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A6-Abfahrt Bad Rappenau oft überlastet – Verbesserungen angekündigt

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An der A6-Ausfahrt Bad Rappenau kommt es regelmäßig zu langen Rückstaus. Stadt und Behörden sehen darin ein erhebliches Unfallrisiko. Jetzt sind bauliche Veränderungen geplant. 


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Es ist offenbar nur eine Frage der Zeit, bis es an der Autobahnabfahrt „Bad Rappenau“ zu einem schweren Unfall kommt. Bei hohem Verkehrsaufkommen fließt der Verkehr vor allem von Heilbronn her kommend dort nicht zügig genug ab. Auf der A6 kommt es zu mehreren Hundert Metern Rückstau auf dem Verzögerungsstreifen. Und der ist lebensgefährlich.

Der Grund: Seit der Fertigstellung des Neckartalübergangs und nach der Pandemie habe der Verkehr an dieser Stelle um 60 Prozent in den Spitzenzeiten zugenommen, schreibt das Regierungspräsidium Stuttgart auf Nachfrage. Erste Verbesserungen sollen bis Ende Mai kommen. Bauliche Veränderungen werden in Aussicht gestellt. 

A6-Abfahrt Bad Rappenau oft überlastet: Kurze Ampelphasen an L1107 sind das Problem

Das Problem sind neben dem höheren Verkehrsaufkommen fünf Ampeln auf sehr kurzer Strecke, die den Verkehr auf der Landesstraße L1107 hemmen. „Die Ampelphasen sind so kurz, dass pro Phase nur wenige Fahrzeuge abfahren können“, beobachtet der Siegelsbacher Oliver Leibfried nahezu täglich. Der Elektroingenieur fährt über die A6 zu seinem Arbeitsplatz in Abstatt. Die Fotos, die er der Redaktion zur Verfügung stellt, lassen klar erkennen, wie gefährlich es auf der Autobahn zugeht. Staus seien nicht immer rechtzeitig zu erkennen, weil die Abfahrt „Bad Rappenau“ hinter einer Linkskurve liege, sagt er.

Staue sich der Verkehr bereits bis zum Standstreifen, werde es für diejenigen, die zu spät reagierten, schwierig, an der Abfahrt spontan abzufahren. Der Fahrer auf der rechten Spur  bremse dann ab, setze den Blinker und warte, bis ihn jemand reinlasse: „Und von hinten kommen die Lastwagen angedonnert.“ Einen Unfall habe er noch nicht beobachtet, sagt Oliver Leibfried: „Aber ich warte darauf.“ Deshalb möchte er, dass sich an der A6-Abfahrt „Bad Rappenau“ möglichst schnell etwas ändert: „Einmal habe ich schon gesehen, wie die Räder gequalmt haben.“

Rückstau auf A6 bei Bad Rappenau: Fürfelder Ortsvorsteher macht sich Sorgen um Sicherheit von Autofahrern

Auch Marcel Mayer, der Fürfelder Ortsvorsteher, warnt davor, dass an diesem Gefahrenpunkt Schlimmes passieren könnte. Betroffen sei die Strecke von Heilbronn her kommend an drei von fünf Tagen. Bildeten sich aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens morgens und abends auf den Zubringern Stau, sei das lästig, aber damit könne man leben, meint Mayer: „Auf der Autobahn aber ist der Rückstau gefährlich. Und das macht uns massiv Sorgen.“

Mayer beobachtet eine Zunahme der Rückstaus auf der A6 seit vergangenem Herbst. Die Stadtverwaltung stehe mit dem Regierungspräsidium Stuttgart in Kontakt, bestätigt der Bad Rappenauer Oberbürgermeister Sebastian Frei. „Die Autos kommen nicht runter. Und das liegt an der Ampelschaltung. Die kann den Verkehr nicht mehr bewältigen“, beschreibt auch er das Problem. „Das Rückstauproblem gibt es schon lange. Und es wird zurecht als gefährlich wahrgenommen“, versteht er die Klagen der Bürgerinnen und Bürger. 

Auf der Autobahn A6, Abfahrt Bad Rappenau, kommt es auf der Spur Richtung Mannheim immer wieder zu gefährlichen Rückstaus. Wer die gefährliche Situation nicht rechtzeitig erkennt, und noch einscheren will, begibt sich in Lebensgefahr.
Auf der Autobahn A6, Abfahrt Bad Rappenau, kommt es auf der Spur Richtung Mannheim immer wieder zu gefährlichen Rückstaus. Wer die gefährliche Situation nicht rechtzeitig erkennt, und noch einscheren will, begibt sich in Lebensgefahr.  Foto: Oliver Leibfried

Stadt Bad Rappenau fordert zügige Verbesserung der Gefahrenlage an der A6

Den Austausch mit dem RPS bezeichnet Sebastian Frei als konstruktiv, auch wenn sich die Stadt eine schnellere Umsetzung von jetzt angedachten Maßnahmen wünschen würde. Bis Ende Mai soll die Ampelschaltung umgestellt werden. Aber man werde auch baulich was machen müssen, so der OB.

Er schlägt vor, den Park-&-Ride-Parkplatz wenigstens zeitweise halbseitig zu sperren, damit die Autofahrer darüber ausweichen können, um nach Bonfeld zu kommen. Marcel Mayer denkt in Richtung Bad Rappenau an eine dritte Spur für die Abbieger nach Bonfeld/Bad Wimpfen. Oliver Leibfried meint, dass drei hintereinander liegende Kreisverkehre den Abfluss verbessern und so die gefährliche Situation auf der Autobahn entschärfen könnten. 

Das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) selbst schreibt auf Nachfrage der Heilbronner Stimme, dass seit Herbst 2024 tatsächlich schon etwas passiert sei. Als Sofortmaßnahme habe man eine mobile Stauwarnanlage aufgestellt und den Ausfädelungsstreifen von Heilbronn her kommend verlängert.

Gefährliche A6-Abfahrt Bad Rappenau: Regierungspräsidium Stuttgart will bis Ende Mai Ampelschaltung überarbeiten

„Außerdem wurde vom Baureferat Nord des RPS eine neue Verkehrszählung auf der Autobahn und im Bereich der fünf Knotenpunkte auf der L 1107 beauftragt“, so ein Sprecher. Diese habe ergeben, dass der Verkehr an der A6-Abfahrt Bad Rappenau „in den Spitzenstunden bis zu 60 Prozent seit Bauende des Neckartalüberganges und nach der Corona-Pandemie zugenommen hat“.

Und man mache noch mehr: Bis Ende Mai werde die Software der fünf Ampeln angepasst und die Ampeln mit Kameras ergänzt werden, so dass sie besser  koordiniert werden könnten. Mittelfristig müsse der Knotenpunkt „Buchäckerring“ umgebaut werden: „mit zusätzlichen Abbiegespuren und einem zusätzlichen Fahrstreifen bis zur Anschlussstelle West. Der Vorentwurf hierzu liegt bereits vor“.

Wie lange dann noch die Umsetzung dauert, weiß im Moment keiner. „Was wir als Stadt tun können, tun wir“, verspricht Sebastian Frei. Das RPS sei jedenfalls dran. „Und ich gehe davon aus, dass die Situation besser wird.“

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