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Küken wohl tot
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Storchen-Sterben in Hohenlohe? Experte nennt mögliche Gründe

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In Hohenlohe sind zuletzt mehrere Störche gestorben. In Kupferzell war es eines von drei Küken. In Schwäbisch Hall hat vom Nachwuchs niemand überlebt, auch in Untermünkheim gibt es Verluste. Laut einem Experten hat das bestimmte Gründe.


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Sie sind die Stars von Kupferzell: die Störche, die auf dem Jugendhaus der Gemeinde mit seinem markanten roten Klinker-Schornstein brüten. Viele Menschen bleiben stehen und schießen Fotos von dem Paar und seinen Küken. Auch die ortsansässige Leserin Anja Ascher hat der Redaktion ein Foto geschickt, auf dem Anfang Juni wunderschön zu sehen ist, wie die drei ehemals flauschigen, kleinen, grauen Federbällchen zu richtig großen jugendlichen Störchen mit weißen Gefieder gewachsen sind.

Storchen-Sterben in Hohenlohe: Küken in Kupferzell tot

Doch leider sind es mittlerweile keine drei Jungvögel mehr: Eines der drei Storchenküken in Kupferzell ist tot. Damit geht es nach dem tragischen Unfall im Erlebnispark Tripsdrill mit den traurigen Nachrichten für alle Storchen-Fans weiter. In Kupferzell ist das Storchenküken um Pfingsten herum gestorben. Diese traurige Nachricht machte der Schwäbisch Haller Naturfilmer Frank Lauter, der die Tiere regelmäßig beobachtet, Anfang der Woche unserer Redaktion. Die Leiche des jungen Storchs fand er zwar nicht – allerdings säßen erkennbar nur noch zwei von drei Jungtieren im Nest.

Zwei der drei Kupferzeller Storchenküken sind noch am Leben. Sie haben jetzt das Jugendalter erreicht, sehen gut genährt aus und werden bald flügge.
Foto: Frank Lauter
Zwei der drei Kupferzeller Storchenküken sind noch am Leben. Sie haben jetzt das Jugendalter erreicht, sehen gut genährt aus und werden bald flügge. Foto: Frank Lauter  Foto: Frank Lauter

Das Storchenpaar, das nach seinem Umzug vom Sudhaus der alten Brauerei in Schwäbisch Hall, wo es durch Bauarbeiten vertrieben worden war, bereits das zweite Jahr in Folge auf dem Schornstein der Alten Molkerei in Kupferzell brütet, hat damit erneut Pech mit seiner Brut. Im vergangenen Jahr waren nach starkem Regen mit Hochwasser und Kälte alle drei Babys gestorben. Auch dieses Jahr kommen von drei Tieren höchstens zwei durch.

Storchenküken sterben in Hohenlohe: Das sind die möglichen Ursachen

Was dieses Mal der Grund für den Tod ist, darüber kann nur spekuliert werden: Alle drei Jungstörche hätten zuletzt relativ gut genährt ausgesehen, befand Naturfotograf Lauter. Während zwei von ihnen sehr gierig seien und seiner Ansicht nach auch genug vom Futter abbekämen, habe er beim dritten den Eindruck gehabt, dass er beim Füttern etwas zu kurz komme.

Selten überleben alle Jungtiere einer Storchenbrut. Typische Todesursachen sind Nässe, Kälte, Krankheiten, Mangelernährung – laut Lauter sei es ein schlechtes Jahr für Mäuse, eine Hauptnahrungsquelle der Störche – und nicht selten töten auch Eltern ein Junges, wenn sie den Eindruck haben, dass es zu schwach sei oder sie nicht alle durchfüttern könnten. Falls fremde Störche ins Revier eindringen, könne auch das zu tödlichen Kämpfen führen.

Untermünkheimer Storchenpaar verliert zwei Küken – Jungtier auch in Schwäbisch Hall gestorben

Ein weiteres Paar, das derzeit wenige Kilometer weiter in Untermünkheim wohnt, hat ebenfalls Pech: Seine zwei Küken sind Anfang Mai tot vor dem Rathaus gefunden worden, auf dessen Dach die Störche brüten. Ein aufmerksamer Leser will aber ein drittes Köpfchen beobachtet haben, das vor wenigen Tagen seinen Schnabel aus dem Nest gereckt hat. Andere Leser, die mit dem Haller Tagblatt im Austausch stehen, sagen hingegen: Das Verhalten der Eltern spreche nicht dafür, dass im Nest noch ein Junges lebe. Die Untermünkheimer seien sehr traurig darüber. Das Nest dort ist schwer einsehbar.

Auch ein junges Storchenpaar in Schwäbisch Hall hat sein einziges Küken verloren. In Gommersdorf bei Krautheim hingegen saßen bei einem Ortsspaziergang der HZ-Mitarbeiterin Isabell Kähny vor zwei Wochen die Störche noch quicklebendig im Nest.

Vom Flügge werden bis zum Winterquartier: So geht es mit den Kupferzeller Störchen weiter

Wie geht es mit den Kupferzeller Störchen weiter? Der Größere von beiden stehe schon aufrecht und mache erste Flugübungen, hat Naturexperte Frank Lauter beobachtet. Bald würden sie flügge werden und erste gemeinsame Flüge mit ihren Eltern unternehmen. Ende August werden sie dann voraussichtlich mit anderen Jungstörchen aus der Region vor ihren Eltern ihre erste Reise ins Winterquartier nach Afrika unternehmen.

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