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Self-Service-Wertstoffhof rund um die Uhr – taugt das Modell im Hohenlohekreis?

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Im Landkreis Karlsruhe ist ein Pilotprojekt gestartet. Bürger können dort laut Anbieter „unkompliziert, schnell und unabhängig von den regulären Öffnungszeiten“ ihre Wertstoffe entsorgen. Wäre das nicht auch ein Modell für den Hohenlohekreis?


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In Pfinztal startete am 4. März der erste Self-Service-Wertstoffhof im Landkreis Karlsruhe. „Dort können Bürger unkompliziert, schnell und unabhängig von den regulären Öffnungszeiten ihre Wertstoffe entsorgen“, hieß es in der Ankündigung. Das Pilotprojekt mit Selbstbedienungscharakter solle „Entsorgungswege vereinfachen“ und insbesondere Berufstätigen zugute kommen.

Wäre das nicht auch ein Modell für den Hohenlohekreis? Die hiesige Abfallwirtschaft hatte zuletzt immer wieder mit Personalmangel zu kämpfen, infolgedessen einzelne Recyclinghöfe zeitweise geschlossen wurden. Auch die Kundenfreundlichkeit wird von der AWH immer wieder hochgehalten.     

Self-Service-Wertstoffhof in Pfinztal gestartet: Neues Modell für flexible Entsorgung auch in Hohenlohe?

„Das ist grundsätzlich eine reizvolle Idee: Bürgerinnen und Bürger fahren unabhängig von Öffnungszeiten auf den Recyclinghof und geben dort – korrekt getrennt – Wertstoffe im jeweils richtigen Container ab“, erklärt AWH-Sprecherin Anja Kohr. „Auch wir haben uns Modellprojekte dieser Art bereits angesehen.“

Ein Recyclinghof ganz ohne Aufsicht und außerhalb der Öffnungszeiten im Self-Service nutzbar? Das kommt für die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis nicht infrage.
Ein Recyclinghof ganz ohne Aufsicht und außerhalb der Öffnungszeiten im Self-Service nutzbar? Das kommt für die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis nicht infrage.  Foto: Reichert, Ralf

Aber: „Wir sehen derzeit davon ab.“ Denn: „Es gibt eine Reihe von Gründen, warum ein Self-Service-Recyclinghof nur in engen Grenzen und mit einem hohen Invest möglich ist.“

Self-Service-Konzept ist laut Abfallwirtschaft Hohenlohe viel zu teuer 

Die Investitionskosten pro Recyclinghof lägen so im siebenstelligen Bereich. „Diese Millionen müssten vom Gebührenzahler getragen werden.“ Da in einem Flächenlandkreis wie dem Hohenlohekreis nicht nur ein einzelner „Self-Service-Recyclinghof“ ausreiche, gleichzeitig aber die Bevölkerungsdichte eher gering sei, wäre die Belastung pro Haushalt enorm.  

Praktische Probleme erschweren Self-Service-Recyclinghof zusätzlich

„Dass das Thema Mülltrennung im Alltag leider nicht immer einfach ist, erleben wir täglich auf unseren Höfen und an der Service-Hotline. Hier müsste eine Rückfragemöglichkeit bestehen, die wiederum Personal bindet, das bei dieser Art Recyclinghof ja eigentlich eingespart werden sollte“, so Kohr. Bei Störungen müsste ebenfalls Personal direkt vor Ort unterstützen. Elektrogeräte könnten nicht einfach vom Bürger in einen Container gelegt werden.

Gesetzlich sei hier mittlerweile sogar ein „Thekenmodell“ vorgeschrieben. Batterien und Akkus müssten nach Typ getrennt sortiert werden. Auch dies sei gesetzlich geregelt. Und. „Vor der Abgabe von Grüngut und Reisig müssen Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebes eine Sichtkontrolle vornehmen. Dies schreibt die Bioabfallverordnung vor.“ Und: „Last but not least möchte sich auch nicht jeder beim Abgeben seiner Abfälle filmen lassen.“

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