Recyclinghof in Künzelsau geschlossen: Gravierende Sicherheitsmängel besiegeln Aus
Die abrupte Schließung des Standorts auf dem Gelände der städtischen Kläranlage verärgert viele Bürger, ist laut Abfallwirtschaft Hohenlohekreis aber alternativlos. Bald öffnet ein Interims-Recyclinghof auf dem Parkplatz in der Würzburger Straße. Wie geht es dann weiter?
Die abrupte Schließung des Recyclinghofs in Künzelsau erhitzt die Gemüter. Verärgerte Bürger fühlen sich von der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis (AWH) vor den Kopf gestoßen und vermissen eine klare Kommunikation.
Von einer Schließung des Recyclinghofs in Künzelsau war nie die Rede
Die Verwunderung ist verständlich. Denn eigentlich sollte Künzelsau von einem kleinen zu einem großen Recyclinghof aufgewertet werden. Von einer Schließung war nie die Rede gewesen. Klar war nur: Der jetzige Standort auf dem Gelände der städtischen Kläranlage ist ein Auslaufmodell. Einen neuen Standort zu finden, gestaltet sich aufgrund der engen Tallage Künzelsaus allerdings schwierig. AWH und Stadt sprechen darüber schon länger.
Aus für Künzelsauer Recyclinghof besiegelt: Warum so plötzlich?
Warum wurde der bestehende Platz jetzt so plötzlich und ohne Vorwarnung dichtgemacht? AWH-Sprecherin Anja Kohr antwortet: „Der Standort auf dem Gelände der Kläranlage bringt einige Herausforderungen mit sich: Der Betrieb war zur Sicherheit der Bürger nur während der Anwesenheit von Kläranlagen-Mitarbeitern möglich. Gleichzeitig waren die räumlichen Möglichkeiten begrenzt, daher fand mancher Container seinen Stellplatz vor dem Zaun des Recyclinghofs.“
„Grundlegende sicherheitsrelevante Mängel“ bei Recyclinghof festgestellt
Bei einer Begehung durch eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit seien nun „grundlegende sicherheitsrelevante Mängel festgestellt“ worden, „die auf den Standort auf dem Gelände einer Kläranlage zurückzuführen sind“.
Die Abfallwirtschaft im Hohenlohekreis sei „dringend dazu aufgefordert“ worden, den Betrieb auf dem Gelände der Kläranlage einzustellen. „Der Aufforderung der Fachkraft für Arbeitssicherheit mussten wir aus rechtlichen Gründen nachkommen“, erklärt AWH-Geschäftsführer Christoph Bobrich.
Teil des Schotterparkplatzes wird zur Überbrückung genutzt
„Wir verstehen den Unmut der Bürger, bitten aber um Verständnis, dass dieser Schritt zu ihrem eigenen Schutz notwendig war. Zusammen mit der Stadtverwaltung Künzelsau arbeiten wir intensiv an einer Lösung für einen Interimsstandort.“ In Abstimmung mit der Stadt Künzelsau sei ein Teil des Schotterparkplatzes in der Würzburger Straße als Standort für einen Interimsrecyclinghof ausgewählt worden. Für den Betrieb seien jedoch noch verschiedene Investitionen sowie die erforderlichen Genehmigungen notwendig.
Standort in Künzelsau bleibt erhalten
Außer Frage steht auch, dass der Standort in Künzelsau dauerhaft erhalten bleiben wird. „Für unsere Einwohner ist ein eigener Recyclinghof notwendig“, bestätigt Bürgermeister Stefan Neumann. Bereits vor einiger Zeit habe man der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis ein Interimsgrundstück angeboten und stelle es nun zur Verfügung: eine Teilfläche des provisorischen Parkplatzes in der Würzburger Straße.
Ein Teil müsse durch die Abfallwirtschaft asphaltiert werden, ein Personalcontainer werde zusätzlich gestellt. „So werden kurzfristig auch wieder alle Angebote des alten Recyclinghofes auf dem Übergangsstandort zur Verfügung stehen können“, sagt Neumann.
Erst 2018 wurde das Konzept geändert – jetzt schon wieder
Die AWH-Konzeption sieht vor, dass es neben dem zentralen Wertstoffhof in Beltersrot nur noch sechs große Recyclinghöfe in Bieringen, Dörzbach, Künzelsau, Öhringen, Niedernhall und Schwabbach sowie einen kleinen in Mulfingen geben wird. Acht kleine Recyclinghöfe, vier größere Schwerpunkthöfe, dazu der zentrale Wertstoffhof in Beltersrot: Mit diesem Portfolio hatte die AWH ihre Standorte erst 2018 großflächig umstrukturiert.
Jetzt ordnet sie ihre Dienstleistungen in diesem Bereich schon wieder grundlegend neu. Der Recyclinghof in Dörzbach wird als Nächstes neu gebaut, er befindet sich noch in der Genehmigungsphase. „Derzeit ist der Bebauungsplan in Bearbeitung, der Bauantrag ist bereits durch die AWH vorbereitet“, sagt AWH-Sprecherin Anja Kohr.
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