Kaum Waldbrandgefahr und trotzdem brennt es in Bretzfeld – warum?
In Bretzfeld hat es einen Waldbrang gegeben, trotz geringer Gefahr im März. Feuerwehrleute erklären, wie das Feuer entstand und wie Ursachen ermittelt werden.
Sehr geringe Gefahr: Das sagt der Waldbrandgefahrenindex derzeit für ganz Baden-Württemberg und fast ganz Deutschland voraus. Zwischen Eberstadt und Bretzfeld hat es kürzlich trotzdem gebrannt. Das hat die Einsatzkräfte überrascht. Als die Bretzfelder Feuerwehr ausgerückt ist, rechneten sie mit einem kleinen Brand rund um einen Grillplatz, einem Routine-Einsatz. Am Ende brannte jedoch der Waldboden auf einer Fläche von fast 600 Quadratmetern.
Feuer ohne Waldbrandgefahr bei Bretzfeld – war es Brandstiftung?
Einsatzleiter Nico Feghelm hofft, dass die Bevölkerung diesen Fall wahrnimmt. „Daran sieht man, wie schnell sich ein Feuer im Wald ausbreiten kann, auch beim jetzigen Wetter.“ Er erklärt, dass der Boden zwar feucht ist, die Blätter an der Oberfläche jedoch trocken seien. Wie die Polizei vermutet, haben Menschen das Feuer im Wald verursacht. Hinweise darauf wurden gefunden, teilte die Polizei am Samstag mit.
Was genau gefunden wurde, wollen die Ermittler nicht preisgeben. Auch die Feuerwehrmänner halten sich bedeckt. In solchen Fällen wird nach dem möglichen Auslöser des Feuers gesucht, erläutert der Bretzfelder Kommandant Tobias Bechle. Das könnten zum Beispiel ein Feuerzeug oder Feuerwerkskörper sein. Die Kriminalpolizei schule die Feuerwehren für solche Einsätze. „Wir sollen nichts verändern oder wegräumen“, so Bechle.
Feuerwehrkräfte erklären: Darum ist ein Waldbrand so gefährlich
Er ist froh, dass bei dem Waldbrand niemandem etwas passiert ist und das Feuer schnell im Griff gewesen sei. Im Sommer wäre das womöglich anders ausgegangen, fürchtet der Feuerwehrmann.
Ein Waldbrand kann sehr tückisch sein und ist ganz anders als ein Wohnungsbrand, mit dem die Feuerwehrmänner und -frauen öfter zu tun haben, gibt Torsten Rönisch, Kreisbrandmeister des Hohenlohekreises, zu bedenken. Das erste Problem sei, dass Wasser nicht einfach vor Ort zu kriegen sei. Man müsse teils lange Strecken mit Schläuchen überbrücken, um am Brandherd löschen zu können. Außerdem sei das Gelände meist unwegsam, die schweren Feuerwehrfahrzeuge könnten nicht bis an den Brand ranfahren. Auch Licht sei in den Abendstunden und nachts ein Problem. So steige die Verletzungsgefahr für die Feuerwehrleute.
Auch das Löschen an sich läuft anders ab. „Wir haben die kleinsten Schläuche benutzt, die wir haben, eher Kategorie Gartenschlauch“, erzählt Tobias Bechle vom Einsatz in Bretzfeld. Für Glutnester am Boden brauche man nicht so viel Wasser auf einmal, wie bei einem brennenden Haus. Außerdem seien die dünnen Schläuche natürlich leichter. Schließlich mussten diese viele hundert Meter durch den Wald gezogen werden, über Stock und Stein.
Feuerwehrleute graben nach Waldbrand in Bretzfeld glimmende Wurzeln aus
Sobald die Flammen abgelöscht waren, kam „Handwerkszeug“ zum Einsatz, wie Nico Feghelm es formuliert. Glimmende Wurzeln wurden ausgegraben, auch Totholz brannte, das verbrannte Material am Boden wurde auseinandergezogen. Außerdem wechselte das Feuer mit dem Wind die Richtung, so Feghelm. „Mit einer Art Rechen haben wir den Wald umgegraben. Das ist sehr anstrengend“, fügt Tobias Bechle hinzu.
Wenn die Waldbrandgefahr im weiteren Jahresverlauf wieder größer wird, hofft auch er, dass die Menschen sich vernünftiger verhalten. Bei vielen kämen die Warnungen aber nicht an. „Manche Leute verbrennen Möbel im Wald“, erzählt der Kommandant von Vorkommnissen in vergangenen Sommern.
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