Nahverkehr im Hohenlohekreis wird digitaler
Abfahrten und Ankünfte werden bald in Echtzeit angezeigt. Das ermöglichen neue Bildschirme und Bordrechner für Haltestellen und Busse. Auch das E-Ticket wird gestärkt.

Die Fahrgäste des Nahverkehrs Hohenlohekreis (NVH) werden in Zukunft besser informiert. Abfahrten und Ankünfte werden in Echtzeit angezeigt, dazu werden die Busse und Haltestellen im NVH-Netz mit neuen Bildschirmen ausgestattet. Auch neue Bordrechner und E-Ticket-Terminals wird es geben. Die Anschaffung und Anbringung dieser digitalen Geräte kostet 1,77 Millionen Euro. Jetzt ist klar: Das Land übernimmt die Hälfte, exakt 845.000 Euro.
Nutzerfreundlichkeit ist Voraussetzung für eine gelungene Verkehrswende
Regierungspräsidentin Susanne Bay sagte: „Ein nachhaltiger und umweltfreundlicher ÖPNV bedeutet auch, dass dieser nutzerfreundlich sein muss. Diese Investition in die Digitalisierung des ÖPNV ist ein wichtiger Schritt in Richtung Verkehrswende.“ Wie der Mitteilung des Regierungspräsidiums zu entnehmen ist, werden im Hohenlohekreis voraussichtlich bis Ende 2023 insgesamt 135 Busse mit Bordrechnern ausgestattet. „Die Busse, die auf 70 Linien die 787 Haltestellen im Verbundgebiet bedienen, werden so zudem für das sogenannte ITCS, ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem zur ÖPNV-Optimierung, fit gemacht.“
Die Förderung trage damit auch zur Beschleunigung des Nahverkehrs bei. Durch das E-Ticket werde auch der Ein- und Ausstieg deutlich vereinfacht. Weiter könne der Hohenlohekreis 140 E-Ticket-Terminals, 150 Bildschirme und ein dynamisches Fahrgast-Information-System aufbauen.
In den kommenden Wochen wird die neue Technik eingebaut
Die HZ hatte zuletzt im Mai 2021 darüber berichtet, nachdem der Kreistag einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Grundsätzlich habe sich seitdem bei dem Projekt nichts geändert, sagt Kreissprecher Sascha Sprenger. „Lediglich ist aufgrund des bekannten Chipmangels eine kleine Lieferverzögerung eingetreten.“ Seit Anfang Oktober würden die Bildschirme in den Bussen eingebaut, die dynamische Fahrgastinformation – also die Bildschirme an den Haltestellen – würden nach und nach in den kommenden Wochen installiert.
Mit den neuen Fahrscheindruckern rechne man dann im ersten Quartal 2023. Die Bildschirme sollen den Fahrgästen die jeweils nächsten Abfahrten in Echtzeit anzeigen. Der Busbahnhof Künzelsau wurde für die Testphase ausgewählt, weil der Betrieb durch die direkt danebenliegende NVH-Geschäftsstelle am leichtesten überprüft werden kann. Außerdem können dort auch „betriebsfremde Verkehrsmittel“ wie der City-Bus oder die Bergbahn angezeigt werden.
Ein Leitsystem vernetzt alle Rechner miteinander
Damit die Informationen immer auf dem neuesten Stand sind, müssen die Bildschirme über ein Leitsystem sowie die Bordrechner in den Bussen gespeist werden. Dies war ebenfalls in dem Paket enthalten, das der Kreistag im Frühjahr 2021 an die Firma Krauth Technology (Eberbach) vergeben hatte. Die Bordrechner mussten 2018 kurzfristig ausgetauscht werden, die Übergangslösung war auf das Minimalste beschränkt.
Mit der Neuanschaffung werden wieder alle Funktionen möglich sein. Dazu zählt der klassische Fahrscheinverkauf, die Entwertung der elektronischen Tickets sowie die Darstellung aktueller Fahrplaninfos. Diese werden an die zentrale Datendrehscheibe des Landes weitergeleitet, von der aus alle Auskunftssysteme versorgt werden.
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