Gewalt im Mainhardter Mineralfreibad: Jugendlicher ohrfeigt den Bademeister
Der Bademeister verlangt von sechs Jugendlichen, dass sie sich an die Regeln im Mineralfreibad halten. Einer von ihnen schlägt zu. Wieso der Streit eskaliert sein könnte und warum auch ein rassistischer Vorwurf im Raum steht.

Erstmals diesen Sommer ist in der Region ein Fall von Gewalt im Freibad dokumentiert worden. Ein Jugendlicher soll bereits am Freitag, 14. Juli, den Bademeister im Mineralfreibad in Mainhardt geohrfeigt haben. Das wurde unserer Redaktion jetzt erst bekannt. Eine offizielle Pressemitteilung der Polizei gab es zu dem Vorfall nicht, die Statements der Polizei erhielt die Redaktion erst auf Nachfrage.
Jugendlicher ohrfeigt Bademeister – verbaler Streit im Mineralfreibad Mainhardt eskaliert
Der Täter soll zu einer Gruppe von sechs Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren gehört haben, die aus Gaildorf stammten und in Begleitung von drei Gaildorfer Jugendhausmitarbeitern das Freibad in Mainhardt besucht hatten. Gegen 16.30 Uhr eskalierte die Lage. Laut Mainhardts Bürgermeister Damian Komor habe der Bademeister die Gäste gebeten, Abstandsregeln einzuhalten und Absperrungen nicht zu übertreten. Dem hätten die Besucher nicht Folge geleistet. Darauf sei hitzig gestritten worden. Einer aus der Gruppe habe dann ausgeholt und den Bademeister geschlagen. "Die Brille ist heruntergefallen", erzählt Komor.
Daraufhin musste die Polizei anrücken, alle sechs Jugendlichen erhielten in der Folge Hausverbot. Gegen den einen, der zugeschlagen haben soll, liefen nun laut Polizei Ermittlungen wegen Körperverletzung, sie stünden aber noch ganz am Anfang.
Auch Rassismusvorwurf seitens des Bademeisters steht im Raum
Der Streit bewegt die Gemüter in sozialen Netzwerken, da es viele Beobachter gab. Außerdem steht ein Rassismusvorwurf im Raum: Der Bademeister soll gegenüber den teils migrantisch wirkenden Jugendlichen einen verfänglichen Satz gesagt haben: "Geht doch zurück, da wo ihr herkommt." Allerdings könne er damit auch Gaildorf gemeint haben, mutmaßt Mainhardts Bürgermeister Komor. Polizeisprecher Jonas Ilg vom Präsidium Aalen gibt Auskunft, dass aktuell nur der Vorwurf der Körperverletzung untersucht werde. Eine Anzeige gegen den Bademeister liege nicht vor.
Wie ist das eigentlich mit der Aufsichtspflicht?
Der Fall beschäftigt nun den Mainhardter und den Gaildorfer Gemeinderat. Die Stadt Gaildorf ist besorgt, weil die Gruppe mit Jugendhausmitarbeitern unterwegs war. Sprecher Daniel Kuhn antwortet auf die Frage nach einer möglichen Aufsichtspflichtverletzung: "Da es sich um Jugendliche handelt, besteht keine direkte Aufsichtspflicht wie zum Beispiel bei Kindern. Die Betreuer dienen als Anlaufstelle für Fragen und Probleme, die Jugendlichen sind aber für sich selbst verantwortlich."
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