Mit dieser Technik soll Eis am Windrad vermieden werden
Mit verschiedenen technischen Einrichtungen erkennt das Windrad, ob es vereist ist - und schaltet sich beispielsweise selber ab. Der Tüv Süd meint: die Systeme sind sehr zuverlässig.

In modernen Windrädern sind sogenannte Eiserkennungssysteme verbaut. Das legen Behörden in der Regel in den Genehmigungsunterlagen fest.
Alle Techniken sollen Eiswurf von laufenden Windrädern sicher ausschließen, erklärt Pressesprecher Thomas Oberst vom Tüv Süd auf Anfrage. "Die Systeme müssen Eisansatz auf der Windkraftanlage erkennen und die Anlage außer Betrieb setzten."
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Wenn das Windrad neu ans Netz geht, werde der Einbau und die Funktionsfähigkeit des Eiserkennungssystems von Sachverständigen überprüft, erklärt Thomas Oberst. Eine Wartung gebe es in der Regel nicht.
Die Funktionsfähigkeit werde aber in wiederkehrenden Prüfungen mit einem Zyklus von vier Jahren überprüft. Die Sachverständigen schätzen die Systeme aber als sehr zuverlässig ein.
System-Ausfall legt Windrad lahm
Allerdings sind "Eiserkennungssysteme normalerweise so konzipiert, dass ein Ausfall zu deren Stillstand führt". Dann müsse ohnehin der Hersteller die Technik instandsetzen. Zurzeit gebe es sechs Möglichkeiten, Eisansatz an Windrädern zu erkennen.
Detektoren auf der Gondel: Speziell angebrachte Sensoren beobachten die Umgebungsbedingungen an der Gondel. Registriert der Sensor die einprogrammierten, charakteristischen Parameter, die eine Vereisung auslösen, wird die Anlage automatisch abgeschaltet.
Zwei Windmesser: Bei dieser Art der Eisbeobachtung werden auf der Gondeloberseite zwei Windmesser (sogenannte Anemometer) installiert. Davon ist je einer beheizt und einer unbeheizt. Friert der unbeheizte ein, wird die Anlage automatisch abgestellt.
Leistungskurvenverfahren: Durch Eisansatz an den Rotorblättern ändern sich deren aerodynamische Eigenschaften. Dadurch weicht die Anlage von der zu erwartenden Leistung ab. Bei entsprechenden Bedingungen, etwa Minusgrade, führt das zur Abschaltung der Anlage. Im Idealfall wird zusätzlich ein beheiztes Windmessgerät verwendet. Damit soll ausgeschlossen werden, dass ein ebenfalls vereistes Messgerät Grund für die abweichenden Werte ist.
Eigenschwingungsanalyse: Bei Vereisung ändern sich die Eigenfrequenzen der Rotorblätter aufgrund der Massenzunahme. Dieses Prinzip wird in Verbindung mit den Umgebungsbedingungen zur Erkennung von Eisansatz verwendet.
Impedanzmessung: Bei Vereisung ändert sich die Leitfähigkeit auf den Rotorblättern. Eis und die dazugehörige Schichtdicke kann damit durch Messen des Wechselstromwiderstands auf der Oberfläche erkannt werden.
Vibrationsüberwachung: In Verbindung mit den Wetterbedingungen kann eine Unwucht an der Rotornabe Eisbildung an den Rotorblättern signalisieren.
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