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Abfallwirtschaft stellt Konzept um

Weniger Recyclinghöfe mit mehr Abgabemöglichkeiten in Hohenlohe

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Die kleinen Recyclinghöfe im Hohenlohekreis verschwinden. Stattdessen wird es sechs große Standorte geben, auf denen mehr Müllarten abgegeben werden können. Was das ganz konkret für die Bürger heißt.


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Acht kleine Recyclinghöfe, vier größere Schwerpunkthöfe, dazu der zentrale Wertstoffhof in Beltersrot: Mit diesem Angebot strukturierte die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis ihre Standorte Anfang 2018 großflächig um. Jetzt ordnet die AWH ihre Dienstleistungen in diesem Bereich schon wieder grundlegend neu. Künftig wird es nur noch sechs größere Recyclinghöfe in Dörzbach, Schwabbach, Bieringen, Öhringen, Niedernhall und Künzelsau geben sowie den zentralen Wertstoffhof in Beltersrot. Lediglich ein kleiner Recyclinghof bleibt übrig: der in Mulfingen.

Weniger Recyclinghöfe in Hohenlohe: Das sind die Gründe für den strategischen Umschwung

Was führte zu diesem strategischen Umschwung? „Für uns war deutlich zu spüren, dass die beschränkten Abgabemöglichkeiten auf den kleinen Recyclinghöfen dazu führten, dass oftmals der Weg zu einem großen Recyclinghof gewählt wurde, weil dort beispielsweise gleichzeitig der Kühlschrank oder große Fernseher abgegeben werden kann“, erklärt AWH-Sprecherin Anja Kohr. „Gleichzeitig erreichte uns immer wieder der nachvollziehbare Hinweis, dass der Wertstoffhof Stäffelesrain in Beltersrot als einzige Abgabemöglichkeit für Sperrmüll und andere zu bezahlende Abfälle für viele eine extrem weite Anfahrt bedeutet. Diese Hinweise setzen wir derzeit mit dem Ausbau des Angebots der großen Recyclinghöfe um.“

Der Recyclinghof in der Ziegeleistraße in Öhringen ist seit April 2022 in Betrieb. Vorher war er an der Kuhallmand. Der Mietvertrag lief wie in Niedernhall aus, wo der Standort im Oktober 2023 von der Bahnhofstraße in den Warrwiesenweg wechselte.
Der Recyclinghof in der Ziegeleistraße in Öhringen ist seit April 2022 in Betrieb. Vorher war er an der Kuhallmand. Der Mietvertrag lief wie in Niedernhall aus, wo der Standort im Oktober 2023 von der Bahnhofstraße in den Warrwiesenweg wechselte.  Foto: Reichert, Ralf

Als die Stimme im Sommer 2024 zuletzt über die schrittweise Schließung kleinerer Recyclinghöfe berichtete, nannte die AWH als weitere Gründe die geringen Mengen an abgegebenen Wertstoffen und den Personalmangel. Die Wirtschaftlichkeit schwinde, gesetzliche Vorschriften würden immer schärfer und die Kosten für die Entsorgung und den Transport von Müll steigen.

Nach und nach wurden im Hohenlohekreis immer mehr kleinere Recyclinghöfe geschlossen

Bereits Ende September 2018 wurde der kleine Recyclinghof am Öhringer Ö-Center dichtgemacht, weil das Einkaufszentrum seinen Parkplatz erweiterte. Ende Dezember 2023 schloss der kleine Recyclinghof in Waldenburg aus den soeben genannten Gründen, zum 1. August 2024 stellten dann auch die kleinen Höfe in Neuenstein, Gommersdorf und Ernsbach ihren Betrieb ein. „Der kleine Recyclinghof in Bieringen wurde nach und nach zum großen Recyclinghof umgebaut“, berichtet Kohr. Genau dies sei auch für Künzelsau vorgesehen, der Hof werde komplett neu gebaut.

