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Niedernhaller Solebad schließt am Ostermontag für lange Zeit – Trotzdem kaum Wehmut bei Badegästen

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Das Niedernhaller Solebad öffnet letztmals an Ostermontag und schließt dann für eine knapp zwei Jahre dauernde Sanierung. Was Badegäste und Personal zur Zwangspause sagen.

Das Solebad in Niedernhall wird umfassend saniert und bleibt deshalb knapp zwei Jahre lang geschlossen.
Das Solebad in Niedernhall wird umfassend saniert und bleibt deshalb knapp zwei Jahre lang geschlossen.

Am Ostermontag öffnet das Niedernhaller Solebad letztmals vor der großen Sanierung. Es ist kein Abschied für immer, so ist am Donnerstag wenig Wehmut bei Besuchern und dem Personal zu spüren. "Besonders schwer fällt es den Teilnehmern der Rheuma-Liga", sagt Bademeister Wolfgang Zeihsel. Manche hingen da noch in der Luft und wüssten nicht, wie es nun weitergehe. Und Zeihsel selbst? "Ich habe keinen Abschiedsschmerz", sagt er und lächelt entspannt. Gerade mit Blick auf die vielen kleinen Reparaturen, die fast täglich anstünden, sei er froh über die Runderneuerung. "Ich bin zuversichtlich, dass es toll wird." Auch wenn es am Ende sicher nicht jedem gefallen werde.

Für die Mitarbeiter geht es danach im Freibad weiter

Christian Fontagnier besucht mit seinen Kindern Vinzent und Valentin das Solebad. Valentin schläft noch ganz entspannt.
Christian Fontagnier besucht mit seinen Kindern Vinzent und Valentin das Solebad. Valentin schläft noch ganz entspannt.  Foto: Ludwig, Tamara

Seit 2009 ist Zeihsel beim städtischen Bauhof im Bereich Bäder beschäftigt. Für ihn geht es nun fast normal weiter, denn im Frühjahr startet der Betrieb im benachbarten Freibad. Die Vorbereitungen dafür stünden an. Ab kommenden Dienstag aber wird im Solebad erstmal ausgeräumt. "Manche unserer Sachen nehmen wir mit rüber ins Freibad", berichtet Mitarbeiterin Silvie Grentzer. Anderes werde vorübergehend eingelagert. Und bis dahin wird über das Osterwochenende noch die Stellung gehalten. Schließlich nutzen noch viele Besucher die letzten Öffnungstage. "Vergangenen Sonntag waren 369 Badegäste hier", sagt Grentzer. Das sei jedoch nicht allein auf den Endspurt im Solebad zurückzuführen. "Wir spüren auch, dass das Öhringer Hallenbad seit dem Brand geschlossen hat", sagt Wolfgang Zeihsel.

Ist das Schwäbisch Haller Solebad ein geeigneter Ersatz?

Doch nun müssen sich auch die Solebad-Besucher umorientieren. 42 sind es am Donnerstag um 9.30 Uhr bereits. Einer von ihnen ist Günter Bruhn aus Künzelsau. Er kommt wöchentlich nach Niedernhall und das "bestimmt schon seit fast 20 Jahren", wie er berichtet. Dass das Bad nun vorübergehend schließt, darauf habe man sich eingestellt. Er überlege, nun für eine Weile nach Schwäbisch Hall zu gehen, doch das sei natürlich etwas weiter weg.

Manche haben hier als Kinder schwimmen gelernt

Bademeister Wolfgang Zeihsel und Kassiererin Silvie Grentzer halten in den letzten Tagen die Stellung.
Fotos: Tamara Ludwig
Bademeister Wolfgang Zeihsel und Kassiererin Silvie Grentzer halten in den letzten Tagen die Stellung. Fotos: Tamara Ludwig  Foto: Ludwig, Tamara

Ähnlich geht es Christian Fontagnier, der mit seinen Söhnen Valentin und Vinzent ins Bad gekommen ist. "Wir sind regelmäßig hier, den Kindern gefällt es sehr - die werden es nun sicher vermissen", berichtet er. Seine Kinder hätten hier alle das Schwimmen gelernt. Eine besondere Beziehung zum Bad also. "Ich finde es toll, dass es erhalten bleibt", sagt er und lobt den Einsatz der Stadt. Auch dass es saniert werde und damit die besondere Architektur bewahrt werde, freue ihn. "Hier ist es gemütlich, fast wie im Wohnzimmer." Für ihn ist dieser Tag jedoch noch nicht der eigentliche Abschied vom Bad. Der Lehrer, der auch als Mentalmagier auftritt, ist am Samstag nochmals bei der Saunanacht im Medisol mit seiner Show zu erleben.

Bis Dezember 2025 soll das Gesundheitsbad geschlossen bleiben

Die Stadt investiert rund 11,2 Millionen Euro in das Projekt, das nicht nur eine Kernsanierung beinhaltet, sondern den Bau eines neuen Eingangsbereichs sowie einer Heizzentrale. Abzüglich aller Fördermittel und der von Reinhold Würth zugesagten Spendensumme über zwei Millionen Euro, liegt der Eigenanteil der Stadt voraussichtlich bei rund 4,2 Millionen Euro.

 
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