Künzelsauer Teilort Gaisbach entwickelt sich rasant
Gewerbegebiet in Gaisbach ist stark gewachsen und wächst noch weiter - und das nicht nur durch die Erweiterungen von Würth. Was sich jüngst getan hat und was künftig geplant ist.
Es ist das derzeit einzige Gewerbegebiet der Kreisstadt. Entsprechend rasant geht in Gaisbach die Entwicklung voran. "Es läuft derzeit eine Studie, welche Möglichkeiten für Gewerbeansiedlung wir noch haben", sagt Christoph Bobrich, Amtsleiter für Nachhaltige Entwicklung und Bürgerbeteiligung bei der Stadt Künzelsau. "Ende des Jahres erwarten wir erste Ergebnisse", erklärt Bobrich. Das habe sich aufgrund der Flurbereinigung in Gaisbach etwas verzögert. Die hohe Nachfrage bringe den Vorteil, eine Vorauswahl treffen zu können, welche Unternehmen man ansiedelt. "Wir müssen die Flächen nicht loskriegen, wir schauen, was wir brauchen und was Qualität hat", so Bobrich weiter.
Kriterienkatalog mit Punktesystem
Den Entscheidungen zugrunde liegt auch ein Kriterienkatalog mit Punktesystem. So hat man bessere Chancen, wenn man mehr Kriterien erfüllt, etwa beim Verwenden nachhaltiger Baustoffe oder einem geringen Flächenverbrauch sowie Photovoltaik. Das sei natürlich Stand jetzt, mit Hinblick auf die Strategie 2030 der Stadt, klimaneutral zu werden, gebe es da sicher noch mehr Potenzial, vor allem in Sachen ökologische Gebäude.

Jüngster Neubau im Gewerbegebiet ist das Autohaus Widmann. Der alte Standort des Mercedes-Händlers ist nur wenige Meter vom neuen entfernt, doch es liegen Welten dazwischen: Nun sei alles hell, freundlich, großzügig, nach modernstem Standard gebaut, schwärmt Chefin Lisa Widmann. Auf dem Dach gibt es Photovoltaik, beim Mobiliar habe man auch auf Nachhaltigkeit geachtet und draußen gebe es 30 Ladestationen für Elektroautos. "Diese sind öffentlich, können also von jedem genutzt werden", so Widmann.
Im alten Gebäude, das derzeit noch leer steht, war das Autohaus nur Mieter, das habe man schon länger ändern wollen. "Es ist heute aber nicht mehr so leicht, als Mittelständler ein Grundstück in dieser Größe zu bekommen." Drei Hektar groß, um genau zu sein. Umso mehr wisse man zu schätzen, dass es hier geklappt habe. "Wir sind auch ganz begeistert von der Lage", betont Widmann. Sehen und gesehen werden ist hier Programm. Denn nicht nur die Mitarbeiter haben eine unverbaute Aussicht in die Landschaft, auch Autofahrer zwischen Kupferzell und Künzelsau können das neue Widmann-Domizil kaum übersehen. Wer sich das Ganze mal aus der Nähe anschauen möchte, hat dazu Gelegenheit am Tag der offenen Tür (Samstag, 29. April, 10 bis 16 Uhr).
Grundstücke bereits reserviert oder verkauft

Und wie geht es mit den freien Flächen weiter? Vor allem rechter Hand, biegt man von der B19 nach Gaisbach ab, ist noch Platz. Zuletzt baute hier die Deutsche Post ihren neuen Zustellstützpunkt und zog damit aus der Enge der Stadt hinauf auf den Berg. Hier gibt es nun auch ausreichend Ladepunkte und Photovoltaik für die E-Fahrzeuge der Zusteller. Die Grundstücke nördlich der Post sind alle bereits reserviert oder verkauft, wie Christoph Bobrich berichtet. So sei auf einem Grundstück ein Gebäude für Indoor-Freizeitaktivitäten vorgesehen. "Mehr dazu kann ich noch nicht verraten." Darüber hinaus sollen eine Waschanlage, eine Firma für Gartenbau und günstige Übernachtungsmöglichkeiten entstehen, etwa für Tagesarbeiter der anliegenden Firmen.

Auch bei Würth wird wieder gebaut, aktuell an der Erweiterung des Vertriebszentrums West, geplant ist zudem in absehbarer Zeit ein neuer Verwaltungstower. Auch die Firma Rosenberg hat noch Erweiterungsoptionen, die mittelfristig umgesetzt werden sollen.
Infrastruktur
Auch außerhalb des Gewerbegebiets geht die Entwicklung in Gaisbach weiter. Im Baugebiet Haselhöhe wächst derzeit ein Mehrfamilienhaus nach dem anderen in die Höhe. Gleich nebenan sollen in den nächsten Jahren ein neuer Kindergarten, eine neue Grundschule sowie eine Mensa gebaut werden. Denn wenn Gaisbach wächst, muss die Infrastruktur mitwachsen. Auch die eine oder andere Straße dürfte zu sanieren sein.

Stimme.de
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