Das Aktionsbündnis „A6 - Sanieren statt Ausbau“ hat sich im Frühjahr 2025 formiert. Nach einer Flyer-Aktion entlang der Anwohnergemeinden entlang der A6 veröffentlichte die Gruppe am 7. Juli ein Positionspapier. Insgesamt unterschrieben über 1700 Personen eine Petition gegen den Ausbau. Das sind 0,8 Prozent aller Wahlberechtigten im Bundestagswahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Folgende Verbände sind Teil des Aktionsbündnisses: Bürgerinitiative Öhringen klimaneutral 2035, Verkehrsclub Deutschland (VCD), Bürgerinitiative Hoher Markstein, Hohenlohe for Future, ADFC Hohenlohe, Initiative Hohenlohe Sorge, BUND Hohenlohe.
Über 1700 Unterschriften gegen A6-Ausbau durch Hohenlohe
Das Aktionsbündnis A6 hat mehr als 1700 Unterschriften gegen den Ausbau der A6 in Hohenlohe übergeben. Es fordert statt eines Neubaus die Sanierung der 65 Kilometer langen Strecke.
Das Aktionsbündnis A6 hat über 1700 Unterschriften gegen den Ausbau der A6 durch Hohenlohe gesammelt. Eine damit in Verbindung stehende Petition, die statt dessen nur eine Sanierung der 65-Kilometer-Strecke fordert, hat das sechsköpfige Sprecherteam um Hubert Meixner an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder übergeben: in einem Schreiben vom 12. Januar.
Petition gegen Ausbau der A6: „Unverantwortlich hoher Verbrauch von Ressourcen“
„Die Unterzeichnenden bringen damit zum Ausdruck, dass keineswegs die ganze Region Hohenlohe hinter den im Jahr 2011 präsentierten Autobahn-Ausbauplänen steht.“ Deren Umsetzung in der gewählten Variante einer Nordverschwenkung der bisherigen Trasse „wäre mit einem unverantwortlich hohen Verbrauch von Ressourcen verbunden“, etwa dem „Verlust von über 300 Hektar Ackerboden, gigantischen Mengen an Beton und Energie durch den Neubau von 80 Brückenbauwerken und Kosten von einigen Milliarden Euro“.

Am 16. Februar schreibt Meixner an Schnieder: „Leider haben wir bisher von Ihnen keine Antwort erhalten.“ Dafür kündigt er an, am 18. Februar mit den Seinen zum „Verkehrspolitischen Dialog“ nach Gaisbach zu kommen. CDU-Landtagskandidat Tim Breitkreuz und CDU-Bundestagsabgeordneter Christian von Stetten haben den Bundesverkehrsminister eingeladen. Meixner: „Wir werden Ihnen aufmerksam zuhören.“
Marode Brücken: Volker Ludwig bringt Verstärkungssystem von Würth ins Spiel
Dabei bleibt es freilich nicht. Zwei Sprecher melden sich selbst zu Wort. Volker Ludwig erklärt: Die A6 durch Hohenlohe sei „weder ein Unfallschwerpunkt noch ein Stauschwerpunkt“. Er wundere sich, warum diese Strecke im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans stehe. Weiter fragt er: „Warum müssen alle Brücken neu gebaut werden?“ Ein Verfahren von Würth, das marode Bauwerke im Bestand verstärke, sei „viel schneller und günstiger“. Damit meint er das „Relast-System“, mit dem Würth seit einiger Zeit in ganz Deutschland hausieren geht und auch schon einige Brückenprojekte auf Autobahnen an Land ziehen konnte.

Bundesverkehrsminister: Brücken neu zu bauen, ist am wirtschaftlichsten
Schnieder antwortet: „Es ist unbestritten, dass die Verkehrsbelastung auf der A6 so hoch ist, dass die Vierstreifigkeit nicht ausreichend ist. Den Schwerlastverkehr von 35 Prozent nimmt die Straße nicht mehr auf.“ Deshalb sei die Strecke in der höchsten Prioritätsstufe gelistet: dem „Vordringlichen Bedarf mit Engpassbeseitigung“. Dafür seien „viele Kriterien“ betrachtet worden, das „Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt deutlich über den Mindestanforderungen“. Zu den 80 Brücken sagt Schnieder: „Dass wir den Großteil neu bauen müssen“, sei der „wirtschaftlichere Weg“, denn: „Es wäre doch ein Schildbürgerstreich, wenn wir den Streckenzug sechsspurig ausbauen und die Brücken daneben liegen lassen, die irgendwann ebenfalls angegangen werden müssen.“
Christian von Stetten bedauert: „Es sind schon mehrere Personen nach schweren Unfällen gestorben“
Christian von Stetten erklärt: „Mich bedrückt, dass die Unfallgefahr etwas leicht genommen wird.“ Wegen des fehlenden Standstreifens in den provisorischen sechsspurigen Abschnitten seien schon „mehrere Personen“ nach schweren Unfällen gestorben. Es sei sehr traurig, „wenn Sie deswegen als MdB für diese Region sehr viele Anrufe bekommen“. Deshalb: „Die A6 auszubauen, ist schon aus Sicherheitsgründen notwendig“.
Patrick Schnieder: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Zahlen nicht stimmen“
Rolf Megerle, ein weiterer Sprecher des Aktionsbündnisses, kontert: „2011 wurde gesagt, der Verkehr werde bis 2025 um 35 Prozent zunehmen.“ Diese Vorhersage sei bei weitem verfehlt worden. Die neue Verkehrsprognose für 2040 gehe schon wieder davon aus, dass der Verkehr bis dahin um 35 Prozent zunehme. „Ich kann mir das alles nicht zusammenreimen.“ Patrick Schnieder entgegnet: „Die Kriterien und Kennzahlen des Bundesverkehrswegeplans sind eindeutig so, dass der Ausbau kommen muss. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Zahlen nicht stimmen.“
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Kommentare
Sebastian König am 26.02.2026 01:05 Uhr
Weniger labern, endlich mit dem Ausbau der A6 beginnen. Es gibt immer irgendjemanden der gegen etwas ist. Wir müssen solche Leute endlich wieder ignorieren um voranzukommen.