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Architekt verwandelt altes Getreidesilo bei Künzelsau in besonderes Zuhause

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Erhard Demuth hat ein altes Getreidesilo in Künzelsau-Morsbach in einen Turm mit fünf Etagen verwandelt. Der Architekt arbeitet und wohnt dort – und nicht nur er. 


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Mehr als 20 Meter hoch ragt Erhard Demuths Turm am Kocher in Künzelsau-Morsbach (Hohenlohekreis) in den Himmel hinauf. Das sandig-beigefarbene Gebäude, in dem heute sechs Etagen und ein Keller beheimatet sind, war einmal ein Getreidesilo, das zur angrenzenden Mühle gehörte. Demuth verwandelte es in ein modernes Haus, in dem der Architekt und Stadtplaner heute wohnt und arbeitet.

Architekt baut Getreidesilo in Künzelsau-Morsbach um

Um 1960 aus Beton errichtet, war lange Zeit Korn in verschiedenen Bunkern im Inneren gelagert. Während Demuth mit der Planung der Umnutzung der benachbarten Mühle beauftragt war, fiel ihm immer wieder das Silo auf – einmal träumte er sogar davon, das industrielle Gebäude umzubauen.

Als Demuth dann auf den Inhaber der Mühle mit der Idee zukam, das Silo als Wohnraum umzunutzen, war dieser auf der Stelle begeistert. „Ich verkauf’ dir das Silo“, soll er gesagt haben, so Demuth.


Besonderes Zuhause in altem Getreidesilo in Künzelsau-Morsbach

Nachdem Erhard Demuth auch seine Frau Sigrun von der Idee überzeugt hatte, begann 2021 der Umbau. Sorgfältig wurden die Trennwände der ehemaligen Kornbunker aus dem Inneren herausgesägt und an einem Kran herausgehoben, immer bedacht, die alte Außenhaut nicht zu beschädigen.

Schwierig sei es gewesen, überhaupt ein Abbruchunternehmen für dieses Projekt zu gewinnen, sagt Demuth. Und auch mit der Statik gab es im Bau zwischenzeitlich Probleme. Die Realisierung des Wohnturms aus dem ehemaligen Getreidesilo war kein einfaches Unterfangen, doch ernsthafte Zweifel am Erfolg des Projekts hatte Demuth nicht.

„Irgendwann fängt man an, dann gibts kein Zurück mehr.“ Wenn Demuth Projekte für andere Bauherren realisiert, müsse er trotz aller Widrigkeiten die Vorhaben durchziehen. Das habe er auch auf den Bau seines Wohnturms angewandt, sagt er.

Einzug in Künzelsau-Morsbach: Die Demuths wohnen und arbeiten im Turm

Im November 2023 zogen Erhard und Sigrun Demuth in ihren Wohnturm ein. Das vierte und fünfte Obergeschoss sind ihre Wohnetagen. Von dort gibt es auch den Zugang auf die Dachterrasse mit weitem Ausblick, auf der die beiden gerne Gäste empfangen.

Sigrun Demuth würde schon gar nicht mehr in den Urlaub wollen, sondern lieber zu Hause bleiben, scherzt ihr Ehemann. Sein Lieblingsort in seinem Turm, wenn er gerade nicht im Büro beschäftigt ist, ist sein Wohnzimmer mit Couch und Fernseher.

Im Erd- und ersten Obergeschoss ist wiederum Demuths Büro beheimatet. Von innen wirkt das Gebäude neu und modern. An den industriellen Betonklotz erinnert nichts mehr. Nur die Außenwände sind von innen absichtlich nicht verputzt worden. Die raue und unebene Betonoberfläche ist stets präsent. Lediglich eine Schicht weiße Farbe wurde angebracht.

Wohnungen

Das dritte und vierte Obergeschoss sind als Zwei-Zimmer-Wohnungen vermietet. Die Wohnungen haben 60 Quadratmeter und je einen knapp anderthalb Quadratmeter großen Balkon. Die Mieter sind eine Frau mit Kind und Hund und ein befreundetes Ehepaar der Demuths. 

Umnutzung alter Bausubstanz: Wohnturm in Künzelsau-Morsbach als Beispiel

Mit Umnutzungen bei Erhalt der alten Bausubstanz kennt Demuth sich aus. Eben solche Projekte hat er vor und nach dem Bau seines eigenen Wohnturms geplant. Der Umbau seines Silos stehe „für den ressourcenschonenden Umgang mit ungenutzter gewerblicher Bausubstanz im ländlichen Raum“, wie der Architekt fachlich beschreibt.

Beteiligt war Demuth als Architekt zum Beispiel auch beim Projekt „Scheune sucht Freund“ in Niedernhall. Dort erarbeiteten Architekturbüros Pläne zur Umnutzung ausgewählter, alter Scheunen. In der benachbarten ehemaligen Mühle, zu der das Silo einmal gehörte und mit deren Umbau Demuth als Architekt beauftragt war, wohnen heute Studenten – jetzt in guter Nachbarschaft zum einzigen Wohnturm in Künzelsau-Morsbach.

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