Solebad Niedernhall verändert sein Gesicht
Die Ausbaupläne für das Solebad Niedernhall nehmen Gestalt an. Klar ist: Es wird nachher komplett anders aussehen. Ein großer Anbau für die Technikanlage ist nötig, denn künftig wird mit Hackschnitzeln geheizt. Dazu kommt ein attraktiver Vorplatz, eventuell mit Kneippbecken.

Solange Bauprojekte nur aus Theorie und Schriftstücken bestehen, sind sie nicht greifbar. Das ändert sich, sobald über Details der Ausführung gesprochen wird. Bei der lange ersehnten Sanierung des Niedernhaller Solebads wird es nun endlich konkret. Einerseits geht es in der jüngsten Gemeinderatssitzung wieder um Theorie - nämlich den Beschluss über die Genehmigungsplanung. Andererseits geht es bereits um die optische Ausgestaltung des Bades. Hier hat sich der technische Ausschuss des Rats nämlich bereits mit Fliesentypen und -farben beschäftigt.
Bürgermeister Achim Beck nimmt vorweg: Das derzeitige Rot, das etwa an den Fensterrahmen zu sehen ist, soll abgelöst werden. "Gedacht ist ein schlichtes Raumkonzept mit Naturstein-Optik-Fliese für den Boden", sagt Max Reichle vom Büro Fritz Planung, das das Projekt betreut. Diese ist in hellem Beige gehalten und soll sich einheitlich durch das gesamte Bad ziehen. Für die Wände im Badebereich favorisiert der Ausschuss für schmale, türkisfarbene Fliesen.
Die geplanten Neuerungen gefallen nicht allen Räten
Das gefällt nicht allen im Rat. Peter Lutz erinnert die Farbe an die 70er Jahre - und meint das nicht positiv. Ralf Herrmann sorgt sich um die enorm vielen Fugen, die bei solch kleinen Fliesen entstehen. "Das soll schließlich 30 Jahre halten", sagt er. Heute gehe man zunehmend zu fugenlosen Wandverkleidungen über, weil Fugen eben auch Schwachstellen seien und schwer zu reinigen, führt Herrmann aus.
Architekt Gerold Winter hingegen findet, "Vor der Fuge muss man keine Angst haben, das ist eine Frage der richtigen Reinigung." In Bäderbetrieben kenne er bislang keine fugenlosen Varianten. Die Wandplatten halte er auch nicht für so strapazierfähig. Schließlich sei ein öffentliches Bad etwas anderes als ein privates Badezimmer. Im Mitarbeiterbereich des Bades könne man sich das hingegen gut vorstellen. Am Ende setzt sich die Vorauswahl des technischen Ausschusses durch.
Weitere Fragen entbrennen um Sanitäranlagen und Fassade
Noch nicht einig ist man sich über Armaturen und Sanitäranlagen wie Toilette und Waschbecken. Diese teste man aktuell in Schwarz, berichtet Beck, der sich als Fan outet: "Ich find"s klasse, aber ich hatte schon Zeit, mich dran zu gewöhnen." Eine Entscheidung wird hier zu einem späteren Zeitpunkt gefällt.
Dann geht es um die Außenfassade. Bei den Visualisierungen wird vor allem deutlich, wie stark das Solebad sein Gesicht verändern wird. Das liegt daran, dass der Gemeinderat im November beschlossen hat, eine Wärmezentrale mit Hackschnitzelanlage und zwei Wärmepumpen zu bauen. Damit will die Stadt weg von Gas als Brennstoff (wir berichteten). Für diese Anlage ist allerdings ein enormes Bauwerk zwischen Solebad und Freibad nötig, dass dann auch den neuen Eingangsbereich des Bades beherbergt. Das Ganze schließt sich als Anbau an den bestehenden Solebadkomplex an, misst der Länge nach mehr als 50 Meter und ist etwa fünf Meter hoch.
Um die üppige Fassade zum optischen Hingucker zu machen, schlägt der Architekt eine Metallverkleidung aus Lochblech vor. Diese Fassadenart sei hinterlüftet und sehr strapazierfähig, erklärt Max Reichle. Sie könne zudem optisch so gestaltet werden, dass etwa die Geschichte der Sole in Niedernhall darauf illustriert wird. Das gefällt den Räten, weshalb die Metallfassade weiterverfolgt werden soll. Auch Achim Beck gefällt die Idee, er mahnt aber auch an: "Das muss am Ende sitzen und sauber aussehen." Denn die Fassade sei das, was Besuchern des Bades wie Passanten auf dem Radweg prominent ins Auge springe.
Das sind die nächsten Schritte der Planung
Das Baugesuch für das Solebad soll in der Gemeinderatssitzung im März gebilligt werden. Ende März ist eine Übergabe an die Baurechtsbehörde und Landrat Matthias Neth geplant. Die Genehmigung erwartet die Stadt im Juli dieses Jahres. Auch hier soll es eine offizielle Übergabe geben. Nach der Sommerpause sollen die Gewerke ausgeschrieben werden. Die Sanierung könnte dann im Frühjahr 2024 starten. Wegen der enormen Preissteigerungen soll der Rat aber im September nochmals entscheiden, ob das Projekt finanziert werden kann.


Stimme.de
Kommentare