Recyclinghöfe im Hohenlohekreis: So ist die Lage im Jagsttal

Um den Bürgern im Jagsttal den weiten Weg zum zentralen Wertstoffhof in Beltersrot zu ersparen, sei Bieringen ausgewählt worden. „Das dortige Service-Angebot wurde peu à peu an das der großen Recyclinghöfe angepasst“, so Kohr. Der große Recyclinghof in Dörzbach wird an einen neuen Standort ziehen, weil die Firma Kocher-Jagst-Beton die Fläche in der Sonnenhalde beansprucht. Die neue Fläche liegt nicht weit entfernt zwischen der Firma Rüdinger und dem Penny-Markt im Unteren Ried.

„Nach wie vor dürfen wir auf der bisherigen Fläche in Dörzbach unseren Recyclinghof betreiben“, sagt Kohr. „Sollte der Eigentürmer den Platz benötigen, steht uns ein Interimsplatz zur Verfügung, auf dem wir jedoch nicht das gesamte Spektrum eines großen Recyclinghofes anbieten können.“ Zum neuen Standort sei die AWH „nach wie vor im guten Austausch mit der Gemeinde, um für alle Beteiligten ein optimales Ergebnis zu erzielen“. Eine „finale Zusage“ stehe jedoch noch aus.

Der Recyclinghof in Neuenstein wurde zum 1. August 2024 geschlossen – so wie die kleineren Standorte in Gommersdorf und Ernsbach.
Der Recyclinghof in Neuenstein wurde zum 1. August 2024 geschlossen – so wie die kleineren Standorte in Gommersdorf und Ernsbach.  Foto: Reichert, Ralf

Recyclinghof-Standort in Mulfingen mit Besonderheit

Warum bleibt dann am Ende ausgerechnet noch ein kleiner Recyclinghof in Mulfingen übrig? „Der Platz ist eine Besonderheit. Er wird komplett von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Die AWH stellt lediglich die Mitarbeiter während der Öffnungszeiten und die Container inklusive Entsorgung.“ Damit könne man den Bürgern in Mulfingen, „die ebenfalls lange Anfahrtswege zu den nächstgelegenen großen Recyclinghöfen haben, diesen Service zu überschaubaren Kosten bieten“.

Dieser Abfall kann auf dem zentralen Wertstoffhof in Beltersrot entsorgt werden

Auf dem zentralen Wertstoffhof in Beltersrot können am meisten Müllarten entsorgt werden: ohne zusätzliche Kosten von Altkleidern bis Tonerkartuschen, gegen Vorlage der Wertmarken bestimmte Mengen an Altholz aus dem Innenbereich, Bauschutt und Sperrmüll – sowie gegen Bezahlung Altholz aus dem Außenbereich sowie Altreifen und Dämmwolle, Fenster und Restmüll.

Diese Müllarten können auf den großen Recyclinghöfen abgegeben werden

Auf dem großen Recyclinghof in Öhringen kann seit Februar2025 ebenfalls Altholz aus dem Außenbereich abgegeben werden. „Seitdem ist dort das Bezahlen von Abfällen mit einer EC- oder Kreditkarte möglich“, sagt AWH-Sprecherin Anja Kohr. Außerdem kann dort Sperrmüll entsorgt werden – so wie in Niedernhall. Auf diesen zwei großen Höfen ist außerdem die Abgabe von Altholz aus dem Innenbereich sowie Bauschutt möglich – so wie in Schwabbach, Dörzbach und Bieringen. Auf diesen fünf großen Recyclinghöfen können zudem alle Abfälle ohne zusätzliche Kosten entsorgt werden wie in Beltersrot, E-Zigaretten sind nur dort und in Öhringen und Niedernhall möglich.

Nach und nach sollen alle großen Höfe auf denselben Stand gebracht werden. Der kleine Recyclinghof in Künzelsau nimmt auch Elektrogroßgeräte und Weiße Ware an, der in Mulfingen nur ein Grundsortiment. 

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