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Aussagen des inhaftierten Öcalan
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Auflösung der PKK? Kurden und Türken aus dem Raum Heilbronn äußern sich

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Abdullah Öcalan, der Anführer der kurdischen Arbeiterpartei PKK, hat aus dem Gefängnis dazu aufgerufen, die Partei aufzulösen. Wie kommt das bei Kurden und Türken im Raum Heilbronn/Hohenlohe an?


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Der inhaftierte Anführer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, hat seine Anhänger dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen. Alle Gruppen müssten ihre Waffen niederlegen und die in der Türkei als terroristisch eingestufte PKK müsse sich auflösen, hieß es in einer von der prokurdischen Partei Dem (Partei für Emanzipation und Demokratie der Völker) in Istanbul verlesenen Erklärung von Öcalan. Wie reagieren Kurden aus der Region Heilbronn und Hohenlohe auf diese Entwicklungen?

PKK-Chef Öcalan ruft zu Waffen-Niederlegung auf: was das Kurdische Gesellschaftszentrum Heilbronn hofft

Viele Kurden verfolgen die Verhandlungen, die die türkische Oppositionspartei Dem zwischen den Kurden und dem türkischen Staat führt, schon seit dem ersten Tag. Das sagt Gülistan Ates, die Sprecherin des kurdischen Gesellschaftszentrums Heilbronn. „Die Menschen sitzen vor dem Fernseher und verfolgen das“, sagte sie gegenüber der Heilbronner Stimme auf die Frage, wie Kurden hier in der Region auf dem neuesten Stand über die Entwicklungen von Donnerstag bleiben.

Die Verkündung von Öcalan verbreite Hoffnung und Mut, dass beide Seiten die Waffen niederlegen werden, sagt Ates, dass ein aufrichtiger Friedensprozess auf Augenhöhe abseits des militärischen Konflikts beginnen könne.

Äußerungen von PKK-Chef Öcalan: so reagiert die Deutsch-Türkische Gemeinde in Öhringen 

Auch Menderes Selcuk findet die Entwicklung „mit Sicherheit einen ganz wichtigen und schönen Schritt“ auf dem Weg zu mehr Miteinander unter den Volksgruppen in der Türkei. Unter den Deutsch-Kurden und den Deutsch-Türken hierzulande sei das Thema aber zweitrangig, meint der Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Gemeinde in Öhringen. In seinem Kulturverein, wo türkisch- und kurdisch-stämmige Menschen Mitglied seien, stehe das Miteinander im Vordergrund.

Kurdisch-Türkischer Konflikt in Deutschland heute kaum noch spürbar

Hier gehöre jeder gleichberechtigt dazu, dessen familiäre Wurzeln aufs türkische Staatsgebiet zurückreichten: „Uns geht es um das soziale Leben der Migranten, der Verein fördert das Zusammenleben. Wir haben unterschiedliche ethnische Wurzeln, und wir haben da nie einen Unterschied gemacht.“ Das sei in der Vereinssatzung auch „ganz strikt geregelt“: „Und es sollte auch keinen Unterschied geben“, findet Selcuk aus persönlicher Überzeugung. Um Heilbronn herum sei es zum Teil anders, wo manche Kulturvereine gezielt Menschen der einen oder anderen Ethnie ansprächen.

Selcuk gibt aber auch zu, dass die politische Dimension der Kurdenfrage in Deutschland schon lange keine Rolle mehr spiele. „Der Konflikt spielte hier in den 90ern, als ich selbst ein Jugendlicher war. Heute gestaltet sich das ganz anders.“ Kurdisch- und Türkischstämmige gingen in Deutschland heute sehr viel aufgeklärter miteinander um, „das fördert das Zusammenleben weiter“.

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