Haben die Hohenloher trotz Pandemie Lust auf Weihnachtsshopping im Handel?
2G und Infektionsrisiko: Die Freude am unbeschwerten Einkauf ist auch im zweiten Corona-Jahr getrübt.

Der Weg in den Laden - er ist heuer beschwerlicher als sonst zur Weihnachtszeit: 2G-Kontrolle für die Einen, Zugangs-Verbot für die Anderen: Haben die Menschen in der vierten Welle der Pandemie überhaupt Lust auf den Geschenke-Kauf vor Ort - oder erwerben sie diese lieber online? Und: Welche Trends gibt es in Corona-Zeiten bei den Präsenten?
Eindeutig Spaß beim "echten" analogen Geschenke-Kauf haben diejenigen, die am Freitagabend beim "Christmas-Shopping" der Künzelsauer Werbegemeinschaft die Gelegenheit nutzen, zu abendlicher Stunde Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Allein: Es sind nur recht wenige Menschen, die sich während der HZ-Stippvisite gegen 19 Uhr bei Schneeregen in der Fußgängerzone tummeln.
Geschenkekäufer und Beschenkte
Weihnachts-Einkäufer gesucht! Werner Siller sieht aus wie einer: Die blaue Tüte baumelt am Unterarm. Online-Shop oder Kauf im Laden? Für den Belsenberger ist die Frage keine Frage: "Ich bin überhaupt kein Internet-Käufer", erzählt er. "Weihnachtsgeschenke online zu kaufen, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen." Er wolle sehen und in der Hand halten, was er kaufe, sagt der 56-Jährige. Und was hat er denn nun erworben - und in die blaue Tüte gesteckt? "Zwei Weihnachtsgeschenke: Was genau kann ich nicht verraten, denn sonst liest das ja meine Frau in der Zeitung."
Keine Präsente gekauft, sondern etwas zu verschenken hat dann jene Dame, die sich zum Gespräch gesellt: Tina Bauer ist Mitglied einer freikirchlichen Gemeinschaft - und verteilt "einen kleinen Gruß von Jesus" - ebenfalls in Tütchenform.
Einige Meter weiter, bei "Sportivo", ist Verkäuferin Lea Veil relativ ernüchtert über die Beteiligung am "Christmas Shopping": "Es ist bisher doch sehr verhalten und wenig los", so die 20-Jährige, die trotz ihrer jungen Jahre schon drei solcher Aktionen mitgemacht hat. "Viele trauen sich wohl nicht", mutmaßt sie.
Welche Geschenke in der Pandemie gefragt sind
Szenenwechsel: Wie läuft es andernorts? "In den vergangenen 20 Jahren hat sich in unserer Branche das Weihnachtsgeschäft immer mehr nach hinten verlagert", berichtet Martin Gseller, Inhaber des gleichnamigen Öhringer Uhren- und Schmuckgeschäfts. Die letzten Tage vor dem Fest seien entscheidend. "Ein bisschen was" gehe in Sachen Weihnachtsgeschäft aber durchaus auch jetzt schon.
Ob die Kunden dieses Jahr mehr Geld für Präsente ausgeben, weil in Corona-Zeiten viel auf die hohe Kante gelegt worden ist? "Das ist schwierig zu beurteilen", sagt der alte Hase im Geschäft. "Rolex-Uhren gehen in der Tat gerade besonders gut, aber die verkaufen wir ja leider nicht", lacht er. Die Trends in Sachen Geschenke? "50 Prozent Schmuck, ein paar Trauringe - und Uhren nicht mehr so stark wie früher." Der von der hauseigenen Goldschmiede individuell angefertigte Schmuck verkaufe sich gut - gerade jetzt zur Weihnachtszeit.
Von Kauflust trotz Pandemie-Frust und "viel Verständnis" der Kundschaft berichtet Bärbel Häussermann vom Künzelsauer Spielwarengeschäft. Was hier populär ist? "Die Klassiker wie Brettspiele - und Holzspielzeug made in Germany. Gute Qualität und Nachhaltigkeit werden immer wichtiger." Der schier übermächtig scheinenden Konkurrenz durch den Online-Handel begegnet man bei "Häussermann" durchs Konzept Online ordern - und im Laden abholen.
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