Jonas Gräter aus Windischenbach hat Deutschlands schwerste Wassermelone
Mit nahezu 70 Kilogramm schaffte es das Prachtexemplar von Jonas Gräter auf das Siegertreppchen im Blühenden Barock in Ludwigsburg.

Die Hohenloher sind für so manches bekannt, auch über die Region hinaus. Überdimensionales Obst und Gemüse gehörte bislang nicht dazu. Das hat sich nun geändert. Denn Deutschlands schwerste Wassermelone ist im Pfedelbacher Teilort Windischenbach zu Hause. 69,8 Kilogramm brachte sie beim Early Weigh Off, der Meisterschaft des schwersten Obst und Gemüses der Ludwigsburger Kürbisausstellung, auf die Waage. Zum Staunen brachte das nicht zuletzt den Züchter selbst. Jonas Gräter hat in diesem Jahr zum ersten Mal eine Wassermelone angebaut. Kürbisse züchtet er bereits seit vier Jahren.
Inzwischen ist die Melone wieder in Windischenbach. Auf einem großen Stamm, fast wie auf einem Podest, lagert das Prachtstück. „Der Transport war recht entspannt, ich habe nur gebibbert, dass sie keine Faulstelle bekommt, denn wenn irgendwo ein Stückchen gefault oder geschimmelt ist, kommt sie nicht in die Wertung“, erklärt der 25-Jährige. Er hatte Glück. Ebenso wie mit dem Wetter, überlegt er: „ Ich denke, das hat dieses Jahr schon eine Rolle gespielt.“ Wichtig sei auch der Austausch mit anderen Züchtern, vor allem aus den USA, wo die schwersten Melonen wachsen.
Am Ende nimmt die Melone ein ganzes Kilo am Tag zu - dank viel Wasser, Pferdemist und einem kleinen Geheimnis
In einem vier auf vier Meter großen Gewächshaus am Ortsrand von Windischenbach, neben den Hühnern der Eltern und vielen Gemüsepflanzen der naturnahen Familie, hatte das Obst Platz, vor allem für die Wurzeln, die sich über den ganzen Bereich ausgebreitet haben. Und genau hierin lag eine Herausforderung. Schauen, dass die Ranken frei liegen und richtig wässern, „eben nicht nur die Stelle um die Melone, sondern der Bereich drum herum“, zeigt er und zieht einige der Ranken aus dem Boden, die sich wie ein großes Kabelknäuel noch im Boden schlängeln.
„Das mit dem Gewächshaus ist schon ein Vorteil, gerade wenn die Nächte doch mal kalt sind.“ Anfangs waren noch andere Melonen im Gewächshaus, doch der Nachwuchszüchter schnitt sie weg und setzte alles auf ein Obst. Er blickt zurück: Am 20. März hat er den Kern bekommen, eine Woche veredelt, am 20. April ins Gewächshaus, bestäubt wurde die Pflanze am 10. Juni. „Am Anfang war sie so groß wie ein Daumen“, erinnert sich der Produktingenieur. Innerhalb von 95 Tagen wuchs sie zu dieser beachtlichen Größe. „Ich hatte mich schon gewundert, da sie am Anfang sehr schnell gewachsen ist“, ergänzt er.
Mittels einer Tabelle lässt sich auf das Endgewicht schließen. Und beim Messen wurde es immer spannender. Jeden zweiten Tag wurde sie 500 Gramm schwerer: „Im Juli war es sogar ein Kilogramm am Tag.“ Und dann hieß es wässern. Täglich waren es um die 50 Liter Wasser über ein Bewässerungssystem, das der Hobbytüftler selbst entwickelt hat. Ein Geheimnis, neben einer guten Komposterde, die zwischen 50 und 80 Prozent aus Pferdemist besteht, verrät Gräter noch. Die Melonen sind veredelt worden. Wurzeln und Stamm sind eine Kreuzung zwischen zwei Kürbisarten.
Dass er als Neuling beim ersten Mal gleich einen solchen Rekord erreicht hat, da waren auch seine Bekannten überrascht, „aber sie haben es mir gegönnt“, sagt der 25-Jährige.
Jonas Gräter ist noch in einer zweiten Disziplin erfolgreich: Er fährt Regatta in seinem eigenen Kürbisboot

Und als wäre das noch nicht genug, schaffte der Windischenbacher es in Ludwigsburg noch einmal aufs Siegertreppchen, bei der Kürbisregatta. Denn mit Kürbissen begann das Hobby des naturverbundenen Hohenlohers. Mit einem Gewicht von 200 bis 300 Kilo schafft man es zwar nicht auf die Bestenliste, doch das ist genau das richtige Gewicht für ein Kürbisboot, habe man ihm nahegelegt. Ein Freund, der das gleiche Hobby hat, und Gräter starteten einen Versuch. „Wir haben uns keine großen Hoffnungen gemacht, da wir unerfahren sind.“ Doch beim Rennen „Züchter im eigenen Kürbis“ schaffte Gräter den Sieg. „Wir haben es ein, zwei Mal probiert, man muss wissen, wie der Kürbis fährt und wie schnell man paddelt“, erklärt er bescheiden.
Auch nach der Ernte bleibt nicht viel Zeit fürs Ausruhen. Als nächstes gibt es ein „Wassermelonenschlachtfest“. Und dann geht es bald schon wieder weiter. Immerhin will er nächstes Jahr seinen Titel verteidigen und mit den Kürbissen auch mal über 350 Kilo schaffen.
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