Öhringens Innenstadt soll attraktiver werden – Verkehrsversuch ab 2026 geplant
Die Aufenthaltsqualität in der Öhringer Innenstadt soll erhöht werden. Ob die Durchfahrtsbeschränkung des Marktplatzes dazu beiträgt, kann aktuell mit Zahlen nicht belegt werden. Deshalb soll 2026 ein Verkehrsversuch gestartet werden, um belastbare Zahlen und eine gute Lösung zu bekommen. Außerdem gibt es eine neue Fußgängerzone.
Eine weitere Runde dreht das Thema „Durchfahrtsbeschränkung auf dem Marktplatz“ im Gemeinderat. Mit dem Ergebnis: Die temporäre Durchfahrtsbeschränkung von Montag bis Freitag zwischen 19 und 5 Uhr sowie von Samstag 16 Uhr bis Montag 5 Uhr wird aufgehoben. 17 der 30 Stadträte unterstützten den Verwaltungsvorschlag.
Das heißt aber nicht, dass damit alles beim Alten ist. Im Gegenteil. Mit sechs weiteren Beschlüssen wurde formuliert, wie eine Attraktivitätssteigerung und mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erreicht werden sollen. Ganz wichtig dabei: Die Verwaltung wird beauftragt, für 2026 einen Verkehrsversuch auf dem Marktplatz vorzubereiten.
Maßnahmen für Öhringer Innenstadt: Marktplatz soll neu genutzt werden
Dabei solle mindestens eine Variante der geänderten Flächennutzung getestet werden, die zuvor Tim Wiesler von der Planersoziotät Karlsruhe vorgestellt hatte.

Zur Planung der konkreten Ausgestaltung sollen dabei die Akteure des Marktplatzes sowie die Öffentlichkeit beteiligt werden. Der Verkehrsversuch soll zudem evaluiert werden, damit die Ergebnisse Grundlage für die Entscheidung über das weitere Vorgehen genutzt werden können.
Verkehr auf Öhringer Marktplatz soll erhoben werden
Denn aktuell ist das nicht möglich: Es gibt keine Zahlen, die belegen, dass die Durchfahrtsbeschränkung erfolgreich ist oder nicht. Es gibt keine Vergleichszahlen, verweist auch Stefan Buchholz (CDU). Statt Fakten gibt es dafür umso mehr Emotionen: Oberbürgermeister Patrick Wegener verweist auf den langen Prozess, „der intensiv durch die Öffentlichkeit begleitet wurde“.
Das Thema autofreier Marktplatz war mehrfach im Gemeinderat diskutiert worden, hatte aber auch die Einzelhändler und Gewerbetreibenden und Gastronomen bewegt und dazu veranlasst, Petitionen zu starten (wir berichteten).
Anforderungen an Öhringer Marktplatz mit Akteuren diskutiert
Wiesler stellt den Prozess hin zur Entscheidungsfindung vor, der Workshops für die Räte, aber auch Gespräche mit Akteuren rund um den Marktplatz beinhaltete. Zudem wurde die Meinung von rund 150 Menschen auf dem Wochenmarkt eingeholt.
Wiesler betont: „Die Durchfahrtsbeschränkung bringt in der Wahrnehmung der Menschen keinen signifikanten Vorteil“. Es soll die Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz mit einfachen und intuitiven Regelungen gesteigert werden. Denn die Steigerung der Aufenthaltsqualität ist großer Wunsch der Befragten. Die Parkraumverlagerung von innen nach außen erfahre Zustimmung, ein Parkleitsystem sei wichtig. Die Rathausstraße solle Fußgängerzone werden. Radabstellanlagen seien unzureichend. Barrierefreiheit sei zudem wichtig, auf dem Kopfsteinpflaster aber nicht gegeben. Komfortstreifen könnten helfen. Ganz wichtig: Ein runder Tisch, der die Akteure der Innenstadt und die Verwaltung informell zusammenbringt.
Ideen für Öhringer Innenstadt: Drei Varianten für Marktplatz vorgestellt
Drei Folien zeigen, wie der Marktplatz während der Verkehrsversuche aussehen könnte: Es gibt weniger Verkehr, dafür einige Kurzzeitparkplätze und Ladeflächen und vor allem viel mehr Grün, Sitzmöglichkeiten und Außengastronomie. Variante zwei widmet ebenfalls Flächen um, trennt aber den Marktplatz von der Poststraße, hier ist die Durchfahrt nur für Bus oder Rad möglich. Variante drei mischt die beiden vorhergehenden Varianten und ergänzt um Komfortstreifen, die die Fläche für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen besser nutzbar macht.
„Wir wollen Chancen für den Einzelhandel schaffen, wir wollen mehr Aufenthaltsqualität“, erinnert OB Wegener an das übergeordnete Ziel. Wichtig sei, die Flächen anders zu nutzen. „Wir wollten den Durchgangsverkehr einschränken, das war das Ziel, als wir losgefahren sind. Aber da sind wir das eine oder andere mal falsch abgebogen.“ Nun könne man Klarheit schaffen. „Dazu sind wir unseren Bürgern verpflichtet.“
Weitere Punkte, die dazu beitragen sollen, die Innenstadt attraktiver zu machen, sind eine Fußgängerzone für die Rathausstraße, eine Parkraumstrategie mit Parkleitsystem, dazu Abstellmöglichkeiten für Räder und bessere Befahrbarkeit der Flächen für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen. Dazu soll es einen runden Tisch mit Akteuren in der Innenstadt geben.
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