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Wie es um die Schäden im Hohenloher Wald steht

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Trotz der Tatsache, dass 2021 alles andere als ein Dürrejahr war, gibt es mannigfaltige Herausforderungen in den Wäldern: Das Borkenkäfer-Problem ist dieses Jahr kleiner, aber dennoch vorhanden. Und die feuchte Witterung hatte nicht nur positive Folgen.

von Christian Nick
Verheerendes Bild: Wie auf dieser Kahlfläche bei Oberkessach sah es im vergangenen Jahr vielerorts aus. Doch auch 2021 zeigen sich Waldschäden. Foto: Archiv/privat
Verheerendes Bild: Wie auf dieser Kahlfläche bei Oberkessach sah es im vergangenen Jahr vielerorts aus. Doch auch 2021 zeigen sich Waldschäden. Foto: Archiv/privat  Foto: privat

Es waren "drei Katastrophenjahre in Folge": So bezeichnete der damalige Chef des Forstamts im Hohenlohekreis 2020 die Auswirkungen von Klimawandel, Trockenheit und massivem Schädlingsbefall auf die Hohenloher Wälder. Anders als zuvor, war die Witterung im sich nun gen Ende neigenden Jahr feuchter und kühler. Wie stellt sich die aktuelle Lage dar?

Am Anfang der Bilanz steht ein grundsätzlicher Anfangs-Eindruck: "Glücklicherweise sehen die Wälder hier nicht so verheerend aus, wie die auf großer Fläche absterbenden oder abgestorbenen Fichtenwälder im Südschwarzwald, im Sauerland, in Nordhessen oder gar im Harz", sagt Thomas Maier, der am 1. September die Leitung des Kreis-Forstamts übernommen hat.


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Wie steht es um unseren Wald?


Eschentriebsterben und Rußrindenkrankheit setzen sich fort

Man sehe jedoch auch dieses Jahr "klimabedingte Trockenschäden: besonders bei den Baumarten Buche und Eiche", berichtet der studierte Forstwirtschaftler.

Zahlreiche Nadelbäume, allen voran die Fichte, seien "aufgrund Borkenkäferbefalls abgestorben". Mit einer regelmäßigen Suche nach solchen Bäumen - dem sogenannten Borkenkäfer-Monitoring - versuche man, das Ausmaß möglichst gering zu halten. Das Eschentriebsterben sowie die Rußrindenkrankheit beim Bergahorn seien "auch in diesem Jahr nicht zum Stillstand gekommen". Das Ausmaß der Schäden präsentiere sich hier in etwa wie in den Vorjahren - wenngleich die genaue Einschätzung schwierig sei.

Welche Rolle hat die große Niederschlagsmenge in den Sommermonaten gespielt? Grundsätzlich, so der neue Chef der Forstbehörde, sei Regen natürlich gut für die Waldvegetation. Aber: Aufgrund der massiven Trockenheit in den Vorjahren und der dadurch verursachten Austrocknung der Böden sei das Wurzelwerk vieler Bäume langfristig in Mitleidenschaft gezogen worden. "Wenn sich dann im Boden aufgrund der Trockenheit auch noch Risse bilden, werden Wurzeln quasi abgerissen, das Wurzelgeflecht stark geschädigt."

Schutz für Vegetation und Waldbesucher oberste Priorität

Diese Schäden "können selbst in einem regenreichen Jahr von einem derart verletzten Baum nicht vollständig geheilt werden", sagt Maier. "Wurzelschäden und beispielsweise absterbende Äste in der Krone hängen ursächlich zusammen: Deshalb finden wir an vielen Stellen kränkelnde Laubbäume." Und auch überdies habe feuchte Witterung nicht nur positive Seiten: Durch starkes Wachstum der sogenannten Konkurrenzvegetation - etwa wuchernde Brombeerhecken - bedürfe es eines "erhöhten Pflegeaufwands" vonseiten der Waldbesitzer.

Man werde, so versichert der neue Amtsleiter, "alles" für die Erhaltung und klimastabile Ausrichtung der Hohenloher Wälder tun: "Unter anderem ist die Forstliche Versuchsanstalt in Freiburg für uns ein wertvoller Partner." Die dortigen Experten forschen intensiv an der Aufklärung des Infektionsweges beim Eschentriebsterben, dem Krankheitsverlauf und der Ausbreitung des Pilzes.

Und freilich steht nicht nur der Schutz von Bäumen und Pflanzen im Forstamt auf der Agenda: Man versuche stets, möglichst große Sicherheit für alle Waldbesucher zu gewährleisten: Der zeitliche und finanzielle Aufwand dafür sei "immens".

 

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