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Sexualpädagogik in Künzelsau: Expertin ordnet Begriffe wie "Masturbationsräume" ein

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Ein Kindergarten im Künzelsauer Stadtteil Taläcker sorgt mit seinem sexualpräventiven Konzept für Aufruhr. Auszüge mit Begriffen wie "Masturbationsräume" kursieren im Netz. Eine Expertin klärt auf.


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Immer noch angespannt ist die Lage rund um den Kindergarten Taläcker und bei vielen weiteren Menschen im Netz. Seit vergangener Woche erhitzt das neue sexualpädagogische Konzept die Gemüter. Auszüge waren im Netz geteilt worden und werden noch immer teilweise unsachlich diskutiert.

Expertin ordnet sexualpädagogisches Konzept in Künzelsauer Kindergarten ein

Elke Hammel, Leiterin von Infokoop im Hohenlohekreis, einer Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen hat schon vor einigen Jahren Kindergärten wie etwa in Öhringen bei der Ausarbeitung solcher Konzepte unterstützt.

„Mein Wunschtraum war es schon damals, dass jeder Kindergarten ein solches Konzept hat“, erklärt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Mit Frühsexualisierung im Kindergarten habe das nichts zu tun. Zu dem Konzept gehöre, dass Kinder sagen könnten, was normal sei und was nicht. Sie sollen lernen, wo ihre Grenzen seien und wie sie Hilfe holen können. „Täter nutzen Lücken in der Aufklärung aus und erklären Opfern, dass ihr Tun normal sei“, sagt Hammel.

Dass es nicht nur Befürworter bei solchen Themen gibt, ist auch für Hammel nichts Neues. Sie erinnert sich an „herausfordernde Elternabende“. Erwachsene „schauen da einfach durch ihre Brille“, ergänzt sie.

Masturbationsräume in Kindergärten? Wichtig sei, Eltern zu informieren 

Manchmal habe man noch keine gute Sprache gefunden, um das Eltern zu vermitteln und spreche dabei etwa den Begriff „Masturbationsraum“ an, der völlig falsch verstanden werde. Deshalb gehöre es dazu, die Eltern umfassend zu informieren. Denn oft sei Unsicherheit der Grund, weshalb viele eine Ablehnungshaltung einnähmen.

Laut Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) von 2021 muss jede Kita ein Präventions- und Gewaltschutzkonzept haben. Ein sexualpädagogisches Konzept kann ein Unterpunkt davon sein. In der Orientierungshilfe des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) sind folgende Punkte aufgeführt: Prävention, Personal, Potenzial- und Risikoanalyse und Intervention. Das bestätigt das Landratsamt Hohenlohekreis auf Nachfrage. Eine Kindergartenfachberaterin, die beim Landratsamt arbeitet, kann beratend hinzugezogen werden. 

Aufklärung im Kindergarten in Künzelsau und anderswo: Konzepte auch in anderen Bereichen 

Kindergärten sind nicht die einzigen, die für dieses Thema sensibilisiert sein müssen. Seit über fünf Jahren ist es für jede Kirchgemeinde Pflicht, einen Präventionskatalog aufzustellen, hatte der katholische Hohenloher Dekan Ingo Kuhbach schon vor etwas mehr als einem Jahr gegenüber unserer Redaktion erklärt. Zielsetzung ist die gleiche: nämlich der Schutz der Kinder. 

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