wohnungen sein“, schildert Klee. Die Wohneinheiten seien für jede Generation gedacht. Barrierefrei und barrierearm werde geplant. Drei Häuser werden es sein, mit Anschluss an Fernwärme.

Der Haupteingang zum ehemaligen Pflegeheim ist verschlossen.
Der Haupteingang zum ehemaligen Pflegeheim ist verschlossen.  Foto: Hoffmann, Adrian

Interesse an Neubau-Wohnungen ist groß: „Wir haben viel Zuspruch“

Das Interesse am Erwerb der Wohnungen sei groß, sagt Klee. „Wir haben viel Zuspruch. Es sind schon Wohnungen reserviert.“ Es sei aber auch noch eine Penthouse-Wohnung frei. Ursprünglich hatte man auch über den Neubau eines Pflegeheims nachgedacht – doch es habe keinen Bedarf gegeben, blickt Klee zurück. Daher habe man sich für Wohnbau entschieden.

Der Zeitplan wurde allerdings bereits leicht korrigiert. Zunächst hatte es geheißen, der Abriss des Adolf-Nieden-Hauses soll noch 2025 vollzogen sein. Mit dem Erdaushub begonnen werden soll jetzt im März. Das erste von den drei Gebäuden soll im Spätsommer 2027 bezugsfertig sein. 

Am Eingang ist noch das Curata-Logo zu sehen.
Am Eingang ist noch das Curata-Logo zu sehen.  Foto: Hoffmann, Adrian

Vermarktet werden die Wohnungen über den ortsansässigen Immobilienmakler Michael Renner. Im Juli 2025 hatte Ingenieur Klee gesagt, die Kaufpreise sollen, trotz gehobenem Standard, unter dem in Bad Rappenau üblichen Preisniveau im gehobenen Neubau liegen. Es wird Zwei-, Drei- und Vierzimmer-Wohnungen geben von 54 bis 120 Quadratmeter. Die günstigste Wohnung ist für 289000 Euro zu haben. Klee spricht von 5300 pro Quadratmeter aufwärts. „Wir wollen wirklich bezahlbaren Wohnraum schaffen“, war er im vergangenen Jahr in einem Bericht unserer Zeitung zitiert. Dazu, dass die genannten Summen für viele Menschen trotzdem kaum oder gar nicht finanzierbar sind, sagt Klee: „Diese Diskussion ist immer schwierig.“

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