Spielenachmittag mit den Senioren: Grundschüler besuchen Öhringer Pflegeheim
|
2 Min
Erfolgreich kopiert!
Jeden Montag besucht eine AG der Hungerfeldschule die Seniorenheimat Öhringen. Ein Nachmittag voller Trubel, Freude und Gelächter, der zeigt, dass Gewinnen nicht das Wichtigste ist.
Grundschüler der Hungerfelschule spielen montagnachmittags mit Senioren der Seniorenheimat Öhringen.
Foto: Landes, Klara
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Glomex, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Externer Inhalt
Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.
„Ihr werdet sehnsüchtig erwartet“, begrüßt eine Betreuungskraft die vier Schüler der Hungerfeldschule. Ejna, Pavel, Marlon und Mayla laufen gemeinsam mit AG-Leiterin Bettina Möhler in den Aufenthaltsraum der Tagespflege der Seniorenheimat Öhringen. Noch ist es ruhig, die Senioren warten gespannt, die Kinder schauen sich erst einmal um.
Spielenachmittag: Grundschüler besuchen die Seniorenheimat Öhringen regelmäßig
Dann schnappt sich einer der Schüler einen Stuhl und setzt sich zwischen zwei Frauen an den Tisch. Seine Mitschüler haben auf einem kleinen Tisch daneben Looping Louie entdeckt und schon geht es los: Es bilden sich Gruppen. Kinder und Senioren teilen sich auf die Spiele auf.
„Vier Kinder, das ist optimal. Sonst wird es stressig“, erklärt Susanne Gembus. Als sie von dem Angebot erfahren hat, habe sie sich unheimlich darauf gefreut. Ein eher zurückhaltender Senior, „der hat sich so amüsiert“, erinnert sich die 65-jährige Betreuungskraft an das vergangene Mal mit den Kindern. Der Senior habe sogar Rührungstränchen in den Augen gehabt, als die Kinder sich verabschiedeten.
Der Kinderbesuch ist schön, aber auch anstrengend: „Die Senioren sind nach so einem Nachmittag brotfertig“, erklärt Gembus und lacht. Die Nachmittage mit den Kindern tun den Senioren unheimlich gut.
Grundschüler der Hungerfelschule spielen montagnachmittags mit Senioren der Seniorenheimat Öhringen.
Foto: Landes, Klara
Senioren und Kinder spielen gemeinsam: AG der Hungerfeldschule Öhringen
Das kann auch Renate Ucik bestätigen, der 92-jährigen Seniorin bereiten die Besuche der Kinder Freude. „Ich mag aber lieber zuschauen, es macht immer Spaß mit den Kindern“, sagt sie. Sie sei zu alt zum Spielen, das Angebot bereite ihr dennoch gute Laune.
„Die älteren Herrschaften freuen sich“, erklärt Möhler. Die AG fördere Verständnis auf beiden Seiten, teilweise seien die Umgebung und die Menschen ungewohnt für die Kinder. So sei etwa der Geruch, wenn man ins Heim kommt, etwas, woran sich die Kinder erst einmal gewöhnen müssen. Auch, dass mache Senioren immer wieder das Gleiche erzählen. Doch die Kinder lernen, Rücksicht zu nehmen.
Schülerin Enja besucht die AG regelmäßig, „weil ich es so wollte“. Gerne probiert sie hier neue Spiele aus. Daheim spielt sie mit ihrer Schwester, das Spielen im Seniorenheim sei nicht anders, erklärt die Achtjährige. Der ebenfalls achtjährige Pavel kommt auch jede Woche zum Spielenachmittag, besonders Spaß macht ihm Memory.
Kinderbesuch in der Seniorenheimat Öhringen: AG der Hungerfeldschule
Anne Maurer ist von der stationären Pflege zu Besuch zur Tagespflege hinüber. Das Angebot mit den Kindern besuche sie zum ersten Mal: „Ich finde es in keiner Weise schlimm, nicht mehr zu gewinnen“, sagt sie. „Es ist ziemlich lebhaft“, freut sich die 90-Jährige. Trotzdem sei es schön, wenn es nicht gar zu laut werde. „Viele sind das halt nicht gewöhnt.“
Evelyn Herrmann erinnert der Spielenachmittag an früher. Etwas anders sei es trotzdem, die Spiele etwa seien andere. Ob die Seniorin mit ihren mehr als 70 Jahren nächstes Mal noch ein neues Spiel lernen möchte, weiß sie noch nicht.
Mensch ärgere dich nicht und Bilderquiz: Grundschüler spielen in AG mit Senioren
„Ich finde die AG toll und finde es toll, wenn wir die Alten besuchen können“, freut sich der neunjährige Marlon. Es macht ihm Spaß zu spielen, besonders etwa Mensch ärgere dich nicht. Ein bisschen anders als daheim sei es schon: „Es sind viel mehr Menschen und es gibt andere Spiele.“
Mitschülerin Mayla gefällt es, dass die Senioren Zeit für die Schüler haben. „Mir macht es Spaß, mit ihnen zu spielen.“
Dreiviertelstunde voller Spiele, Spaß und Austausch: Grundschüler in Seniorenheim
Auch Gerda Hammel freut sich über das Angebot. Das Lieblingsspiel der 91-Jährigen: Bingo. Gewinnen mache ihr Spaß: „Da ist man wieder wie ein kleines Kind und freut sich.“ Tatsächlich wird am Nachmittag noch eine Runde Bingo gespielt: „Ich hab gewonnen, ich habe Bingo gemacht“, freut sich Hammel.
Die Dreiviertelstunde ist schnell vorbei: „Ihr Kinder habt wieder herrlich Freude gemacht“, verabschiedet Gembus die Runde.
Im Februar 2024 ging Bettina Möhler, selbst Mutter eines Schülers, mit ihrer Idee auf die Hungerfeldschule zu. „Mit jemandem, der dement ist, ist es manchmal schwer, zu reden“, weiß sie. Es sei besser ins Tun zu kommen. Das geht beispielsweise mit bekannten Brettspielen. Mittlerweile gibt es montags eine AG, bei der Kinder abwechselnd in die stationäre Pflege und Tagespflege der Seniorenheimat Öhringen gehen für jeweils für etwa 45 Minuten.
Möhler ist Physiotherapeutin und Osteopathin. Sie weiß: „Senioren und Kinder harmonieren miteinander.“ Die Senioren haben Geduld, die Kinder können Spiele spielen. Eine „Win-Win-Situation“, freut sich Möhler.
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare