Top-Themen des Hohenloher Landrats für 2022
Neues Hospiz in Künzelsau und weitere Flüchtlingsunterkünfte im Kreis, Aufbau eines Klima-Zentrums und Einstieg ins Rufbus-System: Im nächsten Jahr hat der Hohenlohekreis viel vor.
Was plant der Hohenlohekreis im Jahr 2022 konkret umzusetzen? Darüber informierte Landrat Matthias Neth die Kreisräte am Montag bei seiner Haushaltsrede in der Öhringer Kultura.
Bildung: Digitalisierung der Berufsschulen forcieren
Rund 2,1 Millionen Euro stehen dem Kreis von 2019 bis 2024 zur Verfügung, um die Digitalisierung seiner Berufsschulen voranzutreiben. Das Geld stammt aus dem Digitalpakt. Die Umsetzung laufe "planmäßig", sagt Neth. Das heißt: Die Fördermittel würden abgerufen und eingesetzt. "Für das Jahr 2022 sind weitere Investitionen von knapp 500 000 Euro geplant." Außerdem würden die 2021 installierten Lernfabriken 4.0 an den Gewerblichen Schulen in Künzelsau und Öhringen im nächsten Jahr erweitert. Und: Die Neu- und Umbaumaßnahmen an der Gewerblichen Schule Öhringen seien bald abgeschlossen, so dass der sanierte und ausgebaute Schulkomplex im Sommer 2022 übergeben werden könne.
Bevölkerungsschutz: Risikoanalyse und Bedarfsplanung
Die negativen Folgen des Klimawandels, verbunden mit dem Schutz der Bevölkerung, werden auch dem Hohenlohekreis noch einiges abverlangen. "Wir haben dem Klimaschutz 500 000 Euro zur Seite gestellt", erklärt Neth. Dass diese Summe auf Dauer nicht reicht, ist allen klar. "Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat uns gezeigt, dass wir unseren Bevölkerungs- und Katastrophenschutz weiterentwickeln müssen." Konkret heißt das: 2022 stehe eine Risikoanalyse samt Bedarfsplanung auf dem Programm. Dies werde "materielle und personelle Verstärkungen notwendig machen", so der Landrat.
Gesundheit: Standort für neues Hospiz gefunden
Der Neubau des Krankenhauses in Öhringen liege im Kosten- und Zeitplan. "Der Baustart wird im Frühjahr 2022 erfolgen, die Fertigstellung ist für September 2024 geplant." Das Hospiz in Künzelsau werde nun auf dem Gelände der beiden Häuser zwischen Stetten- und Rösleinsbergstraße entstehen - also gegenüber dem Ärztehaus MediKün. "Dort sollen auch der Psychiatrischen Tagesklinik langfristig Räume angeboten werden." Mit dem Baubeginn sei 2022 zu rechnen. Zunächst war geplant , das Hospiz im Bettentrakt des alten Krankenhauses einzurichten. "Die Umbaumaßnahmen sind aber sehr teuer und nicht sinnvoll." Das Gesundheitsamt in Künzelsau werde 2022 mit drei zusätzlichen Stellen des höheren Dienstes und 4,05 kommunalen Stellen verstärkt - sofern man auf dem schwierigen Arbeitsmarkt das nötige Personal finde.
Nahverkehr: Rufbus-System kommt
Der Einstieg in das Rufbus-System starte 2022 im Raum Öhringen, Bretzfeld und Neuenstein. "In den Abendstunden und am Wochenende" werde ein "bedarfsorientierter Verkehr" aufgebaut. Die Fahrten erfolgen also nur auf Bestellung. Außerdem investiere der Kreis in neue Technik, um den ÖPNV noch moderner zu machen.
Abfallwirtschaft: Stabile Gebühren
"Die Abfallgebühren bleiben stabil", kündigt Neth für 2022 das an, was der Kreistag wenig später beschließt. Der Aufbau eines Klima-Zentrums als zentrale Beratungsinstanz stehe im nächsten Jahr an - als Teil des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft.
Flüchtlinge: Neue Großunterkunft unabdingbar
Seit Juli steigen die Zuweisungszahlen stetig an, berichtet Neth. "Bleibt dieser Trend bestehen, werden unsere Gemeinschaftsunterkünfte zum Ende des Jahres mit über 100 Prozent, eventuell sogar stärker, ausgelastet sein." Bis Mitte 2022 sei mit rund 100 zusätzlichen Plätzen zu rechnen. Kurzfristig suche der Kreis nach Mietlösungen. "Langfristig werden wir eine neue Großunterkunft bauen müssen."
Kreisstraßen: Fahrbahndecken bilden Schwerpunkt
Das Hauptaugenmerk des Kreises liege 2022 auf der Verbesserung der Fahrbahndecken. Dafür würden über 1,1 Millionen Euro bereitgestellt.
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